# taz.de -- heute in bremen: „Taubensind hier allgegenwärtig“
       
       Interview Jasmin Koepper
       
       taz: Herr Charzinski, was ist das „Influencers Taubenheim“? 
       
       Jan Charzinski: Das ist die Gesamtheit der Beiträge der Hochschule für
       Künste im Rahmen des Open-Space-Projekts. Es umfasst eine
       Online-Präsentation der Jahressausstellung Paradiesvögel, wöchentlich
       wechselnde Ausstellungen des Fachbereichs Kunst und Design, sowie Konzerte
       und die Ausstellung der preistragenden Arbeiten des Frese-Design-Preises
       live auf dem Domshof. Dort wurde als Ausstellungsort eine Gerüststruktur
       errichtet, die an einen Vogelkäfig oder Vogelturm erinnert, die es für
       Krähen und Raben in Japan gibt.
       
       Und warum der Name? 
       
       Ursprünglich war Influencer als eine kritische und witzige Hommage an die
       Influencergeschichte rund um Jan Böhmermann gedacht. Zuerst wollten wir es
       „Influencers Kuckucksheim“ nennen, aber wir haben uns dann für Taubenheim
       entschieden, weil Tauben hier allgegenwärtig sind. Auf dem Domshof kann man
       wie die Tauben seine Runden drehen und sich heimelig fühlen.
       
       Und wer sind die Paradiesvögel? 
       
       Das ist eine bunte Schar von Studierenden aus den Studiengängen Digitale
       Medien und Integriertes Design, die in der Jahresausstellung ihre
       Abschlussarbeiten präsentieren. Wie Vögel werden sie dieses Jahr mit ihrem
       bunten Federkleid flügge und gehen in die Welt.
       
       Um was geht es in den Arbeiten? 
       
       Die Themen sind völlig divers. Die Studierenden widmen sich ästhetischen,
       politischen, sozialen und kulturellen Fragestellungen. Mal offensiv, mal
       hintergründig, mal abstrakt wird beispielsweise Nachhaltigkeit als
       Kategorie des Designs präsentiert, Genderdiskurse in modische und
       fotografische Diskurse eingewoben oder Ressourcenmanagement kritisch
       hinterfragt. Und auch die genutzten Medien sind ganz unterschiedlich.
       
       Gibt es einen Bezug zur Innenstadt? 
       
       Nicht direkt, denn die Arbeiten der Jahresausstellung sind in den letzten
       beiden Semestern entstanden und zu der Zeit war es noch nicht klar, dass es
       diese Open-Space-Präsentation geben wird. Trotzdem sind die Themen der
       Arbeiten beeinflusst von den Eindrücken aus der Stadt und natürlich auch
       von den Coronabedingungen. Es sind Themen, die uns alle in unserem Alltag
       beeinflussen.
       
       Was können Besucher:innen in der Ausstellung lernen? 
       
       Dem Begriff Design wird eine neue Bedeutung gegeben, indem es nicht allein
       um funktionelle Bedeutung geht, sondern um die formalästhetische
       Untersuchung. Man lernt, wie Mode neu gedacht werden kann, wie Technik die
       Natur beeinflusst und wie Keramik geformt werden kann. Zu jeder Arbeit wird
       es einen QR-Code geben, unter dem es noch mehr Informationen gibt.
       
       27 Jul 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jasmin Koepper
       
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