# taz.de -- Jugendliche in der Pandemie: Polizeigewerkschafter für Party
       
       > Thomas Jungfer von der Deutschen Polizeigewerkschaft schlägt sich auf die
       > Seite der Jugend – und hat damit recht. Outdoor-Partys für alle!
       
 (IMG) Bild: Kontrollierte Party: Jugendliche und Polizisten im Stadtpark
       
       Die Polizeigewerkschaften sind sich uneinig. Streitthema sind die
       Jugendlichen, die einfach nicht hören wollen. Dabei wäre es so einfach:
       Verbringt euren Sommer im Kinderzimmer, dann müsste die [1][Polizei auch
       nicht draufhauen!] Die will das ja gar nicht wirklich.
       
       Thomas Jungfer, Landessprecher der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG),
       schlägt sich jetzt tatsächlich auf die Seite der Jugend. Am Donnerstag
       forderte er Senat und Innenbehörde auf, Lockerungsmaßnahmen effektiver zu
       gestalten: „Warum gibt es kein Veranstaltungsangebot für Geimpfte, Genesene
       und Getestete? Wo ist das Coronakonzept für St. Pauli und die Schanze?“,
       fragt Jungfer.
       
       Er verweist dabei auf Schleswig Holstein und Niedersachsen, wo Inzidenzen
       trotz immer weiterer Öffnungsschritte dank entsprechender Hygienekonzepte
       nicht steigen. Der Hamburger Senat bleibe jedoch stur.
       
       Stattdessen müsse die Polizei es am Ende richten. Und [2][wenn die Lage
       dann eskaliere], seien sie wieder die Bösen: „Ich habe so ein bisschen die
       Befürchtung, dass wir irgendwann als Verlierer der gesamten Coronazeit hier
       rausgehen.“ Und das kann ja nun wirklich niemand wollen.
       
       ## Robustes Vorgehen angedroht
       
       In der Gegenposition steht die ähnlich klingende, jedoch anders abgekürzte
       Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die bleibt ihrem Image treu und formuliert
       vor allem Drohungen: „Um den Erfolg der Pandemiebekämpfung nicht zu
       gefährden, ist es notwendig, dass die Rechtsverordnungen weiterhin
       durchgesetzt werden – auch gegen den Widerstand einzelner Bürgerinnen und
       Bürger“, teilte sie Ende Mai mit.
       
       Die Hamburger Polizei brauche weiterhin politische Rückendeckung, um
       [3][gegen die Feierenden] „konsequent und – wo nötig – robust“ vorzugehen.
       Die Regierung ist also Verbündeter, die Jugend der Sündenbock.
       
       Hinter dieser Rhetorik steckt Ageismus, also Altersdiskriminierung.
       Indirekt werden Bedürfnisse von Jugendlichen als unkontrollierte Triebe
       abgewertet. Selbstfindung und sozialer Austausch werden zu primitiven
       Saufgelagen umgedeutet, um gewaltvolles Einschreiten der Polizei politisch
       zu legitimieren.
       
       Dabei scheinen es ja Teile der Polizei selbst verstanden zu haben, wie
       Jungfer beweist: Gäbe es kontrollierte Outdoor-Partys mit
       Hygienevorschriften, würde sich auch die Lage an den Corona-Hotspots
       entspannen. Vielleicht ist die Polizei bald so mit Streiten beschäftigt,
       dass die Jugend unbemerkt das Haus verlassen kann.
       
       25 Jun 2021
       
       ## LINKS
       
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