# taz.de -- corona in hamburg: „Nun ist die Stimmung richtig gut“
       
       Interview Kaja Weber
       
       taz: Frau Harder, was macht das Passagiermanagement am Hamburger Flughafen? 
       
       Stefanie Harder: Im Oktober 2020 wurde unser Bereich neu gegründet, um alle
       Schnittstellen zwischen Passagier und Flughafen zu bündeln: Von der Planung
       zu Hause über unser Kundencenter, die Anfahrt und Bewegung im Terminal bis
       hin zur Gepäckaufgabe. Wir übernehmen auch die Organisation vor der
       Sicherheitskontrolle, das Informieren vor Ort und den Kontakt mit den
       Fluggesellschaften zur Counter-Belegung. Dazu gehören etwa 250
       Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Woche wurden auch sechs neue
       Kolleginnen und Kollegen eingeführt, die Passagiermanagerinnen und -manager
       vom Dienst.
       
       Wie sieht der Alltag der neuen Mitarbeiter*innen unter
       Corona-Bedingungen aus? 
       
       Deren Aufgabe ist es, von vier bis 23 Uhr zu beobachten: wo hakt es? In
       Corona-Zeiten natürlich hauptsächlich: Werden die Hygienemaßnahmen
       eingehalten? Und, dass die Besucherschlangen gut gesteuert werden. Wenn die
       Fluggesellschaften etwa zu wenig Schalter geöffnet haben und es sich
       dadurch staut, telefoniert der Passagiermanager nach.
       
       Mit dem Ferienstart wird es jetzt wieder lebendiger am Flughafen. Welche
       Herausforderungen gibt es dabei für Ihre Abteilung? 
       
       Die Kolleginnen und Kollegen müssen sich wieder fit machen – für die
       technischen Veränderungen, aber auch für den Kontakt mit so vielen anderen
       Menschen. Wir waren seit März 2020 fast durchgehend in Kurzarbeit. Man muss
       vieles wieder lernen, wenn man so lange aus dem Job raus war.
       Beispielsweise den Umgang mit den Automaten, an denen der Gast jetzt selbst
       das Gepäck aufgeben kann. Auch körperlich muss man fit sein, denn
       Passagierservice bedeutet auch viel Laufen und Auskunft geben im Terminal.
       
       Betreuen Sie im Moment vor allem Urlauber*innen? 
       
       Ja, aber dazu kommen auch Sonderereignisse: Diese Woche findet
       beispielsweise eine Libyen-Konferenz in Berlin statt. Viele fliegen über
       Hamburg ein. Dabei kümmern wir uns darum, dass die Staatsgäste aus dem
       Flieger in eine Fahrzeugkolonne oder einen Hubschrauber geleitet werden.
       Deren Gepäck leiten wir auch durch.
       
       Wie reagieren die Gäste jetzt insgesamt auf das Reisen unter
       Corona-Bedingungen? 
       
       Die allermeisten sind freundlich und jetzt sehr freudig auf den Urlaub. Die
       Menschen durften sich ja lange nicht bewegen und reisen. Nun ist die
       Stimmung richtig gut. An das Abstandhalten und Masketragen müssen wir kaum
       noch jemanden erinnern.
       
       24 Jun 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaja Weber
       
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