# taz.de -- Eine sehr kurze Stunde
       
       > Beim Thema Pandemiebekämpfung übt die Bürgerschaft den Schulterschluss
       > gegen die AfD
       
       Von Marco Carini
       
       Die Aktuelle Stunde zum Thema „Corona-Wahnsinn beenden – Hamburg wieder
       normal!“ dauerte nur 20 Minuten. Dann hatten die Bürgerschaftsabgeordneten
       von SPD, CDU, Grünen, Linken und FDP alles gesagt, was sie zu der von der
       AfD angemeldeten Debatte zu sagen hatten. Statt sich über den Sinn und
       Unsinn der Hamburger Pandemie-Regeln zu streiten, beließen es alle
       Redner*innen in ihren Kurzbeiträgen bei einem kräftigen AfD-Bashing und
       durchkreuzten damit den AfD-Plan, die anderen Parteien gegeneinander
       auszuspielen. Da keine Fraktion – wie sonst üblich – eine*n zweite*n
       Redner*in in die Bürgerschafts-Bütt schickte, war die Aktuelle Stunde so
       in Rekordzeit vorbei.
       
       „Der größte Wahnsinn in dieser Pandemie“ ist ihr Verhalten, ging der
       CDU-Abgeordnete Dennis Gladiator die AfD frontal an, für die Dirk Nockemann
       erneut die sofortige Beendigung aller Corona-Präventionsmaßnahmen gefordert
       und Hamburg für die „bundesweit längste und härteste Ausgangssperre“
       kritisiert hatte. Deniz Celik von der Linkspartei warf der AfD ein
       „instrumentelles Verhältnis zu den Grundrechten“ vor, die ja etwa für
       Geflüchtete nach AfD-Lesart nicht gelten sollten. Die Behauptung, die
       Pandemie, sei ein sehr begrenztes Problem, „verhöhne die Gestorbenen, deren
       Angehörige und auch das Personal auf den Intensivstationen“.
       
       Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen warf mit Hinblick auf die fehlende
       Pandemieprävention und hohe Inzidenzzahlen der AfD vor, sie nehme
       „ungarische Verhältnisse in Kauf“, und die FDP-Abgeordnete Treuenfels
       kritisierte die unangemessene „martialische Wortwahl“ der AfD, wenn diese
       etwa behaupte, der Senat wolle mit seiner Lockdown-Politik „den Mittelstand
       vernichten“.
       
       Die Differenzen der Parteien über die Senatspolitik und vor allem über die
       Länge der Ausgangssperre, die auch von Linken und FDP als nicht
       verhältnismäßig kritisiert wird, mussten da einmal außen vor bleiben –
       schließlich wollte niemand über das von der AfD hingehaltene Stöckchen
       springen.
       
       6 May 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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