# taz.de -- Armeniens Ministerpräsident: Paschinjan kündigt Rücktritt an
       
       > Nach monatelangem Druck lenkt Armeniens Regierungschef ein. Bis zu den
       > vorgezogenen Parlamentswahlen will er im Amt bleiben.
       
 (IMG) Bild: Nach Wochen der Kritik und des Protests will Paschinjan sein Amt niederlegen
       
       Jerewan afp/taz | Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan hat für
       April seinen Rücktritt angekündigt. Anschließend wolle er aber noch bis zur
       Parlamentswahl im Juni geschäftsführend im Amt bleiben, teilte er am
       Sonntag bei Facebook mit. Der umstrittene Regierungschef war nach dem Ende
       der Kämpfe mit dem Nachbarland Aserbaidschan [1][um die Kaukasusregion
       Bergkarabach] innenpolitisch massiv unter Druck geraten.
       
       Er hatte einer Waffenstillstandsvereinbarung zugestimmt, die für Armenien
       schwere Gebietsverluste bedeutete. Um die innenpolitische Krise zu beenden,
       hatte er vor zehn Tagen eine [2][vorgezogene Parlamentswahl] für den 20.
       Juni angekündigt.
       
       Immer wieder war es in den vergangenen Wochen und Monaten zu Protesten in
       der Hauptstadt Jerewan gekommen. Die Demonstranten hatten den Rücktritt der
       Regierung gefordert. Den hatte [3][Paschinjan stets angelehnt] und
       stattdessen eine härtere Gangart gegen die Opposition angekündigt.
       
       Paschinjan war im Jahr 2018 im Zuge der „Samtenen Revolution“ zur Macht
       gekommen. Zehntausende hatten ihm bei Kundgebungen auf dem Republik-Platz
       dazu verholfen.
       
       Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Region
       Berg-Karabach war vergangenen Herbst eskaliert. Bei den sechswöchigen
       Kämpfen, die mit einer von Russland vermittelten
       Waffenstillstandsvereinbarung endeten, wurden mehr als 6.000 Menschen
       getötet.
       
       28 Mar 2021
       
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