# taz.de -- Proteste in Belarus: Neue Aktionen, neue Festnahmen
       
       > Fast 250 Menschen wurden bei neuen Protesten in Belarus festgenommen. In
       > Minsk waren weit mehr Sicherheitskräfte als Demonstrierende auf den
       > Straßen.
       
 (IMG) Bild: Ausdauernde Opposition: Eine von vielen Festnahmen am Samstag in Minsk
       
       Minsk dpa | Bei neuen Protestaktionen in Belarus [1][gegen Machthaber
       Alexander Lukaschenko] sind Menschenrechtlern zufolge mindestens 245
       Menschen festgenommen worden. Nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna
       vom Sonntag gab es die meisten Festnahmen in der Hauptstadt Minsk. Die
       Behörden hatten zuvor noch von mehr als 100 Festgenommenen gesprochen. Die
       Opposition hatte für Samstag größere Proteste angekündigt.
       
       Fotos und Videos zeigten, dass Menschen nur in kleineren Gruppen oder
       allein auf den Straßen unterwegs waren. Die Opposition schrieb im
       Nachrichtenkanal Telegram, dass es nicht gelungen sei, viele Menschen zu
       mobilisieren. Die Polizei war vor allem in Minsk mit einem großen Aufgebot
       vor Ort. Zu sehen waren viele Gefangenentransporter. Medien berichteten von
       [2][wahllosen Festnahmen] auf Straßen und Plätzen.
       
       Über den Winter hatte es keine größeren Protestaktionen mehr gegeben – auch
       aus Angst vor Polizeigewalt. Erst am Donnerstag gingen [3][zum sogenannten
       Tag der Freiheit] erstmals wieder Hunderte Menschen gegen Lukaschenko auf
       die Straße. Die Behörden sprachen von mehr als 200 Festnahmen. Ermittelt
       wurde danach zudem gegen Autofahrer, die aus Solidarität mit den
       Demonstranten auf der Straße gehupt hatten.
       
       Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August
       hatten Hunderttausende Menschen den Rücktritt Lukaschenkos und Neuwahlen
       gefordert. Die Polizei ging brutal gegen Demonstranten vor und nahm
       Zehntausende fest. Der als „letzter Diktator Europas“ kritisierte
       Staatschef hatte sich nach 26 Jahren an der Macht erneut zum Sieger
       erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Er
       stützt sich auf Russland als Verbündeten.
       
       28 Mar 2021
       
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