# taz.de -- Kritik an Selbsttests in Schulen: Kein Konzept beim Testkonzept
       
       > Kinderschutzbund und Lehrer-Gewerkschaft GEW kritisieren Pflicht zum
       > Selbsttest in Schulen. Es fehle an Personal und psychologischer
       > Begleitung.
       
 (IMG) Bild: Erst testen, dann weiter den Kopf zerbrechen: Corona-Selbsttests in der Schule
       
       Berlin taz | Der Protest gegen eine Testpflicht für SchülerInnen in den
       Berliner Schulen wird lauter. Der Geschäftsführer des Berliner
       Kinderschutzbundes, Christian Namann, sagte am Mittwoch gegenüber der
       Deutschen Presseagentur zwar, eine Testpflicht sei „grundsätzlich zu
       begrüßen“, allerdings lasse das Testkonzept viele Fragen offen: „Kinder
       haben Ängste und sind bei einem positiven Testergebnis im Klassenraum
       großer Scham ausgesetzt“, so Neumann. Dem Schulpersonal werde das
       Testergebnis vertraulich und mündlich mitgeteilt – das gleiche Recht müsse
       aber auch für Kinder und Jugendliche gelten.
       
       Ab Montag sollen sich SchülerInnen unter Aufsicht einer Lehrkraft zweimal
       pro Woche selbst in den Schulen testen. Bisher sollten die Kinder und
       Jugendlichen die [1][Selbsttests zweimal pro Woche zu Hause] durchführen.
       
       Für GrundschülerInnen gibt es die Selbsttests, bei denen ein Abstrich aus
       dem vorderen Teil der Nase genommen wird, ohnehin erst seit dieser Woche.
       OberstufenschülerInnen testen sich bereits seit Mitte März selbst. Die
       Klassen 7 bis 9 sind bisher noch im Homeschooling und kommen erst am Montag
       wieder in die Schulen zurück – wenn auch die Testpflicht in der Schule
       gilt. Wer sich einem Test verweigert, muss im Homeschooling weiterlernen:
       In Berlin ist, anders als in Brandenburg, die Präsenzpflicht in den Schulen
       ausgesetzt.
       
       Die Lehrergewerkschaft GEW fordert personelle Unterstützung für die
       Lehrkräfte, die das Testen beaufsichtigen sollen. „Gerade Grundschulkinder
       brauchen bei der Durchführung der Tests viel Hilfe“, sagte der Berliner
       Landesvorsitzende Tom Erdmann. „Wir raten unseren Mitgliedern, alles, was
       über das reine Beaufsichtigen beim Testen hinausgeht, abzulehnen“, hieß es
       von der Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und
       Tarifpolitik, Anne Albers.
       
       ## „Notbremse“ bei 200er-Inzidenz?
       
       Zudem fordert die Gewerkschaft, dass SchülerInnen als Ersatz für den Test
       im Klassenzimmer auch von zu Hause mitgebrachte Negativtests am Schultor
       vorzeigen können müssten.
       
       Kommende Woche will der Bund eine verbindliche [2][Corona-„Notbremse“ für
       die Länder] beschließen. Die aktuelle Beschlussvorlage sieht vor, ab einer
       7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Fällen pro 100.000 EinwohnerInnen Schulen
       wieder zu schließen. In Berlin liegt die Inzidenz bei 127,6. Seit Ende
       Februar sind die jüngsten GrundschülerInnen und Abschlussklassen wieder im
       Wechselunterricht. Kommenden Montag folgen mit den Siebt- bis
       NeuntklässlerInnen die letzten Jahrgänge.
       
       Die GEW kritisierte, die 200er-Marke sei zu hoch angesetzt, und fordert,
       bereits ab einer Inzidenz von 100 den Schulen die Möglichkeit zu geben, zum
       Distanzunterricht zurückzukehren.
       
       14 Apr 2021
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Anna Klöpper
       
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