# taz.de -- Camembert, Président!
       
       > Die allerallerletzten Tage von Trumpi (1)
       
 (IMG) Bild: Zeichnung: Rattelschneck
       
       Mit Konstruktivität hatte er es all die vier Jahre nicht gehabt. Mit
       Destruktivität schon. Auf den letzten Metern kam Trumpi, hoch zu Lok
       sitzend, eine Idee. Die erste konstruktive Idee seines Lebens sozusagen.
       „Chapeau, mon Président!“, murmelte er vor sich hin, „Chapeau, mon
       Président!“. Es waren dies die einzigen drei Wörter auf französisch, die er
       kannte. Eine Varieté-Tänzerin hatte sie ihm in Las Vegas Nachmittage lang
       zu Anfang seiner Präsidentschaft ins Ohr geflüstert. „Chapeau, mon
       Président!“. Ach, was waren das schöne Arbeitstage gewesen! Selige Zeiten,
       auch die Frisur hatte noch gesessen. Vorbei, vorbei, klar wie Kloßbrühe war
       das; selbst ihm, Trumpi, war das klar. Was bloß sollte aus ihm werden? Er
       wollte doch nur im Geschäft bleiben, tröööt! Da durchzuckte es ihn: „Ich
       mache meine eigene Käsemarke! Camembert Président: Mein Zukunftslabel!“
       Trumpis Torso griff nach dem Telefonhörer. „Hallo, hallo, lassen Sie den
       Markennamen Camembert Président schützen! Wird’s bald!“ In der Leitung
       knackte es. Trumpi konnte es nicht fassen. „Waaas?“, trötete er wütend in
       die Leitung, „diese Käsemarke gibt es schon auf dem Markt??“
       
       12 Jan 2021
       
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