# taz.de -- Demokraten nach der US-Wahl: Mehrheit im Repräsentantenhaus
       
       > Mit mindestens 218 von 435 halten die Demokraten eine knappe Mehrheit im
       > US-Repräsentantenhaus. Sprecherin Nancy Pelosi spricht von einem
       > „Hammer“.
       
 (IMG) Bild: Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi: „Wir haben den Hammer, wir haben den Hammer“
       
       Washington ap | Die US-Demokraten haben auch zwei weitere Jahre die
       Mehrheit im Repräsentantenhaus. Laut Daten der Nachrichtenagentur AP
       bekamen sie [1][bei der Wahl vergangene Woche] mindestens 218 der 435
       Sitze. Die Partei könnte noch einige weitere Sitze bekommen, wenn alle
       Stimmen ausgezählt sind, jedoch zeichnete sich ab, dass ihre bisherige
       Mehrheit von 232 zu 197 Stimmen schrumpfen würde.
       
       Es ist erst das zweite Mal seit 1995, dass die Demokraten die Kammer vier
       Jahre in Folge kontrollieren. Damals hatten die Republikaner 40 Jahre
       demokratische Dominanz in der Kammer beendet. Die Demokraten hatten vor der
       Wahl gehofft, ihre Mehrheit sogar um etwa 15 Sitze ausbauen zu können,
       mussten sich teilweise jedoch „beinahe unüberwindbaren“ Stimmen der
       Republikaner geschlagen geben, wie Nancy Pelosi sagte, Sprecherin der
       Kammer.
       
       „Wir haben den Hammer, wir haben den Hammer“, sagte Pelosi am Dienstag
       (Ortszeit). Vergangene Woche hatte sie Reportern gesagt, „wir haben einige
       Schlachten verloren, aber wir haben den Krieg gewonnen“.
       
       Eine knappe Mehrheit kann bei Pelosi für Kopfweh sorgen, weil jede
       entschlossene Gruppe von Abgeordneten sie unter Druck setzen kann, welche
       Gesetze in Erwägung gezogen werden sollten. Manchmal führt eine knappe
       Mehrheit jedoch auch zu einer vereinteren Partei, weil ihre Mitglieder
       wissen, dass sie zusammenhalten müssen, um etwas zu erreichen. Ob Pelosi
       Vorsitzende bleiben würden, war derweil unklar.
       
       ## Republikaner „energetischer als je zuvor“
       
       Auch wenn der Demokrat Joe Biden die Präsidentschaftswahl gewonnen hat,
       zeichnete sich [2][im Senat erneut eine Mehrheit der Republikaner] ab. Das
       würde die Demokraten zwingen, bei Themen wie der Krankenversicherung,
       Infrastruktur und anderem Kompromisse mit den Republikanern zu suchen.
       
       Für die Republikaner sind die Ergebnisse aus dem Repräsentantenhaus
       ermutigend. Sie glauben, dass sie nun in einer starken Position für die
       Zwischenwahlen 2022 sind und dann die Kontrolle über die Kammer erlangen
       könnten. Sie stärkten ihre geringe Zahl an weiblichen Abgeordneten von 13
       auf mindestens 26, ein Rekord für die Partei, wie das Zentrum für
       Amerikanische Frauen und Politik an der Rutgers Universität mitteilte.
       
       Auch Minderheiten seien stärker vertreten als zuvor. „Die republikanische
       Koalition ist größer, diverser, energetischer als je zuvor“, sagte der
       Minderheitsführer, der Republikaner Kevin McCarthy, nach der Wahl.
       
       11 Nov 2020
       
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