# taz.de -- heute in bremen: „Viele von ihnen leiden unter Durchfall“
       
       Interview Simone Schnase
       
       taz: Herr Kreutzer, was denken Sie, wie vielen Menschen bekannt ist, was es
       mit dem heutigen Welttoilettentag auf sich hat? 
       
       Konrad Kreutzer: Ich schätze, nicht mehr als zehn Prozent. Dabei gibt es
       den Tag bereits sei 2001 und 2013 ist er offiziell auch von der UN zum
       Welt-Toiletten-Tag der Vereinten Nationen erklärt worden. Den Weltwassertag
       im März kennen mehr Menschen.
       
       Dabei geht es um ein sehr ernsthaftes Problem …
       
       Ja: Der World Toilet Day weist darauf hin, dass es weltweit rund zwei
       Milliarden Menschen gibt, die über keine sanitäre Grundversorgung verfügen.
       Diese Menschen haben keine Toilette oder keine Möglichkeit, ihr Wasser zu
       säubern oder sauber zu halten. Viele von ihnen leiden unter chronischen
       Durchfallerkrankungen.
       
       Was kann ein Kneipenquiz da tun? 
       
       Es kann auf das Problem aufmerksam machen. Wir werden ungefähr 30 Fragen
       stellen, die sich alle sowohl ernsthaft als auch lustig um das Thema
       drehen. Und die Gewinner bekommen Preise aus dem Shop von Goldeimer.
       
       Wer oder was ist Goldeimer? 
       
       Goldeimer gehört zum Verein Viva con Agua, den viele ja von Festivals
       kennen. Angefangen hat Goldeimer mit Komposttoiletten auf Festivals.
       Mittlerweile gibt es auch Goldeimer-Klopapier, das zum Beispiel bei Rewe
       verkauft wird und dessen Erlös in Projekte fließt, die Menschen Zugang zu
       Toiletten, Wasser und Seife verschaffen.
       
       Und für Goldeimer können die Quiz-TeilnehmerInnen auch spenden? 
       
       Klar, das können sie, wenn sie wollen. In erster Linie geht es beim Quiz
       aber darum, dass die Leute auf das Thema aufmerksam gemacht werden – und
       dass sie Spaß haben!
       
       Heute findet ja schon das sechste Online-Quiz der BUND-Jugend statt – war
       das eine „Corona-Geburt“? 
       
       Nein, das erste Quiz fand vor dem Lockdown statt. Aber weil die
       Freiwilligen der BUND-Jugend jung und internetaffin sind, hat das dann auch
       online so gut funktioniert, dass wir weitergemacht haben. Wir haben
       mittlerweile eine richtige Fanbase aus Menschen in jedem Alter. Aber
       apropos Corona: Ich werde richtig sauer, wenn ich die Leute sehe, die auf
       die Straße gehen, weil sie keine Masken tragen oder die Einschränkungen
       nicht akzeptieren wollen. Was ist schlimmer: Ein Lockdown ohne Events oder
       ein Lockdown ohne Toilette?
       
       19 Nov 2020
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schnase
       
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