# taz.de -- edition le monde diplomatique n° 28: Flugscham, Stau und Handelsrouten
       
       Ein Heft zur Mobilität in Zeiten des Stillstands? Das hatten wir uns anders
       vorgestellt. Das Thema der neuen Edition Le Monde diplomatique, die am 13.
       Oktober erscheint, stand schon lange fest, als die Coronapandemie im
       Frühjahr für leergefegte Straßen, verlassene Bahnhofshallen und verwaiste
       Check-in-Schalter sorgte.
       
       Alles über den Haufen werfen? Keine Option. Und schon bald zeigte sich,
       Stillstand und Raserei – das wusste schon der Geschwindigkeitstheoretiker
       Paul Virilio – sind keineswegs Gegensätze, die sich ausschließen. Während
       der weltweite Flugverkehr zeitweise um 70 Prozent einbrach,
       Kreuzfahrtschiffe zu Infektionsherden wurden und ein beträchtlicher Teil
       der globalen Handelsflotte vor Anker gehen musste, schickte SpaceX von Elon
       Musk als erstes Privatunternehmen Menschen ins All. Und im
       brandenburgischen Grünheide legte Tesla, Musks andere Firma, den Grundstein
       für eine riesige Fabrik für Elektroautos. Linienflüge zum Mars und
       elektrobetriebene SUVs in Raumschiffoptik?
       
       Es gibt zum Glück auch noch ein paar andere Ideen, wie die Mobilität der
       Zukunft in Anbetracht der bereits allgegenwärtigen Klimakrise aussehen
       könnte. taz-Redakteurin Beate Willms stellt im neuen Editionsheft urbane
       Seilbahnen als Alternative für den Nahverkehr vor. In deutschen Städten
       noch wenig verbreitet, ergänzen sie in Lateinamerika vielerorts schon Bus
       und Bahn.
       
       Und dass in Berlin die provisorischen Pop-up-Radwege zur Gerichtssache
       wurden, darüber kann man in der Weltfahrradhauptstadt Kopenhagen
       wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Philippe Descamps, Redakteur von Le
       Monde diplomatique in Paris, berichtet von immergrünen Ampeln und
       Schnellstraßen für Radler*innen.
       
       Und wie steht es eigentlich um das einfachste aller Fortbewegungsmittel,
       das Zu-Fuß-Gehen? Während coronabedingte Abstandsregeln dem Wandern und
       Spazierengehen hierzulande zu neuer Beliebtheit verhalfen, wird es in
       anderen Weltgegenden bisweilen zu einem gefährlichen Unterfangen. Der
       britische Schriftsteller Robert Macfarlane nimmt uns mit ins
       Westjordanland, zum „Wandern zwischen Checkpoints“.
       
       Ein zusätzlicher Bonus: Die Edition erscheint dieses Mal mit besonders
       vielen Karten und Grafiken von unserem Artdirector Adolf Buitenhuis, der
       sonst für die Gestaltung des Atlas der Globalisierung verantwortlich
       zeichnet. Anna Lerch
       
       Die neue Edition LMd – ab 13. 10. überall im Handel erhältlich:
       
       monde-diplomatique.de/edition-lmd
       
       2 Oct 2020
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Lerch
       
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