# taz.de -- Demonstrationen für Hausbesetzer*innen: Krawall in Leipzig
       
       > Nachdem die Polizei zwei Hausbesetzungen beendet hat, ist es in Leipzig
       > zu Demonstrationen und Ausschreitungen gekommen. Die Politik reagiert
       > schockiert.
       
 (IMG) Bild: Kommen Hausbesetzer*innen, kommen meist kurz danach auch behelmte Menschen
       
       Leipzig dpa | An zwei Abenden in Folge ist es in Leipzig zu Ausschreitungen
       gekommen. Die Demonstrationen am Donnerstag- und Freitagabend waren
       Reaktionen auf zwei Hausbesetzungen in Leipzig, die jeweils von der Polizei
       beendet worden waren.
       
       Aus den teils aggressiven Aufzügen im Leipziger Osten und [1][im Stadtteil
       Connewitz] heraus warfen Vermummte Steine und Flaschen auf die Polizei.
       Mehrere Beamt*innen wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Zudem
       wurden mehrere Autos beschädigt. Während des Einsatzes am Freitagabend
       fuhren zwei Polizeiwagen im Steinhagel mit relativ hoher Geschwindigkeit
       aufeinander auf. Barrikaden aus angezündeten Mülltonnen legten den
       Straßenbahnverkehr lahm. Die Polizei setzte Tränengas ein. Festnahmen gab
       es am Freitagabend laut Polizei nicht.
       
       Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verurteilte die Gewalt mutmaßlicher
       Linksextremer am Samstag „aufs Schärfste“. Sachsens Innenminister Roland
       Wöller (CDU) nannte die Angriffe auf Polizist*innen nicht hinnehmbar und
       forderte härtere Strafen. Die Leipziger Grünen-Bundestagsabgeordnete
       [2][Monika Lazar schrieb auf Twitter], Gewalt sei keine Lösung und
       kontraproduktiv in der Debatte um bezahlbare Mieten.
       
       ## Innenminister fordert härtere Strafen
       
       Mit den Besetzungen und den gewalttätigen Auseinandersetzungen habe die
       Debatte um bezahlbaren Wohnraum einen schweren Rückschlag erlitten,
       erklärte Rathauschef Jung am Samstag. „Man schafft keinen Wohnraum, indem
       man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet.“ Die wichtige
       Wohnraumdebatte werde nun deutlich schwerer, denn jetzt müsse erst verloren
       gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Leipzig kämpft wie andere
       Großstädte auch mit [3][steigenden Mieten und Verdrängungsdruck].
       
       Innenminister Wöller kündigte an, sich für schärfere Strafen bei Gewalt
       gegen Polizist*innen einzusetzen. Die jüngsten Vorgänge zeigten, dass es
       nur noch um rohe Gewalt gegen Menschen und Sachen gehe, erklärte er.
       „Insbesondere gezielte Angriffe auf Polizeibeamte haben ein unerträgliches
       Ausmaß erreicht und sind nicht hinnehmbar.“ Bei einem tätlichen Angriff auf
       Vollstreckungsbeamt*innen liegt das Mindeststrafmaß derzeit bei drei
       Monaten. Wöller sprach sich dafür aus, es auf sechs Monate heraufzusetzen.
       
       Auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag,
       Thorsten Frei, sprach sich für ein höheres Strafmaß aus. Die Gesellschaft
       müsse sich stärker schützend vor die Sicherheitskräfte stellen.
       
       Die Leipziger Grünen verurteilten die Steinwürfe und brennenden Barrikaden
       scharf. Allerdings müsse man sich mit den Ursachen der Besetzungen und der
       Randale auseinandersetzen. Leerstehende Häuser dürften keine
       Spekulationsobjekte sein.
       
       Unterdessen bereitete sich die Polizei am Samstag auf einen weiteren
       Einsatz vor. Am Abend sei im Stadtteil Connewitz eine Demonstration unter
       dem Motto „Kämpfe verbinden – Für eine solidarische Nachbar*innenschaft“
       angemeldet, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Stadt wurden dafür 100
       Teilnehmer angekündigt.
       
       5 Sep 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Gewalt-in-Leipzig-Connewitz-an-Silvester/!5650003
 (DIR) [2] https://twitter.com/monikalazar/status/1301972822449950720
 (DIR) [3] /Kampf-gegen-Mietenexplosion/!5635030
       
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