# taz.de -- Kritik an Donald Trump: Obama und Harris rechnen ab
       
       > Auf dem Parteitag der Demokraten finden Barack Obama und Kamala Harris
       > harte Worte. Trumps Präsidentschaft habe Leben gekostet.
       
 (IMG) Bild: Ex-Präsident Barack Obama beim virtuellen Parteitag: „Demokratische Institutionen bedroht wie nie“
       
       Wilmington afp | Die oppositionelle [1][US-Vizepräsidentschaftskandidatin
       Kamala Harris] ist in ihrer Nominierungsrede hart mit Präsident Donald
       Trump ins Gericht gegangen. „Donald Trumps Führungsversagen hat Leben und
       Existenzen gekostet“, sagte Harris am Mittwochabend (Ortszeit) beim
       virtuellen Parteitag der Demokraten. Ex-Präsident Barack Obama bezeichnete
       Trump als Gefahr für die Demokratie – und warb für seinen einstigen
       Stellvertreter [2][Joe Biden, der den Amtsinhaber am 3. November
       herausfordert].
       
       „Wir befinden uns an einem Wendepunkt“, sagte Harris in ihrer Rede, die sie
       in Bidens Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware hielt. Sie warf
       Trump „Inkompetenz“ und „Herzlosigkeit“ vor. „Wir haben jetzt einen
       Präsidenten, der aus unseren Tragödien politische Waffen macht“, sagte die
       Senatorin mit jamaikanisch-indischen Wurzeln. Biden werde dagegen „ein
       Präsident, der uns alle zusammenbringen wird“.
       
       Die 55-Jährige bekräftigte die Werte „Anstand und Fairness, Gerechtigkeit
       und Liebe“ und kündigte einen entschlossenen Wahlkampf an: „Bei dieser Wahl
       haben wir die Chance, den Gang der Geschichte zu verändern“, sagte Harris.
       „Lasst uns mit Überzeugung kämpfen. Lasst uns mit Hoffnung kämpfen. Lasst
       uns mit Vertrauen in uns kämpfen.“ Bei einem Wahlsieg würde Harris
       Geschichte schreiben – als erste Frau und erste Afroamerikanerin würde sie
       Vizepräsidentin der USA.
       
       Vor Harris hatte Obama seine Parteitagsrede gehalten. „Ich hatte gehofft,
       dass Donald Trump zum Wohle unseres Landes Interesse daran zeigen könnte,
       den Job ernst zu nehmen; dass er das Gewicht des Amtes spüren und Ehrfurcht
       für die Demokratie entdecken könnte, die in seine Obhut gelegt wurde“,
       sagte der erste schwarze Präsident der US-Geschichte. „Aber das hat er
       nie.“
       
       ## 170.000 Corona-Tote in den USA
       
       Der Republikaner behandle die Präsidentschaft „wie eine weitere
       Reality-Show, die er nutzen kann, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, nach
       der er sich sehnt“, kritisierte Obama. „Donald Trump ist nicht in den Job
       hineingewachsen, weil er es nicht kann.“
       
       Das habe ernsthafte Konsequenzen: [3][In der Coronapandemie seien in den
       USA 170.000 Menschen gestorben], Millionen Menschen hätten ihren Job
       verloren, der Ruf der USA habe weltweit Schaden genommen, und „unsere
       demokratischen Institutionen sind bedroht wie nie zuvor“.
       
       „Heute Abend rufe ich euch auf, an die Fähigkeit von Joe und Kamala zu
       glauben, diese Land aus dunklen Zeiten zu führen und besser neu
       aufzubauen“, sagte Obama.
       
       Der 77-Jährige Biden wird seine Nominierungsrede am Donnerstag zum
       Abschluss des viertägigen Parteitags halten. In den Umfragen liegt er
       derzeit vor dem drei Jahre jüngeren Präsidenten. Die Demokraten müssen aber
       viele Wähler mobilisieren, wollen sie Trump aus dem Weißen Haus verdrängen,
       vor allem in den heiß umkämpften Schlüsselstaaten.
       
       20 Aug 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Bidens-Vize-Kamala-Harris/!5707020
 (DIR) [2] /Parteitag-der-US-Demokraten/!5708571
 (DIR) [3] /Corona-Krise-in-den-USA/!5703439
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Barack Obama
 (DIR) US-Wahl 2024
 (DIR) Joe Biden
 (DIR) Kamala Harris
 (DIR) US-Demokraten
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) US-Wahl 2024
 (DIR) US-Demokraten
 (DIR) US-Wahl 2024
 (DIR) US-Demokraten
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Wahlkampf in den USA: Das Entscheidende fehlt
       
       Joe Biden setzt im beginnenden Wahlkampf auf die Versöhnung des Landes.
       Dabei braucht es jetzt Leidenschaft und Parteilichkeit.
       
 (DIR) Parteitag der DemokratInnen in den USA: Durchinszenierte Alternative
       
       Die US-DemokratInnen beginnen ihren virtuellen Parteitag mit Reden von
       Michelle Obama und Bernie Sanders – und Breitseiten gegen Donald Trump.
       
 (DIR) Erster Auftritt von Biden und Harris: Zwei gegen Donald Trump
       
       Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt zeigen sich
       US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden und seine Vize Kamala Harris
       selbstbewusst und kämpferisch.
       
 (DIR) Bidens Vize Kamala Harris: Divers wie die USA
       
       Die US-Demokratin Harris ist schwierig einzuordnen und wechselhaft in ihren
       Positionen. Gerade das dürfte sie für Joe Biden interessant gemacht haben.