# taz.de -- Hetze gegen Homosexuelle: Anklage gegen Hassprediger
       
       > Die Bremer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Pastor Olaf Latzel –
       > wegen Volksverhetzung. Er hatte Schwulen den Tod gewünscht.
       
 (IMG) Bild: Der Bremer Pastor Olaf Latzel ist wegen Volksverhetzung angeklagt
       
       BREMEN taz | Gegen den Pastor der St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, erhebt
       die Bremer Staatsanwaltschaft Klage wegen Volksverhetzung. [1][Latzel hatte
       Homosexualität 2019 während eines „Eheseminars“ unter anderem als
       „todeswürdig“ bezeichnet]. Eine mittlerweile gelöschte Audiodatei mit
       dieser und anderen homophoben Aussagen stellte er monatelang auf Yotube der
       Öffentlichkeit zur Verfügung.
       
       „Die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens haben uns gezeigt, dass nach
       Auffassung der Staatsanwaltschaft der Tatbestand der Volksverhetzung
       vorliegt“, sagt Oberstaatsanwalt Frank Passade.
       
       Einige der Aussagen des Pastors sieht die Staatsanwaltschaft Bremen als
       geeignet, „den öffentlichen Frieden zu stören“ und zu Hass gegen Teile der
       Bevölkerung aufzustacheln, die „von der angeblich allein richtigen
       zweigeschlechtlichen und heterosexuellen Norm abweichen“. Außerdem seien
       die Äußerungen des Pastors auch ein Angriff auf die Menschenwürde dieser
       Gruppierungen.
       
       In der Vergangenheit [2][hatte Latzel Buddhisten, Katholiken und Muslime
       diffamiert] und 2008 einer Pastorin die Kanzel verwehrt, weil er die
       Ordination von Frauen ablehnt. Gegen ihn wurde schon öfter ermittelt,
       allerdings hat bisher keine der Ermittlungen zu einer Anklage geführt. Dass
       sich dies nun ändert, könnte auch an der besonders heftigen Sprache aus dem
       „Eheseminar“ liegen: Homosexuelle und der „Genderdreck“ seien „ein Angriff
       auf Gottes Schöpfungsordnung“, sagte Latzel dort und sprach von der
       „teuflischen Homolobby“.
       
       ## Latzel darf nicht mehr auf die Kanzel
       
       Gegenwind bekommt der Pastor mittlerweile auch von seinem Arbeitgeber. Die
       Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat bereits Mitte Mai ein
       Disziplinarverfahren gegen Latzel eröffnet. Das wird nun aufgrund der
       Anklage ausgesetzt. Der Pastor darf aber schon jetzt nicht mehr auf die
       Kanzel. Es gebe eine einstweilige Verfügung der BEK, sagte
       Kirchenvorstandsmitglied Michael Franke in einem Video der
       [3][Martini-Gemeinde] am Mittwoch.
       
       Auf Youtube, wo Latzel 19.700 Abonnenten hat, gab der Pastor Ende April
       eine Erklärung ab. Um dem Vorwurf der Homophobie zu begegnen, sagte er,
       dass alle Menschen Sünder seien. Manche Sünden wie etwa Homosexualität
       seien in der Bibel allerdings klar definiert. In seiner Gemeinde seien
       Homosexuelle wie alle anderen sündige Menschen willkommen. Wichtig sei,
       dass man Ja zum Sünder sage, aber Nein zur Sünde.
       
       2 Jul 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Strafantrag-gegen-evangelikalen-Pastor/!5679902
 (DIR) [2] /Poebelnder-Gottesmann/!5021952
 (DIR) [3] https://st-martini.net/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lukas Scharfenberger
       
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