# taz.de -- Was fehlt...: ... sechs Nullen
Nach einiger Verwirrung um den österreichischen Staatshaushalt hat
Finanzminister Gernot Blümel von der konservativen ÖVP am Freitag einen
Misstrauensantrag gegen sich überstanden. Die Abstimmung über den Haushalt
war am Donnerstagabend vertagt worden, weil im entscheidenden Antrag bei
den Zahlen der Hinweis „in Millionen Euro“ fehlte. Das genehmigte Budget
hätte bei einer Annahme des Antrags dann lediglich 102.000 Euro umfasst –
statt 102 Milliarden Euro. Nach Angaben der österreichischen
Nachrichtenagentur apa herrschte im Parlament „Fußballplatz-Stimmung“, als
der Opposition der Fehler auffiel.
Die Regierungsparteien ÖVP und Grüne haben nun am Freitagmorgen einen
korrigierten Antrag mit ihrer Mehrheit im Parlament beschlossen. Über das
Budget war in den vergangenen Tagen bereits heftig gestritten worden, da
das Finanzministerium im ursprünglichen Entwurf nur die vor der Coronakrise
geplanten Zahlen enthielt.
Erst am Mittwochabend ergänzte Finanzminister Blümel den Entwurf,
allerdings auch da nur um wenige Details. Beim Misstrauensantrag am Freitag
stimmte daher die gesamte Opposition bestehend aus SPÖ, FPÖ und den
liberalen Neos gegen Blümel, die Regierungsmehrheit stützte den 38-Jährigen
aber.
Ähnlich wie in anderen Staaten hat auch in Österreich die Regierung in der
Corona-Krise umfangreiche Hilfspakete vor allem für die Wirtschaft
angekündigt. Bereits Mitte März teilte Österreichs Bundeskanzler Sebastian
Kurz mit, dass die Wirtschaft des Landes mit 38 Milliarden Euro gestärkt
werden soll. (dpa)
29 May 2020
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