# taz.de -- Was fehlt...: ... die Kirche im Dorf
Wenn die Gläubigen sich nicht in die Kirche trauen, kommt die Kirche eben
zu ihnen! Dorfpastorin Corinna Weißmann-Lorenzen aus Bokhorst (Kreis Plön,
Schleswig-Holstein) tuckert am kommenden Pfingstsonntag mit dem Trecker
über ihre Dörfer und bringt Pfingsten zu den Menschen.
Am Sonntag möchte Sie Beten im Akkord anbieten: „In den Orten, die zu
meiner Kirchengemeinde gehören, halten wir dann jeweils eine Andacht, so
etwa 20 Minuten lang“, kündigte die Pastorin an. Ihre göttliche Tour wird
dabei sogar von Musik begleitet – auf dem Hänger werden Mitglieder des
Posaunenchors die Gemeinde anheizen. Predigen will sie dann von der
Schaufel eines Frontladers. Los geht's um 9 Uhr vor der Kirche in Bokhorst,
dann fährt der Gottesdienst-Trecker über Neuenrade, Großharrie und
Schillsdorf nach Schipphorst.
Stopp macht die Pastorin auf den zentralen Plätzen der Dörfer. „Wer mag,
kann dort hinkommen und mit uns feiern.“ Sie könne gut verstehen, wenn es
vielen Menschen wegen der Coronagefahr noch nicht ganz geheuer sei, zu
Pfingsten einen regulären Gottesdienst zu besuchen, sagte Pastorin
Weißmann-Lorenzen. Der traditionelle Pfingstgottesdienst auf der Wiese an
der Predigerau fällt Corona-bedingt aus, weil die Abstände voraussichtlich
zu gering sind. „So kamen wir auf die Idee, mit dem Trecker zu den Menschen
zu fahren und vor Ort Gottesdienst zu feiern.“ (epd/taz)
28 May 2020
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