# taz.de -- +++ Corona News vom 28. Mai +++: Robbenjagd fast komplett ausgesetzt
       
       > Statt wie letztes Jahr 30.000 wurden in Kanada dieses Jahr nur 388
       > Jungrobben gejagt. Frankfurter Buchmesse findet statt. Die Nachrichten
       > zum Coronavirus im Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Die Gewinner der Pandemie: Zehntausende Robben, die nicht gejagt wurden
       
       Den Live-Ticker bearbeitet [1][Klaudia Lagozinski].
       
       EU-Kommission: Hilfsfonds ohne harte Auflagen 
       
       15.28 Uhr: Anders als bei den Rettungsprogrammen in der Finanzkrise will
       die EU-Kommission bei ihrem [2][massiven Hilfsfonds] in der Krise
       Empfängerländer nicht auf harte Bedingungen und Auflagen zur
       Haushaltsführung verpflichten. „Dies ist kein Anpassungsprogramm mit einem
       anderen Namen“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Es werde auch
       „keine Troika“ geben, die es überwache.
       
       Die EU-Kommission hatte am Mittwoch einen Wiederaufbauplan von 750
       Milliarden Euro vorgeschlagen, um Europa schnell wieder aus der Rezession
       zu holen. Dabei sollen vor allem betroffene Länder wie Italien und Spanien
       unterstützt werden, die geringe nationale Haushaltsspielräume haben, um
       Konjunkturprogramme aufzulegen. Zwei Drittel der Mittel sollen dabei als
       Zuschüsse fließen, der Rest als Kredite.
       
       Gentiloni machte klar, dass die Hilfe zeitlich befristet ist. Mindestens 60
       Prozent der als nicht rückzahlbare Zuschüsse fließenden Gelder sollten bis
       Ende 2022 für konkrete Projekte vereinbart sein, sagte er. Der Rest dann
       bis Ende 2024. Auch Kredite könnten nur „spätestens bis Ende 2024“
       beantragt werden. (afp)
       
       ## Abnahmen für Berliner Corona-Notfallklinik abgeschlossen
       
       15.18 Uhr: Die Formalitäten für den Betrieb des
       [3][Corona-Notfallkrankenhauses auf dem Messegelände in Berlin] sind
       erfüllt. „Die Reihe von Abnahmen bestätigt nur, was wir immer gesagt haben:
       Das Behandlunsgzentrum Jafféstraße war und ist im Notfall betriebsbereit“,
       sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung auf Anfrage. Der
       „Tagesspiegel“ (online) hatte zuvor berichtet, dass nun die ersten 84
       Betten belegt werden könnten.
       
       Schon bei der Eröffnung vor rund zwei Wochen war absehbar, dass die Betten
       momentan nicht gebraucht werden. Sukzessive könnten in der umfunktionierten
       Messehalle 500 Infizierte behandelt werden, sollten die Berliner
       Krankenhäuser wegen der Pandemie an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Mit
       Stand vom Mittwochabend sind laut Gesundheitsverwaltung 4,4 Prozent der
       Berliner Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. (dpa)
       
       ## Johnson-Berater Cummings geht wohl straffrei aus
       
       14.55 Uhr: Der engste Berater des britischen Premierministers Boris
       Johnson, [4][Dominic Cummings], geht wegen seiner Verstöße gegen die
       Ausgangssperre wohl straffrei aus. Die Polizei erklärte, Cummings habe wohl
       gegen Corona-Regeln verstoßen, als er mit seiner Frau und seinem Sohn ein
       Schloss in der Nähe seines Elternhauses besucht habe. Sie werde deswegen
       aber keine rechtlichen Schritte einleiten. Es handle sich um einen
       geringfügigen Verstoß gegen die Vorschriften, weil Cummings die
       Abstandsregeln eingehalten habe. Ein Regierungssprecher erklärte, damit sei
       der Fall abgeschlossen. Cummings war Ende März mit seiner mit dem
       Coronavirus infizierten Frau und seinem Sohn im Auto 400 Kilometer weit
       durch England nach Durham zu seiner Familie gefahren und hatte dort den
       Ausflug zu dem Schloss unternommen. Das hatte eine heftige Debatte
       ausgelöst. (rtr)
       
       ## Bierabsatz im April um gut 17 Prozent eingebrochen
       
       14.49 Uhr: Die Krise hat mit geschlossenen Lokalen und Absagen großer
       Volksfeste den Bierabsatz einbrechen lassen. Im April 2020 setzte die
       deutsche Brauwirtschaft 17,3 Prozent weniger alkoholhaltiges Bier als im
       gleichen Monat des Vorjahres ab, wie das Statistische Bundesamt auf der
       Basis der Biersteuer mitteilte. (dpa)
       
       ## Frankfurter Buchmesse ohne Aussteller aus Übersee
       
       14.43 Uhr: [5][Die 72. Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober findet
       nach den Worten von Direktor Juergen Boos als „Sonderedition mit eigenem
       Format“ statt.] Sie werde auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und
       zeitgleich virtuell stattfinden und ein „europäisches Gepräge“ haben, sagte
       Boos. Alle europäischen Verlagsgruppen, auch die aus Spanien, Italien und
       Frankreich, bereiteten ihre Messeauftritte vor. Dagegen werde es keine
       Teilnehmer aus Lateinamerika, Asien und den USA geben. Mit dem Gastland
       Kanada würden derzeit intensive Gespräche über seinen Auftritt geführt,
       sagte Boos. Er gehe derzeit stark von einem virtuellen Konzept des Landes
       aus. Falls eine zweite Corona-Welle komme, würden alle
       Präsenzveranstaltungen abgesagt. Der Aufsichtsrat der Buchmesse hatte
       gestern entschieden, dass die Messe mit einem besonderen Hygienekonzept
       stattfinden soll. (epd)
       
       ## USA: Erneut 2,1 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe
       
       14.39 Uhr: [6][Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter
       dramatisch an.] In der Woche bis zum 23. Mai haben mehr als 2,1 Millionen
       Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die
       US-Regierung mitteilte. Seit der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März
       haben nunmehr bereits fast 41 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren
       Job verloren. Einen solchen Einbruch am Arbeitsmarkt hat es nie zuvor in
       der US-Geschichte gegeben. Die Arbeitslosenquote für Mai, die erst Anfang
       Juni bekanntgegeben wird, dürfte Analysten zufolge bei mehr als 20 Prozent
       liegen. (dpa)
       
       ## Altenheimbewohner in Spanien: Kostenlose Fußball-Streams
       
       14.13 Uhr: Bewohner von Altenheimen in Spanien sollen künftig alle
       Fußballspiele der ersten und zweiten Liga bis zum Ende der laufenden Saison
       gratis sehen können. Darauf einigten sich das Medienunternehmen Mediapro,
       das die Übertragungsrechte hat, und Vertreter von La Liga, wie die
       Nachrichtenagentur Europa Press meldete. Mit den „Emotionen rund um den
       Fußball“ solle den älteren Menschen, die wegen Besuchseinschränkungen
       besonders unter Einsamkeit litten, ein wenig Abwechslung geboten werden.
       (dpa)
       
       ## Coronavirus mit Frauen verglichen – Aufschrei in Indonesien
       
       14.13 Uhr: Der indonesische Sicherheitsminister Mohammad Mahfud hat einen
       Vergleich zwischen dem Coronavirus und Frauen aufgegriffen und dafür
       harsche Kritik von Frauenorganisationen und Nutzern im Internet erfahren.
       Seine Bemerkung fiel, als er in einem auf Youtube veröffentlichten Video
       für die schrittweise Lockerung der Beschränkungen warb, die die
       indonesische Regierung plant.
       
       „Letztens bekam ich ein Meme von meinem Kollegen Luhut Pandjaitan, in dem
       es heißt: ‚Corona ist wie Deine Frau. Am Anfang versuchst Du, sie zu
       kontrollieren, dann wirst Du gewahr, dass dies nicht geht. Danach lernst
       Du, damit zu leben‘“, sagte er auf Englisch. Pandjaitan, Minister für
       Marine und Investment, wurde auch dafür kritisiert, doch erst Mahfud hatte
       diesen „Witz“ in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Als Memes werden Bilder
       und Clips bezeichnet, die im Internet viel verbreitet werden. „Diese
       Erklärung spiegelt nicht nur die Inkompetenz der Regierung bei der
       Bekämpfung Pandemie wider, sondern zeigt auch die frauenfeindliche Haltung
       von Beamten“, teilte die indonesische Frauenorganisation Women's Solidarity
       Society dazu mit. (dpa)
       
       ## Studie: Medien befragen meist Männer als Corona-Experten
       
       14.02 Uhr: In der Berichterstattung deutscher Medien über die Pandemie
       tauchen vor allem Männer als Experten auf. Das geht aus zwei
       wissenschaftlichen Studien hervor, die die MaLisa Stiftung veröffentlichte.
       In den untersuchten TV-Formaten sei nur einer von fünf Experten weiblich
       (22 Prozent) gewesen. In der Online-Berichterstattung wurden demnach Frauen
       nur zu rund sieben Prozent als Expertinnen erwähnt. Auch als Mediziner
       seien zu Fragen rund um Covid-19 vor allem Männer zu Wort gekommen, teilte
       die Stiftung mit. Das sei besonders brisant, da die Hälfte aller Ärzte in
       Deutschland weiblich seien. (epd)
       
       ## Litauen und Estland wollen bei zweiter Welle anders handeln
       
       14.00 Uhr: Litauen und Estland wollen bei einer zweiten Welle keinen
       landesweiten Lockdown mehr verhängen und auch die Wirtschaft nicht komplett
       herunterfahren. In einem solchen Fall würden gezielte Maßnahmen an lokalen
       Epizentren ergriffen, sagten die Regierungschefs Saulius Skvernelis und
       Jüri Ratas in Rundfunk-Interviews.
       
       „Viele Länder würden sich ein wenig anders verhalten, da wir in ganz Europa
       und auf der ganzen Welt schmerzhafte Lektionen bei der Bewältigung der
       Pandemie hatten“, sagte Skvernelis im litauischen Radio. Sollte es zu einem
       erneuten Ausbruch kommen, werde sich die Regierung auf die Brennpunkte
       konzentrieren. Dafür gebe es bereits einen Plan. Ähnlich äußerte sich
       Ratas: „Das allgemeine Prinzip muss sein, dass nicht Estland zum Erliegen
       kommt, sondern das Virus.“ [7][In den beiden baltischen Staaten hatten die
       Regierungen früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Virus
       reagiert.] (dpa)
       
       ## England führt System zur Infektionsrückverfolgung ein
       
       13.32 Uhr: Die britische Regierung hat in England ein System zur
       Rückverfolgung von Infektionen eingeführt. Gesundheitsminister Matt Hancock
       appellierte heute an die Menschen, die damit verbundenen Regeln
       einzuhalten. Dies sei eine „Bürgerpflicht“, sagte er dem Radiosender BBC.
       Bei dem „Test and Trace“-System ermitteln 25.000 Mitarbeiter – unterstützt
       von weiteren rund 27.000 Mitarbeitern in Kliniken und Testeinrichtungen –
       die Kontaktpersonen infizierter Menschen. Jeder, der sich möglicherweise
       angesteckt hat, wird aufgefordert, sich zu isolieren, selbst wenn er keine
       Symptome aufweist. Geldbußen für Verstöße drohen nicht; Hancock betonte
       aber, es sei „im Interesse aller“, sich daran zu halten. Die Mitarbeiter
       sollen nach Regierungsangaben in der Lage sein, pro Tag die Kontaktpersonen
       von 10.000 Infizierten zu überprüfen.
       
       [8][Großbritannien ist innerhalb Europas das Land mit den meisten
       Corona-Todesfällen.] Bis Mitte Mai starben dort nach Angaben des nationalen
       Statistikamts 46.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuen
       Coronavirus. Die offizielle Regierungszahl beläuft sich auf 37.460 Tote.
       (afp)
       
       ## Erhöhte Todesrate in Europa seit März
       
       13.19 Uhr: Die WHO sieht einen [9][Zusammenhang zwischen einer erhöhten
       Todesrate in Europa und dem Coronavirus]. Insgesamt seien in 24
       europäischen Ländern etwa 159.000 Menschen mehr seit Anfang März gestorben,
       als es in einem normalen Jahr zu erwarten gewesen wäre. Ein „signifikanter
       Anteil“ davon habe mit der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit
       Covid-19 zu tun. „Wir haben klar gesehen, dass der Höhepunkt der Todesfälle
       mit dem Höhepunkt der Pandemie zusammenhängt“, sagt Katie Smallwood vom
       Notfallteam der WHO. (rtr)
       
       ## Robben in Kanada sind Corona-Gewinner
       
       13.17 Uhr: Zehntausende junge Robben an den Küsten Kanadas gehören zu den
       Gewinnern der globalen Pandemie – weil die Jagd auf sie ausblieb. In
       Neufundland und Labrador seien in diesem Jahr 388 Jungrobben getötet
       worden, 2019 waren es im selben Zeitraum über 30.000 Tiere, wie die
       Tierrechtsorganisation International Fund for Animal Welfare (IFAW)
       mitteilte. In einigen Küstengebieten habe 2020 bislang überhaupt keine
       kommerzielle Robbenjagd stattgefunden. (epd)
       
       ## Deutsche Theater schreiben Merkel
       
       13.12 Uhr: 23 Intendanten und Schauspieldirektoren von deutschen Theatern
       haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anteilige
       Bundesmittel gefordert, damit Kommunen künftig trotz der Krise nicht an der
       Kultur sparen. Vielen Theatern und Künstlern „steht das Wasser bis zum
       Hals, sowohl kurzfristig als auch und vor allem in der weiteren
       Perspektive“, hieß es. Sie seien in großer Sorge um das Fortbestehen des
       kulturellen Lebens, schrieb der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters,
       Joachim Lux, stellvertretend für 22 weitere große Häuser. Um [10][die
       Zukunft der kleinen und großen Theater und der Künstler zu sichern], sei
       nun der Bund in der Pflicht.
       
       Zudem wünschen sich die Theatermacher zusätzliche Förderinstrumente, um den
       internationalen Austausch der europäischen Theater nicht abbrechen zu
       lassen. Eine dritte Forderung dreht sich um Einzelkünstler, bei denen die
       Corona-Mittel nicht ausreichend ankommen würden. (dpa)
       
       ## Eine halbe Million Führerscheinprüfungen ausgefallen
       
       13.05 Uhr: In Deutschland sind rund 500.000 praktische und theoretische
       Fahrschulprüfungen ins Wasser gefallen. Das ergaben Berechnungen des
       TÜV-Verbands. Auch nach dem Neustart der Fahrschulen müsse wegen der
       Abstandsregeln mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, weil deutlich
       weniger Fahrschüler als üblich gleichzeitig die Theorieprüfungen
       absolvieren können. Die TÜV-Organisationen bauen nun zusätzliche
       Prüfungskapazitäten auf. Ziel sei es, den Vorlauf für einen Termin wieder
       auf die übliche Frist von zwei Wochen zu begrenzen. Seit Montag gibt es
       bundesweit wieder theoretische und praktische Führerscheinprüfungen. Zuvor
       hatten bereits viele Bundesländer Prüfungen unter strengen Auflagen
       ermöglicht. (afp)
       
       ## Förderbank EIB gibt 2 Milliarden Euro
       
       13.00 Uhr: Die europäische Förderbank EIB hat zwei Milliarden Euro
       zugesagt, um das Coronavirus zu bekämpfen. „Hilfen für Behandlungen,
       Impfstoffe und Heilungen sind kurzfristig die Priorität“, sagt EIB-Chef
       Werner Hoyer. Die Förderbank hatte zuletzt bereits 141 Millionen Euro
       zugesichert, vor allem für Forschung und Entwicklung in der EU und im Rest
       der Welt. (rtr)
       
       ## Steuerhilfen für Gastronomen beschlossen
       
       12.50 Uhr: Der Bundestag hat sich für eine von Gastronomen dringend
       geforderte Steuerentlastung ausgesprochen. Er beschloss die Senkung des
       Umsatzsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent. Die
       Regelung im von der Regierungskoalition eingebrachten
       Corona-Steuerhilfegesetz gilt vom 1. Juli dieses Jahres bis Ende Juni 2021.
       Auch Catering-Unternehmen, Supermärkte, Bäckereien und Metzgereien sollen
       von der Steuersenkung profitieren, wenn sie fertige Speisen verkaufen.
       
       Die Opposition kritisierte vor allem, dass Getränke von der Steuersenkung
       ausgenommen werden. [11][“Statt der kleinen Eckkneipe zu helfen“, habe die
       Regierung bloß den Hotel- und Gaststättenverbänden einen lange geäußerten
       Wunsch erfüllt], sagte der Linken-Abgeordnete Stefan Liebich. (afp)
       
       ## Bundestag verlängert Lohnfortzahlung für Eltern
       
       12.49 Uhr: Der Bundestag hat heute eine Verlängerung der Lohnfortzahlung
       für Eltern beschlossen, [12][die wegen der coronabedingten Kita- und
       Schulschließungen nicht arbeiten können.] Jedes Elternteil kann die
       Lohnersatzzahlung für zehn statt bisher sechs Wochen in Anspruch nehmen.
       Alleinerziehende sollen bis zu 20 Wochen unterstützt werden. Der Anspruch
       auf die Lohnfortzahlung gilt auch tageweise, etwa wenn die Notbetreuung in
       der Kita nicht an allen Wochentagen zur Verfügung steht. Die Anspruchsdauer
       verlängert sich entsprechend.
       
       Nach einer Regelung im Infektionsschutzgesetz bekommen Eltern eine
       Lohnfortzahlung von 67 Prozent des Nettoeinkommens bis zu einer Grenze von
       2.016 Euro im Monat, wenn sie nicht arbeiten können, weil Kitas und Schulen
       geschlossen sind. (epd)
       
       ## FC Bayern spendet weitere 350.000 Euro an Amateurclubs
       
       12.31 Uhr: Der FC Bayern unterstützt in der Krise weitere Amateurclubs im
       Freistaat. Immer mehr Anhänger verzichten nach Club-Angaben auf eine
       Rückerstattung der bereits gezahlten Tickets für die nun ohne Zuschauer
       stattfindenden Spiele und stellen das Geld dem FC Bayern Hilfe e.V. zur
       Verfügung. Dieser bedachte jetzt die Vereine der Bayernliga Süd und Nord,
       jeder der 35 Clubs erhält 10 000 Euro. (dpa)
       
       ## Südkorea verschärft Corona-Beschränkungen wieder
       
       12.04 Uhr: Südkorea verschärft angesichts des erneut deutlichen Anstiegs
       von Infektionsfällen wieder [13][die Beschränkungen für die Menschen in der
       Millionenmetropole Seoul und Umgebung]. Mit sofortiger Gültigkeit würden
       bis zum 14. Juni öffentliche Einrichtungen einschließlich Museen, Theater
       sowie Mehrzweckhallen im Großraum Seoul wieder geschlossen, teilte
       Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Donnerstag nach einem Krisentreffen
       unter Vorsitz von Ministerpräsident Chung Sye Kyun mit. „Die nächsten zwei
       Wochen sind kritisch.“ (dpa)
       
       ## Mundschutz gehört jetzt in den Erste-Hilfe-Koffer
       
       11.46 Uhr: Im Notfall nicht wegschauen: Unterlassene Hilfeleistung ist auch
       in Corona-Zeiten strafbar. Wer Verletzten nach einem Unfall hilft, kann
       jedoch kaum Abstand halten. Autofahrer sollten ihren Erste-Hilfe-Koffer
       deshalb um einen Mundschutz und Desinfektionsmittel ergänzen, rät das
       R+V-Infocenter. Einmalhandschuhe gehören seit langem in jeden
       Erste-Hilfe-Koffer. Jetzt ist es sinnvoll, ihn auch mit Mundschutz und
       Desinfektionsmittel zu bestücken, empfiehlt Katharina Donner,
       Beratungsärztin bei der R+V Krankenversicherung: „Wer im Kontakt mit
       anderen Menschen einen Mundschutz anlegt und sich die Hände nach der
       Hilfeleistung gründlich desinfiziert, verringert die Infektionsgefahr.“
       (dpa)
       
       ## Austrian Airlines hebt ab 15. Juni wieder ab
       
       11.32 Uhr: Die zur Lufthansa gehörende Austrian Airlines (AUA) will nach
       fast 90 Tagen Pause am 15. Juni ihren Flugbetrieb wieder aufnehmen. Vorerst
       sollen europäische Destinationen und Tel Aviv von Wien aus angeflogen
       werden, teilte die Fluglinie mit. In den ersten beiden Wochen sollen
       insgesamt 37 Ziele angeflogen werden, was etwa 5 Prozent des Angebots
       verglichen mit dem Vorjahr entspricht. In den Folgewochen sollen weitere
       Destinationen aufgenommen werden. Die Fluglinie hatte Mitte März ihren
       Linienflugbetrieb eingestellt und den Großteil der 7.000 Mitarbeiter in
       Kurzarbeit geschickt. (rtr)
       
       ## Nissan schließt seine Fabriken in Barcelona und Indonesien
       
       11.32 Uhr: Der japanische Autobauer Nissan schließt angesichts seines
       ersten negativen Jahresabschlusses seit elf Jahren seine Werke in Spanien
       und Indonesien. Nissan-Chef Makoto Uchida sagte, die Produktion in Europa
       werde künftig auf das britische Werk in Sunderland konzentriert. In
       Südostasien werde die Produktion von Indonesien nach Thailand verlagert.
       Global werde die Produktion um 20 Prozent verringert. Im April sei Nissans
       globale Produktion um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die
       Verkäufe seien infolge der Pandemie im April um 42 Prozent zurückgegangen.
       (dpa)
       
       ## Behinderten-Beauftragte: Besuche ermöglichen
       
       11.24 Uhr: Die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit
       Behinderung, Claudia Middendorf (CDU), hat Wohneinrichtungen dazu
       aufgerufen, Bewohnern Besuche zu ermöglichen. Nach den derzeitigen
       Einschränkungen seien Besuche unter der Einhaltung von Auflagen möglich,
       teilte Middendorf mit. „Viele Angehörige von Bewohnerinnen und Bewohnern in
       Wohnheimen haben sich in der letzten Zeit hilfesuchend an mich gewandt und
       berichtet, dass sie ihre Eltern, Kinder oder Partner derzeit nicht besuchen
       dürfen“, erzählte die Beauftragte. Viele Einrichtungen würden Besuche trotz
       der Lockerungen verweigern. [14][Das Recht auf Selbstbestimmung und
       Teilhabe dürfe aber nicht missachtet werden.] „Aus meiner Sicht gibt es
       daher keinen Grund mehr, die Menschen in Wohneinrichtungen weiterhin einer
       sozialen Isolation auszusetzen“, mahnte Middendorf. (dpa)
       
       ## Brand in Corona-Trakt in Krankenhaus in Bangladesch
       
       11.20 Uhr: Bei einem Brand in einem Corona-Insolationstrakt eines
       Krankenhauses in Bangladesch sind mindestens fünf Menschen mit
       Covid-19-Symptomen gestorben. Die Feuerwehr fand die verkohlten Körper von
       einer Frau und vier Männern in den Ruinen des kürzlich gebauten Trakts, wie
       ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr sagte. Das Privatkrankenhaus gilt als
       eines der besten in Bangladesch. Das Feuer brach in der Nacht auf
       Donnerstag aus. Die Feuerwehr geht nach ersten Erkenntnissen davon aus,
       dass der neue Trakt nicht feuersicher gebaut worden war. (dpa)
       
       ## Jeder fünfte Deutsche fährt häufiger Fahrrad
       
       11.13 Uhr: Knapp 20 Prozent der Deutschen ersetzen in der Coronakrise
       Fahrten mit dem Auto oder dem ÖPNV [15][durch das Fahrrad.] Das ist das
       Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts
       Civey im Auftrag des Tagesspiegels. Vor allem junge Leute haben sich
       demnach für das Rad als Alternative erwärmt. Mit steigendem Alter lässt die
       Bereitschaft nach, sich auf den Sattel zu schwingen, statt das Auto oder
       den Bus zu nehmen. (dpa)
       
       ## 111-jährige Chilenin überlebt Infektion mit dem Coronavirus
       
       10.55 Uhr: Eine 111 Jahre alte Chilenin hat eine Infektion mit dem
       Coronavirus überstanden und ist damit die älteste Covid-19-Überlebende des
       Landes. Juana Zuniga, die im Juli 112 wird, war eine von 25 Infizierten in
       einem Altenheim in Chiles Hauptstadt Santiago, wie der Nationale Dienst für
       ältere Menschen (Senama) gestern mitteilte. Nach Angaben des Heims hat die
       betagte Patientin chronische Atemwegsprobleme, ist aber ansonsten in guter
       körperlicher Verfassung. Auf das Virus habe sie keine Symptome gezeigt.
       
       Zuniga wurde nach ihrer Infektion im April für 28 Tage in einer
       Isolierstation behandelt und gilt seit dem 10. Mai als geheilt. Das
       Schwierigste sei gewesen, sie aus ihrer gewohnten Umgebung zu holen, sagte
       Heimleiterin Maria Paz Sordo. Den Angaben zufolge lebte Zuniga ihr Leben
       lang bei ihrer Schwester und verdiente sich ihren Lebensunterhalt mit einem
       eigenen Geschäft. Nach dem Tod der Schwester zog sie 2014 in das Altenheim.
       (dpa)
       
       ## Aktuelle Zahlen aus Russland
       
       10.00 Uhr: In Russland sind nach offiziellen Angaben inzwischen 4.124
       Menschen gestorben, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Binnen 24
       Stunden habe es 174 neue Todesfälle gegeben, teilt das Krisenzentrum mit.
       Zudem seien 8.371 Neuinfektionen registriert worden. Die Gesamtzahl der
       nachgewiesenen Ansteckungen sei auf 379.051 gestiegen. (rtr)
       
       ## Gericht kippt Alkoholverbot in Düsseldorfer Altstadt
       
       9.19 Uhr: Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat eine ungewöhnliche
       Maßnahme der Stadt in der Krise verworfen. Mitte Mai hatte Düsseldorf für
       abends den Verkauf und das Trinken von Alkohol außer Haus in der Altstadt
       verboten. Am Wochenende galt das Verbot schon ab dem Nachmittag. Das
       Gericht gab nun dem Eilantrag eines Einzelhändlers statt und erklärte die
       Verordnung für rechtswidrig (Az.: 7 L 903/20). „Weder der Verkauf noch der
       Verzehr von Alkohol außer Haus“ führten laut Gericht „unmittelbar zu
       weiteren Infektionen und zur Ausbreitung der Krankheit“. Das Argument der
       Stadt, dass man so spontane Menschenansammlungen verhindere, ziehe nicht:
       Die Stadt gehe selbst davon aus, dass trotzdem viele Besucher kämen. (dpa)
       
       ## Woidke: Kein Regelbetrieb in Schulen vor August
       
       9.06 Uhr: In Brandenburgs Schulen wird es Ministerpräsident Dietmar Woidke
       (SPD) zufolge frühestens zu Beginn des neuen Schuljahres Anfang August
       wieder einen Regelbetrieb geben. Es müssten zuvor Hygienekonzepte umgesetzt
       und Gespräche mit den Schulträgern geführt werden. „Wir sind da auf einem
       sehr, sehr guten Weg“, so Woidke. Selbst im Regelbetrieb werde aber
       [16][noch nicht alles wieder komplett normal sein können], betonte der
       Regierungschef. (dpa)
       
       ## EU-Wiederaufbaufonds: „Starkes Signal aus Brüssel“
       
       9.02 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnet die
       Vorschläge der EU-Kommission zu einem 750 Milliarden Euro schweren
       Wiederaufbaufonds als „starkes Signal aus Brüssel“. „Die Kommission hat die
       Dimension der Krise und die Notwendigkeit entschlossenen Handelns erkannt“,
       sagt BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. „Jetzt müssen die
       Mitgliedstaaten und das EU-Parlament an einem Strang ziehen.“ Das Volumen
       sei angemessen, wichtig sei es nun, die Mittel schnell zu mobilisieren.
       (rtr)
       
       ## Ungarn erlaubt Fußballspiele mit Publikum
       
       9.00 Uhr: Die ungarische Regierung erlaubt ab morgen erstmals seit Ausbruch
       der Pandemie wieder [17][Sportveranstaltungen im Freien mit Publikum].
       Dabei gelten strikte Auflagen, bestimmt der diesbezügliche
       Regierungserlass, der in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtblatt
       erschien. So muss unter den Zuschauern die Einhaltung eines Mindestabstands
       gewährleistet sein. Die Wettkämpfe und Spiele müssen außerdem in Arealen
       stattfinden, die nicht oder nur teilweise überdacht sind. Für
       Fußballstadien bedeutet dies, dass praktisch nur jeder vierte Sitzplatz
       vergeben werden darf, schrieb das Portal „444.hu“. Der ungarische
       Liga-Fußball war wegen der Pandemie seit März ausgesetzt. (dpa)
       
       ## Easyjet plant Abbau von 4.500 Jobs
       
       8.57 Uhr: Die britische Fluggesellschaft Easyjet will fast ein Drittel
       ihrer Stellen streichen. 4.500 Jobs sollten wegfallen, teilt das
       Unternehmen mit. Vor Easyjet hatten auch schon die Konkurrenten British
       Airways, Ryanair und Virgin Atlantic massive Stellenstreichungen
       angekündigt. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen im Zuge der Pandemie
       hatte Easyjet seinen Flugbetrieb Ende März ausgesetzt. Ab dem 15. Juni will
       das Unternehmen aber zumindest eine geringe Zahl an Flügen wieder anbieten.
       (afp)
       
       ## Weiterer Arbeiter auf Kreuzfahrtschiff begeht Suizid
       
       8.42 Uhr: Unter den Besatzungsmitgliedern der wegen der Pandemie
       festsitzenden Kreuzfahrtschiffe wächst offenbar die Verzweiflung. Nach
       Angaben der US-Küstenwache nahm sich ein 32 Jahre alter Philippiner bereits
       in der vergangenen Woche mutmaßlich das Leben. Der Mann hatte auf dem
       Kreuzfahrtschiff „Scarlet Lady“ als Reinigungskraft gearbeitet. Allein im
       Mai starben mindestens sechs Besatzungsmitglieder von Schiffen, deren Tod
       nicht auf das Coronavirus zurückzuführen war. Fünf von ihnen begingen
       mutmaßlich Suizid. Das Unternehmen bekundete wegen des Todesfalls sein
       Mitgefühl, machte jedoch keine näheren Angaben. Der Tod des
       Besatzungsmitglieds war von dem Spezial-Blog Cruise Law News gemeldet
       worden. Zehntausende Besatzungsmitglieder sitzen seit mehr als zwei Monaten
       auf Kreuzfahrtschiffen fest, wissen nicht, wann sie nach Hause zurückkehren
       können. Sie in ihre Heimatländer zurückzubringen, stellt die
       Kreuzfahrtunternehmen vor logistische Probleme. (afp)
       
       ## Zuspruch für französische Corona-Warn-App
       
       8.40 Uhr: Die umstrittene französische App „StopCovid“ hat grünes Licht vom
       Parlament bekommen. Nach der Nationalversammlung stimmte auch der Senat
       einer entsprechenden Vorlage der Mitte-Regierung von Premierminister
       Édouard Philippe zu, wie das Oberhaus des Parlaments heute berichtete. Die
       App soll bald eingeführt werden und mit Hilfe von Bluetooth-Signalen
       erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen
       gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben
       infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es
       [18][datenschutzrechtliche Bedenken] – auch aus dem Lager von Präsident
       Emmanuel Macron. (dpa)
       
       ## Erneut Rekordanstieg von Corona-Fällen in Indien
       
       8.04 Uhr: Trotz inzwischen fast zweimonatiger Ausgangssperre hat Indien
       erneut einen Tagesrekord bei Infektionen verzeichnet. Das
       Gesundheitsministerium teilte heute mit, in 24 Stunden seien 6.566 neue
       Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 158.333, die Zahl der
       Toten um 194 auf 4.531. Die Ausgangssperre ist bis Sonntag befristet. Die
       Regierung bereitet neue Richtlinien vor, die am Wochenende vorgestellt
       werden sollen. [19][Größter Corona-Hotspot ist die Metropole Mumbai mit
       mehr als 33.000 Fällen und fast 1.200 Toten.] Anfang des Monats sind einige
       Sperrmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 gelockert worden – so
       durften Geschäfte und produzierende Betriebe wieder öffnen. Auch Verbote im
       Bahn- Flug- und Autoverkehr wurden gelockert. (ap)
       
       ## Frankreich hofft auf Einigung über EU-Wiederaufbaufonds
       
       8.00 Uhr: Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hofft auf
       [20][eine rasche Einigung in der EU] über den geplanten 750 Milliarden Euro
       schweren Wiederaufbaufonds. Sie solle in den kommenden Wochen erzielt
       werden, sagt er dem Fernsehsender France 2. (rtr)
       
       ## Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 um 6,6 Prozent
       
       8.00 Uhr: Das Ifo-Institut hält nach dem coronabedingten Rekordeinbruch der
       deutschen Wirtschaft eine kräftige Erholung für möglich. Das
       Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um 6,6 Prozent
       sinken, hieß es in der aktualisierten Prognose. Im kommenden Jahr soll es
       dann um 10,2 Prozent nach oben gehen. Grundlage für die Vorhersage ist die
       jüngste Umfrage des Ifo-Instituts unter 9.000 Unternehmen. Der Tiefpunkt
       dürfte demnach im laufenden zweiten Quartal erreicht werden. (rtr)
       
       ## 86 Millionen Kinder zusätzlich von Armut bedroht
       
       7.50 Uhr: Save the Children und Unicef warnen vor mehr Kinderarmut infolge
       der Pandemie. Laut einer Analyse könnte die Zahl der [21][Kinder in von
       Armut betroffenen Haushalten] weltweit bis Ende des Jahres um 86 Millionen
       steigen. Das wäre ein Anstieg um 15 Prozent, teilten Save the Children und
       Unicef mit. Wenn Familien nicht schnell vor den wirtschaftlichen Risiken
       geschützt würden, würden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen
       bis Jahresende insgesamt 672 Millionen Kinder unter der nationalen
       Armutsgrenze leben, rund zwei Drittel davon in Subsahara-Afrika und
       Südasien. Die Analyse basiert unter anderem auf Projektionen des
       Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank.
       
       Save the Children und Unicef appellierten an die Regierungen, soziale
       Sicherungssysteme und Programme rasch und umfassend auszuweiten, um die
       Auswirkungen der Pandemie auf Kinder in einkommensschwachen Haushalten zu
       mildern. (epd)
       
       ## Zahl der Toten in den USA steigt auf mehr als 100.000
       
       6.50 Uhr: Die Zahl der verzeichneten Todesopfer durch die Pandemie in den
       USA hat die Marke von 100.000 überschritten. Nach Angaben der
       Johns-Hopkins-Universität in Baltimore stieg die Zahl der Corona-Toten bis
       zum Mittwochabend (Ortszeit) auf rund 100.400. Die Zahl der registrierten
       Infektionsfälle betrug fast 1,7 Millionen.
       
       Nachdem sich in den USA zuletzt die Zunahme der Zahl der Todesopfer über
       einige Tage hinweg deutlich verlangsamt hatte, beschleunigte sie sich nun
       wieder: Die Johns-Hopkins-Forscher zählten 1.401 weitere Tote binnen 24
       Stunden. Die Mehrzahl der US-Bundesstaaten hat allerdings bereits mit einer
       Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus begonnen. So wurden
       vielerorts Restaurants wieder geöffnet und nahmen Firmen wieder die Arbeit
       auf. Dies wird von [22][Präsident Donald Trump] begrüßt, der auf ein
       rasches Wiederhochfahren der US-Wirtschaft dringt – offenbar nicht zuletzt
       mit Blick auf seine Chancen bei der Präsidentschaftswahl im November. (afp)
       
       ## Arzneimittelkommision warnt vor Remdesivir-Zulassung
       
       6.02 Uhr: Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen
       Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, warnt vor einer schnellen [23][Zulassung
       des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19]. „Wir wissen noch viel zu
       wenig über die Nebenwirkungen“, sagt Ludwig. „Das Einzige, was Remdesivir
       bisher gezeigt hat, ist, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt.
       „ Anfang vergangener Woche hat der Chef der Europäischen
       Arzneimittelagentur EMA, Guido Rasi, erklärt, dass seine Behörde „in den
       kommenden Tagen“ eine bedingte Marktzulassung für Remdesivir in Europa
       erteilen könne. Auf Nachfrage des NDR räumte die EMA nun aber ein, dass der
       Hersteller von Remdesivir, der Pharmakonzern Gilead, bisher noch gar keinen
       Antrag auf Zulassung eingereicht habe. (dpa)
       
       ## Spahn warnt vor gesellschaftlicher Polarisierung
       
       5.41 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einer ähnlichen
       gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland in der Coronakrise wie
       durch die Flüchtlingskrise der Jahre 2015/16 gewarnt. Zu Beginn der
       Pandemie habe Deutschland „ein Wir-Gefühl erlebt“, jetzt aber müsse
       hinsichtlich des gesellschaftlichen Klimas aufgepasst werden, sagte Spahn
       der Augsburger Allgemeinen. Spahn rief dazu auf, sich die abweichenden
       Meinungen von Mitbürgern anzuhören und zu „verstehen, warum jemand eine
       andere Position hat als man selbst“. (afp)
       
       ## Deutschland: 353 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden
       
       5.12 Uhr: Die Zahl der bestätigten Fälle in Deutschland steigt nach Angaben
       des Robert-Koch-Instituts (RKI) um 353 auf 179.717. Binnen 24 Stunden sind
       62 weitere Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die
       Gesamtzahl der Todesfälle in Deutschland beläuft sich laut RKI auf 8.411.
       (rtr)
       
       ## Südkorea meldet starken Sprung bei Neuinfektionen
       
       4.47 Uhr: Südkorea hat 79 Neuinfektionen gemeldet – die höchste Zahl
       innerhalb von 24 Stunden seit mehr als 50 Tagen, teilte die
       Seuchenschutzbehörde heute mit. Am Mittwoch waren noch 40 Neuinfektionen
       gemeldet worden. Insgesamt hat Südkorea bisher 11.344 Corona-Fälle
       registriert. 269 Menschen sind mit dem Virus gestorben. Gesundheitsminister
       Park Neung Hoo rief die Bewohner des Großraums Seoul auf, unnötige
       Versammlungen zu vermeiden. Unternehmen sollten kranke Angestellte zudem
       nicht arbeiten lassen. Ob die Neuinfektionen die Verantwortlichen zur
       Abkehr von einer allmählichen Wiederöffnung von Schulen veranlasst, muss
       sich noch zeigen. (ap)
       
       ## Flixbus nimmt Betrieb wieder auf
       
       3.30 Uhr: Nach gut zwei Monaten Stillstand [24][fahren von Donnerstag an
       auf innerdeutschen Verbindungen wieder Fernbusse] des Anbieters Flixbus.
       Zunächst sollen die Fahrzeuge knapp 50 Halte ansteuern, was etwa 10 Prozent
       der üblichen Ziele entspricht. Flixbus appellierte an die Kunden, nur zu
       reisen, wenn sie beschwerdefrei sind. Aus wirtschaftlichen Gründen ist aber
       nicht vorgesehen, Sitzplätze zu sperren. Konkurrent Blablabus hatte heute
       angekündigt, nach seinem für Ende Juni geplanten Betriebsstart zunächst
       höchstens jeden zweiten Platz anzubieten. (dpa)
       
       ## Berliner Senat beschließt vorraussichtlich neue Lockerungen
       
       3.30 Uhr: Der Berliner Senat berät am Donnerstag auf einer Sondersitzung
       über weitere Lockerungen der Beschränkungen wegen der Pandemie. Geplant ist
       unter anderem, die Versammlungsfreiheit wieder in ihrer ursprünglichen Form
       zu gewährleisten und die Obergrenze von derzeit 100 Teilnehmern an
       Demonstrationen zu streichen. Das soll voraussichtlich ab 4. Juni greifen,
       wobei weiterhin Abstandsgebote gelten sollen. Die Rede war zuletzt auch
       davon, etwa Fitnessstudios oder Kinos nach wochenlanger Schließung wieder
       eine Öffnung zu ermöglichen. Nach der Öffnungsankündigung für Theater in
       Brandenburg hoffen auch die Berliner Bühnen auf solche Entscheidungen.
       (dpa)
       
       ## Großbritannien schließt Botschaft in Nordkorea
       
       3.06 Uhr: Großbritannien schließt seine Botschaft in Nordkorea. „Die
       britische Botschaft in Pjöngjang wurde am 27. Mai 2020 vorübergehend
       geschlossen, und alle diplomatischen Mitarbeiter haben die DVRK vorerst
       verlassen“, schreibt Botschafter Colin Crooks auf Twitter. Die Entscheidung
       sei getroffen worden, da „Einreisebeschränkungen es unmöglich gemacht
       haben, die Mitarbeiter zu rotieren und den Betrieb aufrechtzuerhalten“,
       teilt das britische Außenministerium mit. Die diplomatischen Beziehungen
       blieben jedoch bestehen. (rtr)
       
       ## Quarantäne rund um Santiago de Chile verlängert
       
       2.46 Uhr: Angesichts der weiter steigenden Infektionen mit dem Coronavirus
       hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen im
       Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago bis zum 5. Juni verlängert.
       Insgesamt leben in der Region etwa 8 Millionen Menschen – das entspricht
       gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles. Zuvor war die Zahl der
       nachgewiesenen Infektionen innerhalb von nur 24 Stunden um 4.328 auf 82.289
       gestiegen. Damit liegt Chile in Südamerika nach Brasilien und Peru an
       dritter Stelle. 841 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit Covid-19
       gestorben. Zuletzt hatte die Ärztekammer gewarnt, dass die
       Intensivstationen des Landes fast ausgelastet seien. (dpa)
       
       ## Casinos in Las Vegas sollen wieder öffnen
       
       2.08 Uhr: Im US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas sollen
       nach wochenlangen Schließungen die Casinos und Hotels wieder öffnen. Der
       Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, gab den 4. Juni als Termin bekannt.
       Nach Mitteilung der Behörden müssen die Casino-Betreiber Hygieneauflagen
       und Abstandsregeln befolgen und den Gästen Schutzmasken anbieten. Auch
       Schwimmbäder und Wasserparks können ihren Betrieb wieder aufnehmen,
       allerdings nur mit kleinen Personenruppen. Zur Eindämmung des Virus waren
       in Nevada Mitte März Spielhallen, Restaurants, Kinos und Einkaufszentren
       geschlossen worden. (dpa)
       
       ## Brasilien: Mehr als 25.000 Tote durch Covid-19
       
       1.02 Uhr: In Brasilien steigt die Zahl der Todesfälle auf über 25.000. Nach
       Angaben des Gesundheitsministeriums sind in dem lateinamerikanischen Land
       binnen 24 Stunden 1.086 weitere Menschen an den Folgen von Covid-19
       gestorben, die Gesamtzahl beläuft sich auf 25.598 Todesopfer. Die Zahl der
       bestätigten Infektionsfälle steigt um 20.599 auf 411.821. (rtr)
       
       [25][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [26][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       28 May 2020
       
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