# taz.de -- Was fehlt...: ... die Windeln
Gesichtsmasken gibt es in China mittlerweile genug – doch nun droht ein
Engpass an anderer Stelle: nämlich bei Windeln, Damenbinden und
Feuchttüchern. Für deren Herstellung ist mit Zellstoff der gleiche Rohstoff
nötig wie für die Produktion des begehrten Mund-Nase-Schutzes. Zellstoff
geht aber seit Monaten an die mittlerweile 69.000 Betriebe in China, die
Gesichtsmasken für die ganze Welt herstellen. Deshalb droht den Chinesen
nun ein Windel-Notstand.
Normalerweise kostet das Rohmaterial für Windeln rund 13.000 Yuan (1.660)
Euro pro Tonne. Mittlerweile werden bis zu 60.000 Yuan (7.600 Euro)
verlangt, sagt Lin Yanting, stellvertretender Leiter eines
Windelherstellers. „Für eine Windel brauche ich mehr Zellstoff als für eine
Maske – Profit mache ich nur, wenn ich Masken herstelle.“
Die Windelproduktion wurde halbiert, die Zahl der verschiedenen Windeln
reduziert – und der Preis um 20 Prozent erhöht, sagt Manager Huang eines
Windelherstellers. Einige Kunden kauften noch, mehr jedoch bestellten gar
nichts. „Klar, wir können auch Schutzkleidung herstellen, aber ich hoffe
wirklich, dass diese Pandemie bald vorbei sein wird. Am Ende gibt es unsere
eigentlichen Produkte gar nicht mehr.“ (afp)
27 May 2020
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