# taz.de -- +++ Corona News vom 22. Mai +++: 99 Prozent weniger Passagiere
       
       > Pandemie stürzt Lufthansa in „größte Krise aller Zeiten“. Forscher weisen
       > Virus in Muttermilch nach. Die Nachrichten zum Coronavirus im
       > Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Kein Höhenflug: Sowohl Umsätze als auch Passagierzahlen der Lufthansa sind drastisch eingebrochen
       
       Den Live-Ticker bearbeiten [1][Klaudia Lagozinski] und [2][Anselm Denfeld].
       
       ## Forscher weisen neues Coronavirus in Muttermilch nach
       
       15.26 Uhr: Virologen haben das neue Virus erstmals in der Muttermilch einer
       an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei erkrankt,
       teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der
       Universität Ulm mit. Es sei aber noch unklar, ob das Kind sich über die
       Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse
       im Fachjournal „The Lancet“. Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei
       Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich im
       Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine
       der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen
       isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin
       bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber – ebenso wie ihr Kind – auch
       positiv getestet.
       
       In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die
       Wissenschaftler keine Hinweise auf das Virus. Das Ergebnis in den Proben
       der zweiten Mutter war dagegen positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch
       nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der
       Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten
       sich. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit
       akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen
       noch nichtob die Viren durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden
       können.“ (dpa)
       
       ## 351 neue Coronavirus-Tote in Großbritannien
       
       15.10 Uhr: In Großbritannien steigt die Zahl der an einer Infektion mit dem
       Coronavirus gestorbenen Menschen um 351 auf 36.393. Die Gesundheitsbehörden
       registrieren insgesamt 254.195 Menschen, die sich mit dem Erreger
       angesteckt haben. (rtr)
       
       ## UN verurteilen Zwangsräumung von Slums in Kenia
       
       15.09 Uhr: UN-Menschenrechtler haben die Zwangsräumung von Hunderten
       Häusern in informellen Siedlungen in Kenia inmitten der Pandemie scharf
       kritisiert. Das Zerstören von Häusern Tausender Menschen, ohne eine
       alternative Unterkunft bereitzustellen, sei ein schwerer Verstoß des Rechts
       auf eine Unterkunft, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Dies inmitten
       einer Pandemie zu tun, verstoße zudem gegen etliche Menschenrechtsnormen
       und verschärfe die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise.
       
       In dem ostafrikanischen Land wurden bislang 1.161 Fälle von Covid-19
       bestätigt. Um die Ausbreitung einzudämmen, verhängte die Regierung bereits
       nach wenigen Fällen scharfe Maßnahmen. Das Tragen von einer Maske in der
       Öffentlichkeit ist Pflicht. (dpa)
       
       ## Kretschmer für Aufnahme russischer Corona-Patienten
       
       14.34 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für eine
       Aufnahme russischer Covid-19-Patienten in Deutschland ausgesprochen. „Es
       wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten
       aus Russland bei uns behandeln würden“, sagte der CDU-Politiker dem
       „Spiegel“. Sachsen hatte 14 Patienten aus Italien und Frankreich
       aufgenommen. (dpa)
       
       ## Passagierrückgang von mehr als 99 Prozent
       
       13.56 Uhr: Vom Höhenflug in massive finanzielle Turbulenzen: Noch im
       vergangenen Jahr verbuchte der Lufthansa-Konzern Umsatz-Rekorde. [3][Doch
       die Krise hat den Luftverkehr im Eiltempo in seine „größte Krise aller
       Zeiten“ gestürzt], wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. „Die
       Passagierzahlen liegen aktuell bei maximal einem Prozent des
       Vorjahresniveaus“, berichtete Spohr Anfang Mai bei der virtuellen
       Hauptversammlung der Lufthansa. „Oder anders formuliert: der
       Passagierrückgang beträgt 99 Prozent.“
       
       Für 80.000 der 138.000 Mitarbeiter von ihnen bedeutet die Krise Kurzarbeit.
       Wegen der Einreiseverbote und Einschränkungen in vielen Ländern ist
       außerdem ein Großteil der Flotte am Boden. Von 760 Maschinen sind nur rund
       60 im Einsatz. Ab Juni soll nun die erste Phase eines „Neustarts“ beginnen
       und der Flugplan, der auf das Niveau des Jahres 1955 zusammengeschnurrt
       ist, wieder „spürbar“ ausgeweitet werden. Spohr rechnet mit einer „sehr
       langsamen Anlaufphase“ – erst für das Jahr 2023 erwartet [4][die Lufthansa]
       demnach, dass die globale Nachfrage „ihr neues Gleichgewicht gefunden hat“.
       (afp)
       
       ## Krankenkassen wollen Geld für Tests vom Staat zurück
       
       13.56 Uhr: Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von
       Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. „Im Rahmen der
       Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall
       sinnvoll“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen
       Krankenkassen (GKV). Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen
       auch vom Staat finanziert werden. (dpa)
       
       ## Polizei warnt vor neuer Corona-Betrugsmasche
       
       13.39 Uhr: Die Polizei hat vor einer neuen Betrugsmasche mit angeblichen
       Tests auf das Coronavirus gewarnt. In den vergangenen Tagen hätten die
       meist älteren Opfer in mehreren Teilen Deutschlands ein seriös anmutendes
       Schreiben einer angeblichen „Bundesstelle für Seuchenschutz“ bekommen,
       sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in
       Lingen. Diese Behörde gebe es gar nicht, betonte er. Die Angeschriebenen
       werden dazu aufgefordert, sich mit einem Test-Set auf Covid-19 zu testen.
       Laut Auskunft des Einwohnermeldeamtes gehörten sie zu einer Risikogruppe,
       heißt es in dem Schreiben weiter. Notfalls müsst der Test zwangsweise
       durchgeführt werden. Für das angebliche Test-Set würden dann per Nachnahme
       97,50 Euro kassiert. „Die Polizei warnt eindringlich davor, Päckchen, die
       nicht bestellt worden sind, gegen Nachnahme anzunehmen“, erklärte der
       Sprecher. (dpa)
       
       ## Kommunalwahl in Frankreich soll nachgeholt werden
       
       13.20 Uhr: Die wegen der Pandemie verschobene zweite Runde der
       Kommunalwahlen in Frankreich soll am 28. Juni nachgeholt werden. Dieser
       Wahlgang wird in rund 5000 Gemeinden stattfinden, rund 16 Millionen
       Menschen sind zur Wahl aufgerufen. Bei der Kommunalwahl wird über die
       Machtverhältnisse in den Kommunalparlamenten und Rathäusern abgestimmt.
       Sollte sich die gesundheitliche Situation im Land verschlechtern, könne der
       Wahltermin aber wieder verschoben werden. Die erste Runde fand am 15. März
       inmitten der Pandemie statt, einen Tag später [5][kündigte Frankreichs
       Präsident Emmanuel Macron strenge Ausgangsbeschränkungen an]. Damals fiel
       die Wahlbeteiligung auf ein Rekordtief. Eigentlich hätte die zweite Runde
       eine Woche später stattfinden sollen – dieser Wahlgang wurde allerdings
       verschoben. In allen Gemeinden, in denen bei der ersten Runde keine
       absolute Mehrheit erreicht wurde, steht nun dieser zweite Wahlgang noch
       aus. (dpa)
       
       ## 73 Prozent der Deutschen erwarten keine Gehaltseinbußen
       
       13.08 Uhr: Trotz der Coronakrise erwarten 73 Prozent der Deutschen einer
       Umfrage zufolge [6][keine Änderung ihres Einkommens in den kommenden sechs
       Monaten]. Jeder sechste Haushalt geht von einem Anstieg bis Ende des Jahres
       aus, berichtet der „Spiegel“ vorab unter Berufung auf eine gemeinsame
       Studie des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, des
       Marktforschungsinstituts Nielsen und des Ökonomie-Lehrstuhls der
       Goethe-Universität Frankfurt. Jeder Zehnte hingegen erwarte weniger Geld.
       (rtr)
       
       ## Malaysias Ministerpräsident in häuslicher Quarantäne
       
       13.02 Uhr: Malaysias Ministerpräsident Muhyiddin Yassin begibt sich nach
       einem Kontakt mit einem infizierten Beamten für zwei Wochen in häusliche
       Quarantäne. Ein Test bei Muhyiddin sei bisher negativ ausgefallen,
       berichtet sein Büro. (rtr)
       
       ## Estland lockert zum Juni Beschränkungen
       
       12.50 Uhr: [7][In Estland können die Menschen bald weitere Freiheiten
       genießen.] Die Regierung beschloss, zum 1. Juni die Beschränkungen zu
       lockern. Restaurants, Bars und Cafés dürfen dann auch nach 22 Uhr wieder
       geöffnet haben und alkoholische Getränke verkaufen. In den Lokalen gilt
       dabei wie überall in Estland die sogenannte 2+2-Regel, wonach nicht mehr
       als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens
       zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen. Auch Kinos können von 1.
       Juni an wieder Filme zeigen und öffentliche Veranstaltungen wie
       Aufführungen, Messen und Festivals sind wieder zulässig. Dabei gilt in
       Innenräumen, in denen nur bis zu 50 Prozent der Plätze gefüllt sein dürfen,
       eine maximale Teilnehmerzahl von 500. Im Freien liegt die Grenze bei 100.
       (dpa)
       
       ## Laschet schlägt Familienbonus von 600 Euro pro Kind vor
       
       12.50 Uhr: Nordrhein-Westfalen setzt auf eine finanzielle Entlastung von
       Familien. Die Landesregierung schlage für Deutschland einen Familienbonus
       in Höhe von einmalig 600 Euro pro Kind vor, sagt [8][Ministerpräsident
       Armin Laschet]. Dies diene auch zur Förderung des privaten Konsums. In NRW
       wolle er auf jeden Fall einen Punkt für Familien setzen, betont Laschet.
       Wie dies aussehen werde, hänge davon ab, was letztlich im Programm des
       Bundes steht. (rtr)
       
       ## Sterblichkeit in den Niederlanden
       
       12.42 Uhr: In den Niederlanden starben in der vergangenen Woche weniger
       Menschen als üblich. Das Statistikbüro des Landes verzeichnete 2850
       Todesfälle, etwa 200 weniger als zu dieser Jahreszeit erwartet werden. In
       den Wochen zuvor lag die Mortalität wegen der Pandemie dagegen höher als
       sonst. (rtr)
       
       ## Corona-Regeln im Sozialwesen werden gelockert
       
       12.37 Uhr: Im Zuge der nächsten Öffnungen am kommenden Montag lockert
       Niedersachsen einige [9][Beschränkungen im sozialen Bereich]. So darf die
       Tagespflege für Ältere und Pflegebedürftige sowie für Menschen mit
       Behinderung dann maximal die Hälfte der Plätze wieder belegen, ein
       Hygienekonzept vorausgesetzt. Auch Werkstätten für Menschen mit
       Behinderungen und Tagesförderstätten dürfen die Hälfte der Plätze öffnen,
       wie das Sozialministerium in Hannover ankündigte. Außerdem können Menschen,
       die soziale, pädagogische oder psychologische Unterstützung brauchen,
       wieder die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen. (dpa)
       
       ## Justiz befürchtet Überlastung durch Flugticket-Erstattungen
       
       12.33 Uhr: Die Frankfurter Justiz fürchtet eine nicht zu bewältigende
       Klagewelle, weil Fluggesellschaften stornierte Flüge nicht rechtzeitig
       erstatten. „Wir erwarten, dass sich Luftverkehrsunternehmen rechtstreu
       verhalten und gesetzliche Verpflichtungen zur [10][Rückerstattung von
       stornierten Tickets] erfüllen“, erklärte der Vize-Präsident des
       Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter. Am Mittwoch hatte das
       Verbraucherportal „Flightright“ angekündigt, im Namen von rund 20.000
       Passagieren bei den Gesellschaften Lufthansa und Ryanair ausstehende Gelder
       einzuklagen. Zusammengenommen gehe es um rund 20 Millionen Euro. (dpa)
       
       ## NRW will digitale Endgeräte für alle Schüler
       
       12.22 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung will als Reaktion auf
       die Krise die Digitalisierung der Schulen vorantreiben. Das Land strebe an,
       gemeinsam mit den Kommunen die Schulen in die Lage zu versetzen, „[11][alle
       Schüler, deren Familien die finanziellen Mittel hierfür fehlen, mit
       digitalen Endgeräten und geeigneter Software auszustatten]“, heißt es in
       einem heute vorgestellten Papier der Landesregierung mit Vorschlägen zur
       Stärkung von Konjunktur und Wachstum. Für die Digitalisierung von
       Landesverwaltung, Kommunen, Schulen und Hochschulen will das Land dem
       Papier zufolge bis 2025 zusätzlich 600 Millionen Euro investieren. (dpa)
       
       ## Sterbefallzahlen aktuell über Vorjahresdurchschnitt
       
       12.04 Uhr: Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 17. Kalenderwoche (20.
       bis 26. April 2020) in Deutschland mindestens 17.974 Menschen gestorben.
       Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind die
       Sterbefallzahlen damit im Vergleich zur Vorwoche (13. bis 19. April) um 882
       Fälle gesunken, sie liegen jedoch noch immer etwa 3 % über dem Durchschnitt
       der Jahre 2016 bis 2019. Im Vergleich zu den einzelnen Jahren liegen die
       Sterbefallzahlen dieser Woche in einer Spannweite von 5 % über den Zahlen
       von 2016 und 1 % über denen von 2019. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen
       sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März). In der 15.
       Kalenderwoche war die Abweichung mit 2 251 Fällen beziehungsweise 13 % über
       dem vierjährigen Durchschnitt am größten.
       
       Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die
       Grippewelle bereits seit Mitte März als beendet gilt. Es ist deshalb
       naheliegend, dass die [12][leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang
       mit der Corona-Pandemie] steht. Eine Übersterblichkeit nach der hier
       verwendeten Definition liegt dann vor, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt
       im Jahresverlauf mehr Menschen sterben, als nach den Fallzahlen vergangener
       Jahre zu erwarten gewesen wäre. (dpa)
       
       ## Scholz will Kaufkraft stärken
       
       12.03 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz setzt dem „Spiegel“ zufolge bei dem
       Konjunkturpaket der Regierung insbesondere auf Maßnahmen zur Stärkung der
       Kaufkraft. So sollen Eltern für jedes Kind einmalig 300 Euro erhalten,
       berichtet das Magazin vorab. Erwogen würden auch Konsumgutscheine für alle.
       Darüber hinaus sollen Gastwirte und Kulturschaffende vom Bund einen
       Ausgleich für entgangenes Einkommen erhalten, heißt es weiter. Auch Hilfen
       für Unternehmen seien geplant, etwa günstigere Abschreibungen und
       Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket solle eine Größenordnung von bis
       zu 150 Milliarden Euro haben. (rtr)
       
       ## Peking gibt erstmals kein Wachstumsziel aus
       
       11.26 Uhr: Wegen der Pandemie gibt die chinesische Regierung erstmals seit
       Jahren kein Wachstumsziel für die Wirtschaft aus. Das Land stehe als Folge
       der Krise vor „enormen“ ökonomischen Herausforderungen, erklärte
       Regierungschef Li Keqiang zum [13][Auftakt der Tagung des Nationalen
       Volkskongresses in Peking]. Angesichts „großer Unsicherheit“ werde sich
       Peking auf die Stabilisierung des Arbeitsmarkts konzentrieren. Li kündigte
       in seinem Regierungsbericht zudem ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong
       an, das dort für Unruhen sorgen dürfte. Wegen der Pandemie war die
       Jahrestagung der 3.000 Delegierten um zwei Monate verschoben und zudem von
       den üblichen zwei Wochen auf eine Woche verkürzt worden. Die meisten
       Delegierten in der Großen Halle des Volkes trugen Atemschutzmasken.
       Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang verzichteten jedoch
       darauf. Der Kampf gegen das Virus steht im Mittelpunkt der Tagung. Diese
       begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Todesopfer der
       Pandemie. (afp)
       
       ## Ryanair-Tochter kündigt Schließung von Basis in Wien an
       
       11.22 Uhr: Die Ryanair-Tochter Laudamotion hat die Schließung ihres
       Standorts in Wien angekündigt. Laudamotion bedauere „zutiefst den Verlust
       von mehr als 300 Arbeitsplätzen“, teilte die österreichische
       Billigfluggesellschaft mit. Die Schließung soll demnach bereits kommende
       Woche erfolgen. Hintergrund ist, dass die Gewerkschaft Vida Lohneinbußen
       für die Beschäftigten bei Laudamotion abgelehnt hatte. Das Einstiegsgehalt
       für das Kabinenpersonal hätte der Gewerkschaft zufolge unterhalb des
       Mindestlohnes gelegen. Laudamotion ist wie zahlreiche Fluggesellschaften
       weltweit schwer von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. (afp)
       
       ## Hilfsprogramm für Kultureinrichtungen verdoppelt
       
       11.12 Uhr: Die Bundesregierung hat die finanziellen Hilfen für kleinere und
       mittlere Kultureinrichtungen verdoppelt. Die Mittel für das
       Soforthilfeprogramm „Neustart“ für Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen seien
       zunächst um zehn Millionen Euro auf zwanzig Millionen Euro erhöht worden,
       teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Das Programm habe
       „ins Schwarze getroffen“. „Die Nachfrage ist überwältigend, schon jetzt
       haben uns fast 1.000 Anträge erreicht“, sagte Grütters. Ziel sei es,
       Kultureinrichtungen bei der Wiedereröffnung zu helfen. Die Mittel aus dem
       Programm dienen den Angaben zufolge dazu, Corona-bedingte Umbaumaßnahmen in
       Kultureinrichtungen umzusetzen. Gefördert werden Investitionen zwischen
       10.000 und 50.000 Euro. Das Programm richte sich an Museen,
       Ausstellungshallen und Gedenkstätten, Veranstaltungsorte von Konzert- und
       Theateraufführungen sowie an soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser.
       (epd)
       
       ## Griechenland verlängert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern
       
       11.06 Uhr: Die griechische Regierung hat die Ausgangssperre für die
       Flüchtlingslager im Land anders als zunächst geplant nicht aufgehoben,
       sondern bis zum 7. Juni verlängert. Die Ministerien für Zivilschutz,
       Gesundheit und Migration hätten die Verlängerung der vor zwei Monaten
       verhängten Ausgangssperre vereinbart, teilte das Migrationsministerium in
       einer kurzen Erklärung ohne Erläuterung der Gründe mit. In den völlig
       überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden
       bislang keine Infektionen festgestellt. Auf dem Festland infizierten sich
       hingegen Dutzende Bewohner von drei Flüchtlingseinrichtungen.
       
       Auf den nahe der Türkei gelegenen Ägäis-Inseln [14][leben statt der
       vorgesehenen 6.100 mehr als 38.000 Flüchtlinge]. Die griechische Regierung
       hat daher zugesagt, 2.000 Asylsuchende aus den überfüllten Lagern auf den
       Inseln auf das Festland zu verlegen. Griechenland hat in anderen Bereichen
       mit Lockerungen der Beschränkungen begonnen. Am 4. Mai wurden
       Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Vergangene Woche öffneten
       archäologischen Stätten unter freiem Himmel wieder, die Lokale im Land
       folgen am Sonntag. Am 15. Juni soll die Touristen-Saison offiziell
       beginnen. Bislang wurden 2.853 Corona-Infektionen in Griechenland
       nachgewiesen, 168 Infizierte starben. (afp)
       
       ## USA: Zahl der Arbeitslosen steigt weiter an
       
       10.52 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter an. In der
       Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen
       Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung gestern
       mitteilte. Seit der [15][Zuspitzung der Pandemie in den USA] im März haben
       nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren
       Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA
       befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise. In der
       Vorwoche hatte es noch knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten
       hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, da viele US-Bundesstaaten
       begonnen haben, die verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern.
       Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen
       öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte.
       Bislang sei aber angesichts der weiterhin hohen Zahl von Neuanträgen nicht
       erkennbar, dass Arbeitgeber in jenen Bundesstaaten ihre Angestellten in
       großem Maße wieder zurückholten, erklärte der Nordamerika-Analyst Paul
       Ashworth des Beratungsunternehmens Capital Economics. (dpa)
       
       ## Verband sieht zahlreiche Einzelhändler in Existenznot
       
       10.43 Uhr: Ein Drittel der Einzelhändler abseits des Lebensmittelhandels
       sind dem Branchenverband HDE zufolge [16][massiv in ihrer Existenz
       bedroht]. Die Branche leide weiter „massiv an schwachen Umsätzen und unter
       geringen Kundenfrequenzen, die weit unter Vorjahresniveau liegen“, beklagt
       der Verband. Die vom Aus bedrohten Händler brauchten rasch weitere
       Finanzhilfen des Staates. „Die Bundesregierung muss dringend mit einem
       Rettungsfonds mit nicht-rückzahlpflichtigen Finanzhilfen nachlegen.
       Ansonsten werden viele Arbeitsplätze verloren gehen“, sagt
       HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. (rtr)
       
       ## Steinmeier dankt Muslimen für verantwortliches Verhalten
       
       10.41 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Muslimen für
       umsichtiges Verhalten zur Eindämmung der Pandemie gedankt. In einer heute
       veröffentlichten Grußbotschaft zum Ende des Fastenmonats Ramadan schrieb
       Steinmeier, [17][die Einschränkungen im religiösen Leben würden viele
       Muslime sicher als bedrückende Erfahrung erleben] – „eine Erfahrung, die
       auch Christen und Juden teilen“. „Ihnen allen, die diese strengen Regeln
       eingehalten und dazu beigetragen haben, dass wir Erfolge im Kampf gegen das
       Virus erzielen konnten, gilt heute mein großer Dank!“, schrieb der
       Bundespräsident. (epd)
       
       ## Tokio meldet nur noch drei Neuinfektionen
       
       10.31 Uhr: In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Neuinfektionen auf
       den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der
       japanische Fernsehsender NHK meldete, sank die Zahl der an einem Tag
       bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle. Insgesamt zählt die
       Millionen-Metropole damit bisher 5.136 Infektionsfälle. Ministerpräsident
       Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31.
       Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden
       könnte. (dpa)
       
       ## Britische Studie will Impfung an Tausenden Menschen testen
       
       10.18 Uhr: Britische Forscher wollen einen experimentellen [18][Impfstoff
       gegen das neue Coronavirus] an 10.000 testen. „Die klinischen Studien
       kommen gut voran und wir beginnen jetzt Studien, um zu bewerten, wie gut
       die Impfung bei älteren Erwachsenen Immunreaktionen auslöst und um zu
       testen, ob sie eine größere Bevölkerung schützen kann“, sagte Andrew
       Pollard von der Oxford Vaccine Group. Die Forschergruppe der Universität
       Oxford teilte mit, im April sei an mehr als 1.000 Personen geprüft worden,
       ob der Impfstoff-Kandidat sicher ist. Jetzt solle er 10.260 Menschen in
       ganz Großbritannien gespritzt werden, darunter Senioren und Kinder.
       
       Weltweit experimentieren Forscher mit mehr als einem Dutzend möglichen
       Impfstoffen gegen das Virus Sars-CoV-2, vor allem in China, den USA und
       Europa. Die meisten jetzt erprobten Stoffe zielen darauf ab, das
       menschliche Immunsystem auf ein Protein einzustellen, dass sich auf der
       Oberfläche von Sars-CoV-2 befindet. Falls das Virus dann tatsächlich im
       Körper auftaucht, wird es vom Immunsystem sofort angegriffen. Oxford
       Vaccine nutzt dafür ein harmloses Virus, das bei Schimpansen eine Erkältung
       auslöst. (dpa)
       
       ## Studie: Deutsche wollen in der Krise kontaktlos bezahlen
       
       10.11 Uhr: Die Menschen in Deutschland versuchen in der Krise, Zahlungen
       mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Das hat eine repräsentative
       Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, die heute
       veröffentlicht wurde. Drei Viertel der Befragten gaben an, lieber mit einer
       Karte, einem Smartphone oder einer Smartwatch zu bezahlen. Zugleich
       wünschen sich 7 von 10 Befragten (71 Prozent) mehr Möglichkeiten, um
       kontaktlos bezahlen zu können. „Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das
       durch Corona ähnlich stark verändert wurde, wie das Bezahlen an der Kasse“,
       sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Der Trend hin zum kontaktlosem Bezahlen
       wird quer durch alle Generationen gefordert. So unterstützen 76 Prozent der
       16- bis 29-Jährigen, 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 75 Prozent der
       50- bis 64-Jährigen eine entsprechende Ausweitung. Auch unter den Menschen
       ab 65 Jahren wünscht sich eine deutliche Mehrheit mehr kontaktlose
       Bezahlmöglichkeiten. (dpa)
       
       ## Aktuelle Zahlen aus Russland
       
       9.58 Uhr: Russland verzeichnet 150 weitere Tote im Zusammenhang mit der
       Pandemie und damit [19][den höchsten Tagesanstieg bisher]. Die Gesamtzahl
       der Toten erhöhte sich damit auf 3.249, wie die Behörden mitteilen. Die
       Zahl der bestätigten Infektionen wuchs um 8.894 auf 326.448 Fälle. (rtr)
       
       ## Hotels, Cafes und Restaurants öffnen weiter
       
       9.30 Uhr: Seit Montag haben Restaurants in fast allen Bundesländern
       geöffnet. Ausnahmen gelten für Bayern, wo vorerst nur Biergärten und
       Außenbereiche aufmachen dürfen, und Sachsen-Anhalt. Hotels und
       Ferienwohnungen in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen
       oder Thüringen können bereits wieder Übernachtungsgäste empfangen. Von
       Montag an gilt das auch für Bremen, Nordrhein-Westfalen und
       Schleswig-Holstein. Für Mecklenburg-Vorpommern gilt weiterhin ein
       Einreiseverbot bis zum 25. Mai, Hotels und Ferienwohnungen sind aber von
       Montag an für Übernachtungsgäste aus dem Bundesland geöffnet. In einzelnen
       Ländern dürfen Gäste vorerst nur in Ferienwohnungen unterkommen, etwa in
       Brandenburg. Bis Ende Mai sollen Unterkünfte in allen Bundesländern gebucht
       werden können. (dpa)
       
       ## Historischer Umsatzeinbruch im britischen Einzelhandel
       
       8.43 Uhr: Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im April so stark
       eingebrochen wie noch nie. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vormonat um
       18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS heute mit. Dies ist das
       stärkste Minus seit Beginn der Erhebungen 1988. Der Rückgang fiel stärker
       aus, als Analysten befürchtet hatten. Bereits im März hatte die Krise
       Großbritannien mit Wucht getroffen. Allerdings traten die Maßnahmen gegen
       die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erst im Laufe des Monats im
       Kraft. Daher waren die Umsätze im März nur um 5,2 Prozent im
       Monatsvergleich gesunken. [20][Im April blieben viele Geschäfte
       geschlossen]. (dpa)
       
       ## Australien verlängert Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe
       
       8.33 Uhr: Kreuzfahrtschiffe dürfen auch die nächsten Monate nicht in
       Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte mit, dass das
       Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere
       drei Monate bis zum 17. September verlängert werde. Auch Rundreisen auf
       Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt.
       Australien hatte die Restriktionen am 27. März in Kraft gesetzt. Zu der
       Zeit hatten sich 28 internationale Kreuzfahrtschiffe in Australien
       befunden, doch alle habe die Gewässer des Landes inzwischen verlassen.
       Australien zählt 7.081 bestätigte Infektionen mit dem Virus, wovon nur noch
       509 akut erkrankt sind. 101 Menschen starben. (dpa)
       
       ## Indien meldet höchsten Tagesanstieg bei Infektionen
       
       08.29 Uhr: Indien verzeichnet mit rund 6.000 bestätigten Neuinfektionen den
       größten Tagesanstieg bei den Corona-Fällen bisher. Das Land mit 1,3
       Milliarden Bürgern meldet eine Zunahme um etwa fünf Prozent auf 118.000.
       Ministerpräsident Narendra Modi hat die Ausgangssperre bis Ende Mai
       verlängert, die Auflagen in Regionen mit weniger Infektionen aber zuletzt
       gelockert. (rtr)
       
       ## Söder will Schuldenobergrenze
       
       8.19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich angesichts der
       Milliarden-Hilfsprogramme zur Bewältigung der Krise erneut für eine
       Schuldenobergrenze ausgesprochen. Zwar brauche man Entlastungen und Impulse
       für die Wirtschaft, doch müsse genau festgelegt werden, in welchem Ausmaß
       sich die öffentlichen Haushalte verschulden dürften, sagte der CSU-Chef im
       „Morgenmagazin“ des ZDF. Söder wandte sich unmittelbar vor dem ersten
       digitalen CSU-Parteitag an diesem Freitag erneut gegen die [21][Pläne von
       Finanzminister Olaf Scholz (SPD)] für einen Milliarden-Schutzschirm für
       Kommunen. (dpa)
       
       ## Eurokurs gibt nach
       
       7.24 Uhr: Der Kurs des Euro ist heute gesunken. Am Morgen wurde die Währung
       bei 1,0922 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend bei 1,0950
       Dollar gelegen hatte. Die [22][Europäische Zentralbank (EZB)] hatte den
       Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag noch deutlich höher auf 1,1000
       Dollar festgesetzt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern haben
       Konjunktursorgen Währungen gestützt, die am Devisenmarkt als
       vergleichsweise sicher gelten. So konnte der japanische Yen am Morgen
       zulegen. Japans Notenbank hatte zudem neue Hilfen für eher kleinere
       Unternehmen des Landes auf den Weg gebracht. Auch der US-Dollar wurde
       stärker nachgefragt, während der Euro im Gegenzug etwas unter Druck geriet.
       (dpa)
       
       ## Polizei verhindert Drogenschmuggel
       
       6.51 Uhr: Die australische Polizei hat einen Versuch vereitelt, die Droge
       Chrystal Meth in Fläschchen für Handdesinfektionsmittel ins Land zu
       schmuggeln. Die Beamten hätten etwa zwei Kilogramm des Rauschgifts Anfang
       Mai in einer Sendung mit Desinfektionsmittel und Schutzmasken aus Kanada
       sichergestellt, teilt die Polizei mit. (rtr)
       
       ## FDP-Politiker Ullrich: Steuerzahler in Homeoffice entlasten
       
       6.46 Uhr: Der FDP-Abgeordnete Gerald Ullrich fordert mehr Steuervorteile
       für die Arbeit daheim. „Homeoffice sollen alle steuerlich geltend machen
       können“, sagte er in Berlin. „Wer seinen Arbeitstag in die eigenen vier
       Wände verlagert, verbraucht mehr Strom, Wasser, Heizung und produziert mehr
       Müll.“ Arbeitnehmer dürften nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Derzeit
       kann nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen,
       der dafür ein eigenes Zimmer verfügt. „[23][Dies geht an der Realität der
       meisten Arbeitnehmer vorbei]“, bemängelte Ullrich. „Daher fordere ich, 20
       Prozent der Wohnfläche als Homeoffice steuerlich absetzbar zu machen. Das
       bedeutet beispielsweise, dass Mieter einen Teil ihrer Warmmiete von der
       Steuer absetzen können.“ (dpa)
       
       Spahn wirft AfD „destruktive Stimmungsmache“ vor 
       
       6.45 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert den Kurs der
       AfD-Spitze in der Corona-Krise scharf. „Das Ziel der AfD-Führung ist selbst
       in einer solchen nationalen Krise nicht Sacharbeit, sondern einzig und
       allein [24][destruktive Stimmungsmache]“, sagt Spahn der Tageszeitung „Die
       Welt“. „Ich wundere mich, wie unkritisch mit den ständigen Meinungswechseln
       dieser Partei umgegangen wird“, fügte er hinzu: „Die AfD, die sich jetzt
       als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor Kurzem immer
       härtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat.“ (dpa)
       
       ## Amtsenthebung von Bolsonaro beantragt
       
       6.39 Uhr: Verschiedene Oppositionsparteien haben in Brasilien gemeinsam
       einen Antrag auf Amtsenthebung von Präsident Jair Bolsonaro eingereicht.
       Sie werfen ihm unter anderem Verbrechen im Amt vor, die die Ausbreitung der
       [25][Corona-Pandemie in Brasilien] gefördert und damit Menschenleben
       riskiert haben, wie die Tageszeitung „Estado de São Paulo“ berichtete.
       Außerdem habe Bolsonaro antidemokratische Manifestationen gegen den
       Kongress und das Oberste Gericht unterstützt. (epd)
       
       ## Wenige Neuinfektionen in Deutschland
       
       5.04 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 460 Neuinfektionen und damit
       erneut weniger als 1.000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der
       nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 177.212, wie das RKI
       mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 27 auf 8.174
       zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa
       159.000. (rtr)
       
       ## Spahn will präventive Tests in Pflegeheimen ermöglichen
       
       4.55 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr
       Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen.
       „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive
       Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der
       CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“. „Wenn Patienten und Bewohner
       aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“
       Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem
       beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich
       ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten
       sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.
       
       Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das
       Gesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung
       verpflichten kann, Tests grundsätzlich zu bezahlen. Spahn verwies nun auf
       ungenutzte Testkapazitäten: „Vergangene Woche sind [26][deutschlandweit 425
       000 Tests durchgeführt worden]. Aber die Testkapazität ist mehr als doppelt
       so groß.“ (dpa)
       
       ## Flaggen in den USA auf halbmast
       
       3.59 Uhr: Wegen der annähernd 100.000 Toten in der Pandemie in den USA
       lässt US-Präsident Donald Trump Flaggen überall im Land auf halbmast
       hängen. An allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern soll ab heute
       für drei Tage auf diese Weise der Amerikaner gedacht werden, die wegen des
       Coronavirus ums Leben gekommen sind, kündigte Trump an. Die führenden
       Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump
       zuvor zu dieser Geste aufgefordert, sobald die Zahl der Toten infolge der
       Pandemie 100.000 erreicht. „Es würde ein nationaler Ausdruck der Trauer
       sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht“, erklärten Pelosi und
       Schumer. Seit Beginn der Pandemie haben Wissenschaftler der
       Johns-Hopkins-Universität in den USA mehr als 1,57 Millionen bestätigte
       Fälle diagnostiziert (Stand Donnerstagabend). Rund 95.000 Menschen kamen
       ums Leben. (dpa)
       
       ## Berliner Fernsehturm öffnet wieder
       
       3.30 Uhr: Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz öffnet nach knapp
       zweimonatiger Zwangspause heute wieder. Ab 11.00 Uhr sollen die
       Aussichtsplattform und das Restaurant „Sphere“ wieder für Besucher
       zugänglich sein, wie die Betreiber mitteilten. Jeweils 50 Menschen dürfen
       gleichzeitig auf die Plattform oder ins Restaurant, wie ein Sprecher
       erklärte. Auf der Aussichtsplattform gelte eine Maskenpflicht. Damit sich
       keine Schlangen bilden, müssen Besucher vorab online Tickets reservieren,
       der Aufenthalt auf der Aussichtsetage auf 45 Minuten beschränkt. (dpa)
       
       ## IWF will Ukraine mit 5 Milliarden Dollar helfen
       
       0.48 Uhr: Die Ukraine kann auf eine Finanzspritze in Milliardenhöhe vom
       Internationalen Währungsfonds (IWF) hoffen. Auf Mitarbeiterebene habe man
       sich mit der Regierung über einen Bereitschaftskredit in Höhe von 5
       Milliarden Dollar bei einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt, teilt der IWF
       mit. Damit soll dem osteuropäischen Land bei der Bewältigung der
       pandemiebedingten Wirtschaftskrise geholfen werden. Das IWF-Führungsgremium
       muss dem noch zustimmen. (rtr)
       
       ## Steuereinnahmen um ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor
       
       0.14 Uhr: Die Steuereinnahmen des Staates sind im April um gut ein Viertel
       niedriger ausgefallen als im Vorjahresmonat. Das Aufkommen ohne reine
       Gemeindesteuern sei um 25,3 Prozent gesunken, heißt es im Monatsbericht des
       Bundesfinanzministeriums. Damit hätten sich „erste Auswirkungen der
       Pandemie“ gezeigt. Deutlich niedriger als vor einem Jahr fielen demnach die
       Einnahmen aus Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer aus. Besonders
       enorm war das Minus bei der Luftverkehrsteuer: Sie brach um 95,2 Prozent
       ein, da der Flugverkehr nahezu zum Erliegen kam. (afp)
       
       ## Sachsens Schulen sollen wieder regulär öffnen
       
       0.01 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will an allen
       Schulen des Bundeslandes nach den Sommerferien wieder regulären
       Schulunterricht anbieten. Derzeit arbeite die Landesregierung an einer
       Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gebe. (rtr)
       
       [27][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [28][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       22 May 2020
       
       ## LINKS
       
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       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Wirtschaftliche Schäden durch Corona: Rekordeinbruch beim Export
       
       Corona hat die deutsche Wirtschaft stärker geschädigt als bislang erwartet.
       Im Vergleich zum April vor einem Jahr lag der Rückgang bei den Exporten bei
       31,1 Prozent.