# taz.de -- +++ Corona News vom 20. Mai +++: Über 300.000 Infizierte in Russland
       
       > Russland ist nach den USA das Land mit den meisten Infektionen. Slowenien
       > lockert Beschränkungen. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Zur Eindämmung der Pandemie werden in Russland die Bahnhöfe desinfiziert
       
       Den Live-Ticker bearbeiten [1][Klaudia Lagozinski] und [2][Anselm Denfeld].
       
       ## Den Haag besteht auf Reformen als Bedingung für Hilfen
       
       15.30 Uhr: Die Niederlande wollen Milliardenzuwendungen im Rahmen eines
       europäischen Corona-Wiederaufbauprogramms von der Umsetzung von Reformen
       abhängig machen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Gemeinsam mit
       Österreich, Schweden und Dänemark würden die Niederlande derzeit an einem
       [3][Alternativmodell zur deutsch-französischen Initiative für einen
       Wiederaufbaufonds] arbeiten. Angela Merkel und Emmanuel Macron hätten
       „einen relevanten Beitrag zur Diskussion“ geliefert, sagte Rutte. Wenn
       Länder Unterstützung erwarten, „darf man wohl zumindest fragen, was sie tun
       werden, um sich das nächste Mal selbst retten zu können“.
       
       Rutte sagte nicht, wann der Gegenvorschlag vorgelegt werden soll. Merkel
       und Macron hatten am Montag ein Konzept für einen Wiederaufbauplan nach der
       Pandemie im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Krisenstaaten wie
       Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse
       bekommen. Dafür müssen sich aber alle 27 EU-Länder einig werden. Die
       EU-Kommission will am kommenden Mittwoch ein Corona-Wiederaufbauprogramm
       vorlegen. (dpa)
       
       ## Großteil der Deutschen will auf Urlaubsreise verzichten
       
       15.12 Uhr: Im Sommerurlaub wollen einer Umfrage zufolge die meisten
       Deutschen im Land verreisen oder ganz zu Hause bleiben. Das geht aus einer
       Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag der ARD
       hervor. 15 Prozent der Befragten sind sich noch unsicher über ihre
       Urlaubspläne, 84 Prozent haben klare Vorstellungen. Von ihnen wollen 50
       Prozent nach aktuellem Stand dieses Jahr zu Hause bleiben. 31 Prozent
       planen für den Sommer [4][eine Reise innerhalb Deutschlands], 19 Prozent
       eine ins europäische Ausland. (rtr)
       
       ## Schweiz peilt Nachverfolgungs-App für Juni an
       
       14.53 Uhr: Die Schweizer Regierung will abhängig von der Zustimmung des
       Parlaments noch vor Ende Juni eine Handy-App zur Nachverfolgung von mit dem
       Coronavirus Infizierten einführen. Die SwissCovid-App soll es ermöglichen,
       Personen zu benachrichtigen, wenn sie möglicherweise dem Erreger ausgesetzt
       waren. Die Teilnahme sei freiwillig, das System erfasse keine Standortdaten
       und solle wieder außer Betrieb genommen werden, sobald es nicht mehr
       erforderlich sei, teilt die Regierung mit. Die Daten würden dezentral
       gespeichert. In den kommenden Wochen soll das System in einer Pilotphase
       getestet werden. (rtr)
       
       ## Slowakei lockert im Inland, bremst bei Grenzöffnung
       
       14.47 Uhr: Die Slowakei hat weitere coronabedingte Einschränkungen für das
       Wirtschaftsleben gelockert. Bei Plänen einer Grenzöffnung zu den
       Nachbarländern stieg der konservative Regierungschef Igor Matovic hingegen
       wieder auf die Bremse. Die im Straßenbild sichtbarste Lockerungsmaßnahme
       war der Wegfall der Maskenpflicht im Freien. Bisher durfte man in der
       Slowakei ohne Bedeckung von Mund und Nase nicht die eigenen vier Wände
       verlassen. Seit heute müssen die Schutzmasken nur noch in Innenräumen
       getragen werden. Ebenfalls heute durften Einkaufszentren, Kinos und Theater
       unter strengen Bedingungen wieder öffnen. Von berufstätigen Eltern
       kritisiert wurde, dass ungeachtet aller Lockerungen für Firmen die Schulen
       und Kindergärten nicht vor dem 1. Juni wieder öffnen dürfen.
       
       In der Außenpolitik zeigt sich hingegen Uneinigkeit in der
       Vier-Parteien-Koalition aus Konservativen, Rechtspopulisten und Liberalen.
       Kaum hatte der von den Liberalen nominierte Außenminister Ivan Korcok
       darüber informiert, dass Österreich und Tschechien eine Art „Mini-Schengen“
       unter Einbeziehung der Slowakei planten, stellte Regierungschef Matovic das
       Projekt infrage: Über Grenzöffnungen hätten nicht Ministerien zu
       entscheiden, sondern die Gesundheitsexperten. (dpa)
       
       ## Noch immer zu wenig Schutzmaterial in Kliniken
       
       14.47 Uhr: Die Hamburger Krankenhausbewegung kritisiert, dass noch immer zu
       wenig Schutzmaterial gebe. Im Umgang mit infizierten Patienten stehe
       inzwischen ausreichend Schutzausrüstung für Beschäftigte zur Verfügung,
       sagte Karlheinz Fernau von der Hamburger Krankenhausbewegung am Mittwoch.
       „Doch bei den mutmaßlich Nicht-Infizierten ist Schutzmaterial
       flächendeckend nicht in ausreichender Zahl vorhanden.“ In diesen Bereichen
       könnten Mitarbeiter [5][in einigen Krankenhäusern] ihren Mundschutz deshalb
       nicht häufig genug wechseln. (dpa)
       
       ## Jugendherbergen öffnen schrittweise wieder für Besucher
       
       14.13 Uhr: Nach den jüngsten Lockerungen öffnen nun auch die
       Jugendherbergen schrittweise wieder für Besucher. Zunächst können rund 160
       der insgesamt fast 450 Jugendherbergen in Deutschland gebucht werden, wie
       das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) mitteilte. Zudem wurde ein
       erweitertes Hygienekonzept erarbeitet, das demnächst bundesweit für alle
       Jugendherbergen genutzt werden soll. Angesichts der noch unklaren Lage bei
       Auslandsreisen rechnen die Jugendherbergen nach eigenen Angaben nun mit
       vielen Buchungen und schnell vergriffenen Kontingenten. (afp)
       
       ## Cambridge bietet bis Sommer 2021 Online-Vorlesungen an
       
       13.38 Uhr: Die renommierte Universität Cambridge wird ihre Kurse bis zum
       Ende des kommenden Hochschuljahres im Sommer 2021 ausschließlich online
       anbieten. „Die Universität passt sich laufend den sich entwickelnden
       Empfehlungen an“, erklärte ein Universitätssprecher. Weil die Einhaltung
       von Abstandsregeln weiter notwendig sei, habe die Hochschule entschieden,
       bis zum kommenden Hochschuljahr keine Kurse mehr vor Ort abzuhalten.
       Dennoch sind dem Sprecher zufolge bestimmte Kurse in Kleingruppen möglich,
       in denen die Abstandsregeln gewahrt bleiben. Die Ankündigung der
       Online-Vorlesungen bis zum Ende des kommenden Hochschuljahres erfolgt
       zeitgleich zu einer Debatte im Vereinigten Königreich über die
       Wiedereröffnung von Schulen ab dem 1. Juni. Dies stößt aber vielerorts auf
       Kritik. (afp)
       
       ## Kritik an Singapur wegen Todesurteil per Video-Verhandlung
       
       13.33 Uhr: In Singapur hat ein per Video-Verhandlung verhängtes Todesurteil
       für Empörung gesorgt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch
       (HRW) kritisierte die Art der Urteilsverkündung als „grausam und
       unmenschlich“. Ein 37-jähriger malaysischer Drogenhändler war nach
       Gerichtsangaben am Freitag über die Videokonferenz-Plattform Zoom wegen
       Drogenhandels zum Tode verurteilt worden. Wegen der Pandemie sei das
       Verfahren „zur Sicherheit aller Beteiligten“ aus der Ferne durchgeführt
       worden, teilte das Gericht mit.
       
       Ein Angeklagter, dem die Todesstrafe drohe, sollte zumindest „das Recht
       haben, vor Gericht anwesend zu sein, um seine Ankläger zu sehen“, sagte der
       Vize-Asien-Direktor von HRW, Phil Robertson. Im [6][Stadtstaat Singapur]
       gelten strikte Betäubungsmittelgesetze. Die Todesstrafe ist ein
       Überbleibsel der britischen Kolonialherrschaft – Menschenrechtsgruppen
       fordern seit langem ihre Abschaffung. (afp)
       
       ## Millionen Kleinkinder von Hunger bedroht
       
       13.14 Uhr: Die Pandemie droht nach Einschätzung des Welternährungsprogramms
       (WFP) weltweit zusätzlich zehn Millionen Kinder in den Hunger zu treiben.
       Kinder unter fünf Jahren könnten zu den größten Opfern der Pandemie und
       ihrer sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden, warnte das WFP. Die Zahl
       der [7][lebensbedrohlich unterernährten Kinder] werde um bis zu 20 Prozent
       steigen. Das Virus könne sich bei Kindern, die durch schlechte Ernährung
       ohnehin geschwächt seien, schlimm auswirken, warnte die UN-Organisation.
       Ausgangssperren träfen besonders stark arme Familien, die auf Tageslohn
       oder Überweisungen aus dem Ausland angewiesen seien. (epd)
       
       ## Mögliche Infektion durch Nerze in den Niederlanden
       
       12.52 Uhr: In den Niederlanden ist möglicherweise erstmals ein Mensch durch
       einen Nerz mit dem Coronavirus infiziert worden. Neuen Untersuchungen
       zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer
       Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das
       Landwirtschaftsministerium in Den Haag mit. Die Regierung wolle nun die
       Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schließen,
       erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Mittwoch nach Angaben
       der Nachrichtenagentur ANP. Unabhängig von der Pandemie müssen alle
       niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des obersten Gerichtshofs bis
       2024 den Betrieb einstellen. (dpa)
       
       ## Thailand testet Corona-Impfstoff
       
       12.19 Uhr: Thailändische Wissenschaftler haben bei Tests eines
       Covid-19-Impfstoffkandidaten an Mäusen vielversprechende Ergebnisse
       erzielt. Das berichtete Dr. Taweesin Visanuyothin, ein Sprecher der
       Covid-19-Lageverwaltung. Der Impfstoffkandidat werde ab nächster Woche an
       Affen getestet werden. Ministerpräsident Prayuth Chan-o-cha habe
       angeordnet, die Entwicklungsarbeiten zu beschleunigen. Getestet wird von
       der Chualongkorn-Universität in Bangkok mit zwei Partnern aus dem
       öffentlichen Sektor. Er nutzt die mRNA-Technologie, die Teile des Erbguts
       des Virus einsetzt, um die Herstellung von Antikörpern im menschlichen
       Körper zu bewirken. (dpa)
       
       ## NRW hebt Betretungsverbot in Kitas und Notbetreuung auf
       
       12.08 Uhr: Nordrhein-Westfalen hebt das coronabedingte Betretungsverbot in
       Kindertagesstätten und bei Tageseltern zum 8. Juni komplett auf.
       Gleichzeitig wird die bisherige [8][Notbetreuung aufgelöst], die bislang
       nur einem begrenzten Kreis von Kindern zur Verfügung stand. Das teilte das
       NRW-Familienministerium heute mit. (dpa)
       
       ## Sánchez beantragt Verlängerung von Notstand
       
       12.06 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bittet das
       Parlament um Zustimmung zu einer Verlängerung des Notstands. Dieser gibt
       der Regierung die Macht, Grundrechte wie die Bewegungs- und
       Versammlungsfreiheit einzuschränken, um die Pandemie zu bekämpfen. Es wäre
       die fünfte zweiwöchige Verlängerung des Notstands. Bislang gilt er bis
       Sonntag. Es wird ein knappes Abstimmungsergebnis erwartet, obwohl Sánchez'
       Minderheitsregierung aus seinen Sozialisten und dem Linksbündnis Unidas
       Podemos sich die Zustimmung der konservativen Partei Ciudadanos gesichert
       hat. (dpa)
       
       ## Stars überlassen Gesundheitsexperten Social-Media-Kanäle
       
       12.05 Uhr: Inmitten der Krise überlassen Superstars ihre
       Social-Media-Kanäle Experten aus Medizin, Wirtschaft und
       Entwicklungspolitik. In der Aktion #PassTheMic der Entwicklungsorganisation
       One übernehmen für einen Tag etwa eine Krankenschwester oder eine
       Forscherin den Kanal von Promis. Mit dabei sind unter anderen Julia
       Roberts, Hugh Jackman, Penelope Cruz, die Tänzerin Motsi Mabuse oder
       Comedy-Größe Carolin Kebekus, wie One am Mittwoch in Berlin mitteilte. Den
       Anfang macht demnach die amerikanische Schauspielerin Julia Roberts am
       Donnerstag. Auf ihrem Instagram-Account darf sich der renommierte
       US-Immunologe Anthony Fauci äußern. (epd)
       
       ## Oscar-Verleihung könnte verschoben werden
       
       11.52 Uhr: Die für kommenden Februar geplante Oscar-Verleihung könnte einem
       US-Medienbericht zufolge wegen der Pandemie verschoben werden. Es sei
       „wahrscheinlich“, dass die Gala verschoben werde, zitierte das
       Branchenblatt Variety. Offiziell ist die Verleihung nach wie vor für den
       28. Februar 2021 geplant. Dem Bericht zufolge gab es bislang keine
       konkreten Gespräche über eine Verschiebung. Die Oscar-Akademie selbst
       reagierte zunächst nicht auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AFP um eine
       Stellungnahme.
       
       Angesichts geschlossener Kinos, verschobener Filmstarts und unterbrochener
       Dreharbeiten hatte die Akademie aber bereits zahlreiche Änderungen bei den
       Regeln vornehmen müssen. So dürfen beispielsweise Streifen, die nicht im
       Kino laufen – etwa per Streaming gezeigte Filme –, ins Rennen um den
       begehrten Filmpreis gehen. (afp)
       
       ## Lettland will Notstand nicht verlängern
       
       11.50 Uhr: Lettland will den wegen der Pandemie noch zum bis 9. Juni
       verhängten Notstand nicht erneut verlängern. „Unser Ziel ist es, die
       Ausnahmesituation zu beenden und in eine neue Normalität überzugehen“,
       sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins heute im lettischen Fernsehen. Die
       Regierung des baltischen EU-Landes werde dazu in der kommenden Woche die
       bestehende Regelung überprüfen. (dpa)
       
       ## Gutscheine vom Reiseveranstalter bald staatlich abgesichert
       
       11.46 Uhr: Die Bundesregierung will schwer getroffenen Reiseunternehmen
       helfen und hat dazu eine freiwillige Gutscheinlösung für Pauschalreisen
       beschlossen. Gutscheine als Entschädigung für [9][coronabedingt abgesagte
       Pauschalreisen], die vor dem 8. März gebucht wurden, sind künftig bis zu
       hundert Prozent ihres Werts vom Staat abgesichert, wie das
       Justizministerium mitteilte. Bei einer Insolvenz des Reiseunternehmens
       gehen die Kunden damit nicht leer aus. Die Gutscheine seien freiwillig,
       Pauschalreisende könnten sie auch ablehnen, betonte das Ministerium. Eine
       verpflichtende Gutscheinlösung hatte die EU-Kommission abgelehnt. (afp)
       
       ## Bayer hält baldige Covid-19-Medikamente für wahrscheinlich
       
       11.26 Uhr: Bayer-Chef Werner Baumann rechnet bald mit ersten wirksamen
       Behandlungsmethoden gegen Covid-19-Erkrankungen. „Ich gehe davon aus, dass
       es in den nächsten Monaten einen Wirkstoff gibt, der den Krankheitsverlauf
       deutlich abmildern kann“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
       „Sobald klar ist, welche Wirkstoffe helfen können, wird im Raum stehen, wie
       wir die Nachfrage schnellstmöglich weltweit bedienen können“, sagte
       Baumann. Zu den Testkandidaten gehören auch die Bayer-Medikamente Resochin
       und Betaferon. Es werde möglicherweise nicht den einen Wirkstoff gegen
       Covid-19 geben, sondern unterschiedliche Wirksamkeiten in unterschiedlichen
       Stadien der Krankheit, betonte der Bayer-Chef. Die genauen
       Krankheitsverläufe müssten besser analysiert werden, um daraus die
       richtigen Behandlungsmuster ableiten zu können, verlangte Baumann. (dpa)
       
       ## Kulturpolitiker einigen sich auf Öffnungsempfehlungen
       
       11.24 Uhr: Die Kulturminister der Länder und Kulturstaatsministerin Monika
       Grütters (CDU) haben sich auf Eckpunkte für eine Öffnung weiterer
       kultureller Einrichtungen verständigt. Das Papier ist eine Vorlage für die
       Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs,
       wie die Kulturministerkonferenz heute mitteilte. Zu den darin aufgezeigten
       Möglichkeiten zählen den Angaben zufolge beispielsweise Ticketingsysteme,
       ein Besucherstrommanagement und obligatorische Platzreservierungen. Auch
       die künstlerischen Programme sollen den Empfehlungen zufolge angepasst
       werden: Denkbar seien zum Beispiel „kleinformartige Darbietungen sowohl in
       geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien, Freiluftaufführungen,
       Formate in kleinerer Besetzung als Alternativen und Mehrfachaufführungen“.
       Für die Kinos wird empfohlen, „möglichst nahe beieinanderliegende
       Wiedereröffnungstermine anzustreben“ – unter Beachtung der Schutzmaßnahmen
       und der Selbstverpflichtungen der Branche. (afp)
       
       ## Inflation in Eurozone fällt auf 0,3 Prozent
       
       11.10 Uhr: Ölpreisverfall und Krise drücken die Inflation im Euro-Raum weit
       unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die
       Verbraucherpreise zogen im April binnen Jahresfrist nur noch um 0,3 Prozent
       an und damit so wenig wie seit August 2016 nicht mehr, wie die Europäische
       Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Damit revidierte sie eine erste
       Schätzung von 0,4 Prozent leicht. Im März hatte die Teuerung bei 0,7
       Prozent gelegen. Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an,
       verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren. Energie verbilligte sich im April
       um knapp zehn Prozent zum Vorjahresmonat. Klammert man diesen Bereich aus,
       läge die gesamten Inflation mit 1,4 Prozent deutlich höher. Für
       Lebensmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher hingegen wieder
       tiefer in die Tasche greifen. Hier gab es einen Preisanstieg von 3,6
       Prozent. (rtr)
       
       ## Die Zeit der Hamsterkäufe ist vorbei
       
       11.02 Uhr: In den Läden gibt es wieder Toilettenpapier, Nudeln und
       passierte Tomaten: Diese Alltagsbeobachtung hat heute das Statistische
       Bundesamt mit aktuellen Absatzzahlen zu einzelnen Produkten untermauert.
       Danach hat sich das Käuferverhalten in der 20. Kalenderwoche (11.-17. Mai)
       wieder weitgehend auf dem Vorkrisenniveau eingependelt. [10][Die Zeit der
       Hamsterkäufe in der Pandemie scheint vorbei zu sein]. Weiterhin
       überdurchschnittlich gut verkaufen sich Seife (plus 38 Prozent) und
       Desinfektionsmittel (plus 152 Prozent), die zur Einhaltung der
       Hygienevorschriften benötigt werden. Weniger gefragt waren nach den ersten
       Lockerungen hingegen Wein (minus 21 Prozent) und Kondome (minus 13
       Prozent). (dpa)
       
       ## Aktuelle Zahlen aus Russland
       
       10.14 Uhr: In Russland haben sich inzwischen mehr als 300.000 Menschen
       nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Behörden melden
       heute 8.764 Neuinfektionen, damit schwächt sich die Zahl etwas ab. Russland
       weist nach den USA weltweit die meisten Infektionsfälle auf. Binnen 24
       Stunden starben landesweit weitere 135 Menschen an den Folgen der
       Erkrankung, insgesamt steigt die Zahl der Toten damit auf 2.972 Menschen.
       (rtr)
       
       ## Kabinett berät über schärfere Auflagen für Fleischindustrie
       
       9.57 Uhr: Das Bundeskabinett berät über Verbesserungen der
       Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Dazu sollen möglicherweise
       [11][auch Werkverträge und das Subunternehmertum eingeschränkt] werden. Das
       geht aus Eckpunkten für ein Arbeitsschutzprogramm für die Sitzung des
       Kabinetts hervor. Nach dem Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil
       (SPD) sollen vom Beginn des kommenden Jahres an das Schlachten und die
       Verarbeitung von Fleisch nur noch von Beschäftigten des eigenen Betriebs
       zulässig sein. Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sind durch
       massive Corona-Ausbrüche in Firmen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen
       in der Kritik. Die vielfach aus Rumänien und Polen stammenden Arbeiter sind
       in der Regel bei Subunternehmen beschäftigt und in überfüllten und
       überteuerten Unterkünften untergebracht. (epd)
       
       ## Pandemie belastet Tickethändler Eventim stark
       
       9.14 Uhr: Die Pandemie hat das Geschäft des Veranstalters und
       Tickethändlers CTS Eventim im ersten Quartal stillgelegt. Der Umsatz
       verringerte sich in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 35 Prozent
       auf 184,6 Millionen Euro. (dpa)
       
       ## Flughafen Tegel schließt
       
       9.07 Uhr: Der Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni vorübergehend außer
       Betrieb gehen. Das beschlossen der Bund und die Länder Berlin und
       Brandenburg heute in einer Gesellschafterversammlung, wie eine Sprecherin
       der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte. Der entsprechende Antrag
       bei der Luftfahrtbehörde ist schon gestellt. Erholen sich die
       Passagierzahlen in den nächsten Wochen nicht deutlich, geht der Flughafen
       in eine zweimonatige Betriebspause. Nach ähnlichem Muster hatte Paris am 1.
       April seine Flughafen Orly geschlossen und die Flüge zum Flughafen Charles
       de Gaulle verlegt.
       
       Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat durch die Krise mit
       Einnahmeausfällen in dreistelliger Millionenhöhe zu kämpfen. Zuletzt flogen
       an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 2.000 Passagiere
       pro Tag. Ende des Jahres soll Tegel ohnehin endgültig vom Netz gehen. Nach
       mehreren geplatzten Terminen ist geplant, dass am 31. Oktober der neue
       Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird und am 8. November die letzte
       Maschine in Tegel abhebt. (dpa)
       
       ## Maskenpflicht in Spanien
       
       8.31 Uhr: Die spanische Regierung schreibt das Tragen von
       Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit vor. Die Regelung gelte für
       alle Menschen mit einem Alter von über sechs Jahren. In geschlossenen
       öffentlichen Räumen müssen Masken getragen werden, im Freien gilt die
       Pflicht dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten
       werden kann. (rtr)
       
       ## Gastgewerbeeinnahmen brechen um fast die Hälfte ein
       
       8.24 Uhr: Die Schließungen wegen der Pandemie haben drastische
       Umsatzeinbußen für das [12][Gastgewerbe in Deutschland] nach sich gezogen.
       Um fast die Hälfte brachen die Erlöse von Hoteliers und Gastwirten im März
       ein – sowohl im Vergleich zum Februar 2020 als auch zum Vorjahresmonat.
       Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts gab es in allen Zweigen des
       Gastgewerbes die größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen im Jahr
       1994. Im Vergleich zum März 2019 brachen die Erlöse nach Angaben der
       Wiesbadener Behörde vom Mittwoch real um 45,4 Prozent ein, im Vergleich zum
       Februar 2020 fiel der Umsatz preisbereinigt um 44,6 Prozent. (dpa)
       
       ## Bund plant 100 Millionen-Hilfspaket für Profivereine
       
       8.20 Uhr: Der Bund will nach den Worten des Berliner CDU-Abgeordneten Frank
       Steffel auch schwächelnden Profisportvereinen helfen. „Wir wollen jetzt ein
       Paket für den Profibereich, dem wahrscheinlich in der kommenden Saison
       normale Spiele mit normaler Zuschauerbeteiligung unmöglich sein werden, auf
       den Weg bringen“, sagte der CDU-Obmann im Sportausschuss des Bundestages
       dem Berliner Radiosender 105,5 Spreeradio. Das Volumen solle „bei 100
       Millionen Euro liegen“. In der Hauptstadt würde das „Basketball,
       Volleyball, Eishockey und Handball betreffen und zwar für Männer und Frauen
       in erster und zweiter Bundesliga“, sagte der CDU-Politiker dem Sender. Den
       Clubs würden Zuschauereinnahmen, Sponsorengelder und Einnahmen aus
       Bandenwerbung und Catering wegbrechen. Kommende Woche werde es weitere
       Gespräche geben, sagte Steffel. (dpa)
       
       ## Kinderhilfswerk pocht auf Öffnung von Schulen und Kitas
       
       8.10 Uhr: Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Bund, Länder und Kommunen auf,
       Schulen und Kitas wieder vollständig zu öffnen. „Die bisherigen
       eingeschränkten Lockerungen führen dazu, dass nach wie vor viele Kinder
       nicht in die Kita und nur sehr eingeschränkt in die Schule können“, sagt
       Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Dies sei ein
       „schwerer Eingriff in ihre Lebenswelt und ihre psycho-soziale Entwicklung“.
       Eine Öffnung von Kitas und Schulen unter angemessenen Schutzvorgaben sei
       nun „der logische nächste Schritt“. Vier medizinische Fachgesellschaften –
       die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft
       für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und
       Jugendmedizin, die Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und
       Präventivmedizin und der Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte –
       hatten am Vortag ebenfalls [13][eine Öffnung von Schulen] und Kitas
       gefordert. (rtr)
       
       ## Schulen in Polen bleiben zu
       
       7.56 Uhr: Die Schulen in Polen bleiben einem Regierungssprecher zufolge
       voraussichtlich bis Ende Juni zu. Dann beginnen dort die Sommerferien. Vom
       25. Mai an sollen jüngere Kinder wieder betreut werden, Unterricht soll es
       aber weiter nur über das Internet zu Hause geben. (rtr)
       
       ## Lohnfortzahlung für Eltern wird verlängert
       
       7.51 Uhr: Die Bundesregierung will die [14][Lohnfortzahlung für Eltern] auf
       bis zu 20 Wochen verlängern. Darauf habe sich die große Koalition
       verständigt, und dazu werde heute im Kabinett ein Beschluss gefasst, sagte
       Familienministerin Franziska Giffey im ZDF. Die Lohnfortzahlung werde für
       Mütter und Väter auf bis zu zehn Wochen ausgedehnt. Für Alleinerziehende,
       die wegen der Krise die Kinderbetreuung übernehmen müssen und nicht zur
       Arbeit können, werde sie auf bis zu 20 Wochen verlängert. „Das ist ein ganz
       wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben“, sagte die
       SPD-Politikerin. Zudem werde dies dabei helfen, die Kitas schrittweise zu
       öffnen, bis man von der erweiterten Notbetreuung wieder zum vollen
       Regelbetrieb kommen könne. (rtr)
       
       ## Mietwagen in Deutschland 11 Prozent günstiger
       
       7.31 Uhr: Mietwagen für die Sommermonate in Deutschland sind durch die
       Pandemie aktuell günstiger als vor der Krise. Mietwagenkunden, die bereits
       zu Beginn des Jahres (Januar bis Mitte März) ihren Wagen in Deutschland für
       die Monate Juni, Juli, August oder September buchten, zahlten
       durchschnittlich 42,75 Euro pro Tag. Mit Beginn der Reise- und
       Kontaktbeschränkungen in Deutschland sank auch der durchschnittliche
       Tagesmietpreis auf nur noch 38,24 Euro. Das sind knapp 11 Prozent weniger
       als vor Beginn der Krise. (dpa)
       
       ## Die Freibadsaison startet teilweise
       
       5.30 Uhr: Zum Start der Freibadsaison in einigen Bundesländern müssen sich
       Gäste auf Zugangsbeschränkungen und neue Regeln einstellen. Der Sprung ins
       kühle Nass wird nicht überall uneingeschränkt möglich sein, wie Christian
       Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen
       (DGfB), sagte. Stattdessen wollten viele Bäder Zeitkarten anbieten, um die
       Besucherströme zu kanalisieren. Für die Becken empfiehlt die DGfB eine
       Zugangsbeschränkung, so dass die Abstandsregeln auch im Wasser eingehalten
       werden können. Über die Öffnung der Freibäder entscheiden die Länder: In
       Sachsen dürfen sie schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in
       Nordrhein-Westfalen ab diesem Mittwoch (20.5.). Andere Bundesländer ziehen
       in den kommenden Wochen nach, Berlin etwa erlaubt Öffnungen ab dem 25. Mai.
       Bayern oder Baden-Württemberg wollen hingegen noch abwarten. (dpa)
       
       ## Erste Hinrichtung in den USA seit Anfang März vollzogen
       
       5.26 Uhr: In den USA ist erstmals seit der Ausbreitung des Coronavirus ein
       Strafgefangener hingerichtet worden. Im Bundesstaat Missouri wurde am
       Dienstagabend (Ortszeit) das Leben des wegen Mordes verurteilten Walter
       Barton mit der Giftspritze beendet. Es handelte sich um die [15][erste
       Exekution in den Vereinigten Staaten seit Anfang März]. (afp)
       
       ## Seit elf Tagen weniger als 1.000 Neuinfektionen pro Tag
       
       5.23 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 797 Neuinfektionen und damit den
       elften Tag in Folge weniger als 1.000 neue Fälle. Damit steigt die
       Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 176.007, wie
       das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 83 auf
       8.090 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei
       etwa 156.900, rund 1.200 mehr als am Vortag. (rtr)
       
       ## Weiterhin wenige Neuerkrankungen in China
       
       3.35 Uhr: China meldet nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission
       fünf neue Coronavirus-Fälle binnen 24 Stunden, nach sechs einen Tag zuvor.
       Die Gesamtzahl der Sars-CoV-2-Infektionen [16][in China] steigt nach
       offiziellen Angaben auf 82.965, die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert
       bei 4.634. (rtr)
       
       ## Mehr als 1.000 Todesfälle binnen eines Tages in Brasilien
       
       2.44 Uhr: In Brasilien sind erstmals mehr als 1.000 Todesopfer der Pandemie
       innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium
       mitteilte, wurden seit dem Vortag 1.179 Todesfälle registriert. Die
       Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle in Brasilien stieg damit auf
       17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen wuchs auf 271.628.
       
       Bei den Infektionszahlen liegt Brasilien weltweit inzwischen auf dem
       dritten Rang hinter den USA und Russland. Das Land hatte sich am Montag in
       der Statistik vor Großbritannien gesetzt. Nach Schätzungen von Experten
       könnten die Infektionszahlen jedoch um das 15-Fache höher sein als
       offiziell erfasst. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land
       wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort Corona-Tests nur in
       relativ geringem Umfang gibt. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt
       der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht
       wird. (afp)
       
       ## Notstand in Kolumbien gilt bis Ende August
       
       2.05 Uhr: Kolumbiens Präsident Ivan Duque verlängert zum vierten Mal die
       landesweite Ausgangssperre. Die Beschränkung gelte nun eine weitere Woche
       bis zum 31. Mai, erklärt Duque. Das Andenland hat nach offiziellen Angaben
       fast 17.000 bestätigte Fälle und verzeichnet mehr als 600 Tote. Der
       Gesundheitsnotstand des Landes, der am 31. Mai enden sollte, werde zudem
       bis Ende August verlängert, fügt Duque hinzu. (rtr)
       
       ## US-Staaten sollen bei Daten gestümpert haben
       
       1.57 Uhr: Gesundheitsbehörden einiger US-Staaten sollen Corona-Statistiken
       verpfuscht oder sogar mit Tricks bewusst geschönt haben. In Virginia, Texas
       und Vermont etwa räumten Beamte ein, die Ergebnisse von Virus-Tests, die
       eine aktive Infektion zeigen, mit Antikörper-Tests kombiniert zu haben, die
       auf eine frühere Ansteckung hinweisen. Dadurch könne der Eindruck
       entstehen, dass ein bestimmter Staat beeindruckende Testzahlen vorzuweisen
       habe, erklärten Experten. Ein wahres Bild vom Ausmaß der Ausbreitung von
       Sars-CoV-2 liefere die Herangehensweise jedoch nicht. (dpa)
       
       ## Wirtschaft steht für Trump an erster Stelle
       
       1.09 Uhr: [17][US-Präsident Donald Trump] ordnet an, dass die Regulierung
       der Wirtschaft zurückgefahren wird. Er habe die Behörden angewiesen,
       „unnötige Vorschriften zu beseitigen, die die wirtschaftliche Erholung
       behindern“, sagt Trump. Das Dekret soll seiner Ansicht nach der Wirtschaft
       helfen, sich von den Auswirkungen der Coronaviruskrise zu erholen. (rtr)
       
       ## Reisebeschränkung in den USA bis Juni verlängert
       
       0.31 Uhr: Die USA verlängern die Beschränkungen von Reisen nach Mexiko und
       Kanada um weitere 30 Tage. Die Reisebeschränkungen sollten ursprünglich am
       Mittwoch aufgehoben werden, gelten nun aber bis zum 22. Juni. (rtr)
       
       [18][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [19][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       20 May 2020
       
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