# taz.de -- Demos gegen Ausgangssperren in den USA: Schützenhilfe aus dem Weißen Haus
       
       > Präsident Trump befeuert über Twitter den Streit um Corona-Restriktionen
       > einzelner Bundesstaaten. Die USA haben weltweit die höchste Zahl von
       > Infektionen.
       
 (IMG) Bild: Demo von Trump-Anhänger*innen gegen Ausgangssperren in Lansing vor dem Michigan State Capitol
       
       Washington epd | US-Präsident Donald Trump hat sich solidarisch gezeigt mit
       Demonstranten, die ein Ende der Ausgangsbeschränkungen wegen des
       [1][Coronavirus] fordern. „Befreit Minnesota!“ und „Befreit Michigan!“,
       schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter, gefolgt von:
       „Befreit Virginia, und rettet euren großartigen zweiten Verfassungszusatz.
       Er steht unter Belagerung!“ Der zweite Zusatz zur US-Verfassung garantiert
       das Recht auf Waffentragen. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in
       den USA stieg derweil auf mehr als 700.000.
       
       In allen drei Bundesstaaten hatte es in den vergangenen Tagen
       Demonstrationen gegen die wegen des Coronavirus verhängten
       Ausgangsbeschränkungen gegeben. Alle drei Staaten werden zudem von
       Politikern der Demokratischen Partei regiert. Trump ist Republikaner.
       
       ## Teilweise bewaffnete Demonstranten
       
       Bei der größten Protestaktion hatten am Mittwoch rund 3.000 teilweise
       bewaffnete Demonstranten in Minnesotas Hauptstadt Lansing protestiert,
       teilweise mit Trump-Wahlkampfmützen und -flaggen. Am Freitag hatten rund
       800 Menschen vor der Gouverneursresidenz in Minnesotas Hauptstadt St. Paul
       unter dem Banner „Befreit Minnesota“ demonstriert.
       
       Ebenfalls am Freitag griff [2][Trump] den demokratischen Gouverneur des
       Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, an. Dieser solle „rausgehen und seine
       Arbeit machen“, schrieb er über den Regierungschef des mit mehr als 10.000
       Todesopfern am schwersten vom Coronavirus betroffenen Bundesstaates. Cuomo
       reagierte mit der lapidaren Bemerkung, wenn Trump „zu Hause sitzt und TV
       guckt, sollte er vielleicht aufstehen und zur Arbeit gehen“.
       
       In mehr als 40 der 50 US-Bundesstaaten gelten derzeit
       Ausgangsbeschränkungen. Trump hatte mehrfach deutlich gemacht, dass er sich
       ein Ende der Beschränkungen wünscht, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
       Die Entscheidungsgewalt liegt jedoch bei den Gouverneuren der einzelnen
       Staaten.
       
       Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer reagierte auf Trumps
       Twitter-Botschaften mit den Worten, sie hoffe, diese würden „nicht weitere
       Proteste ermutigen“. Michigan werde das Wirtschaftsleben dann wieder zur
       Normalität zurückkehren lassen, „wenn es sicher ist“, betonte sie.
       
       Virginias Gouverneur Ralph Northam sagte, angesichts des Kampfes gegen das
       Coronavirus habe er „keine Zeit, mich mit Twitter-Kriegen zu beschäftigen“.
       Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, sagte zu den Tweets des
       Präsidenten, seine wichtigste Aufgabe sei es, für die Sicherheit der
       Bewohner seines Staates zu sorgen. Er habe nicht die Zeit sich mit der
       Frage zu beschäftigen, warum Trump solche Botschaften schreibe.
       
       Für Samstag sind weitere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen
       geplant, unter anderem in New Hampshire, Maryland, Texas und Colorado. Die
       USA sind inzwischen das Land mit der höchsten Zahl nachgewiesener
       Corona-Infektionen weltweit. Ihre Zahl stieg am Freitag (Ortszeit) laut der
       Johns-Hopkins-Universität auf mehr als 700.200. Knapp 37.000 Menschen
       starben demnach.
       
       ## Trump kritisiert Zahlen aus China
       
       Trump warf China vor, auch eine von der chinesischen Regierung nach oben
       korrigierte Zahl zu den Todesopfern durch das Coronavirus sei noch deutlich
       zu niedrig. Die tatsächlichen Zahlen seien „wesentlich höher, und
       wesentlich höher als die der USA“, schrieb er bei Twitter.
       
       [3][China hatte die Zahl der Todesopfer] durch das Coronavirus am Freitag
       um knapp 1.300 nach oben korrigiert. Demnach starben insgesamt mehr als
       4.600 Menschen in der Volksrepublik an den Folgen einer Corona-Infektion.
       Die USA werfen Peking vor, Informationen zum ersten Auftreten des Virus
       verschleiert zu haben. US-Sicherheitsdienste gehen laut Medienberichten
       inzwischen dem Verdacht nach, dass das Virus entgegen der Darstellung
       Chinas aus einem Forschungslabor in Wuhan stammen könnte und von dort
       versehentlich in die Außenwelt geriet.
       
       18 Apr 2020
       
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