# taz.de -- taz🐾sachen: Das Leben, die taz. Gleichzeitig
       
       In der Rushhour des Lebens, genau da bin ich gerade. Ich bin auf meinem
       Fahrrad, ich bin auf Instagram. Ich schmiere meinem Kind das Schulbrot, ich
       schreibe einen Tweet. Ich mache Fotos, ich höre Musik, ich singe, ich
       tanze, ich poste eine Instagram-Story. Ich gehe nicht ans Telefon, ich
       schreibe Telegram-Nachrichten, ich lese Nachrichten, ich höre Podcasts. Ich
       date, ich küsse, ich gehe einkaufen. Manchmal bin ich krank. Dann gehe ich
       spazieren, wenn es wieder geht.
       
       Ich mache Überweisungen, ich mache mir Gedanken. Ich habe Sex, ich habe
       Hunger, ich will alles verstehen. Ich rede, ich höre zu, ich unterbreche
       und ich lasse mich unterbrechen. Ich räume die Spülmaschine ein und die
       Waschmaschine aus. Ich sollte meine Eltern mal wieder anrufen. Ich mache
       mir Sorgen, ich mache mir ein Brot. Ich hole mein Kind von der Schule ab,
       ich bestelle Dinge, ich putze das Klo. Ich müsste mal wieder saugen und zum
       Zahnarzt. Ich bringe mein Kind ins Bett und schlafe ein. Ich liebe, ich
       lache, ich laufe.
       
       Heute bin ich das erste Mal zur taz gelaufen. Seit heute arbeite ich hier,
       neben dem ganzen anderen Kram. Ich habe mir Kaffee geholt und meinen Login.
       Ich saß in zwei Konferenzen und habe einen Podcast moderiert. Ab Freitag
       kann man ihn hören. In „Specht hat Recht“ streiten zwei Kollegen über das
       Tempelhofer Feld und seine mögliche Bebauung. Wir sprechen über
       Entschleunigung und was wir dafür brauchen.
       
       „Das alles am ersten Tag?“, fragt eine Kollegin. „So wie immer“, sage ich.
       Die Gleichzeitigkeit von allem, oder: mein Leben. Mareice Kaiser
       
       10 Jan 2020
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mareice Kaiser
       
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