# taz.de -- Boliviens Ex-Präsident wechselt Exil: Evo Morales in Argentinien
       
       > Seit zwei Tagen ist der neue argentinische Präsident Alberto Fernández im
       > Amt. Und schon erhält Boliviens Ex-Staatschef dort politisches Asyl.
       
 (IMG) Bild: Von Mexiko nach Argentinien: neues Asyl für Boliviens Ex-Präsidenten Evo Morales
       
       Buenos Aires taz | Evo Morales hat in Argentinien um politisches Asyl
       gebeten. Am Donnerstag landete Boliviens ehemaliger Präsident auf dem
       internationalen Flughafen von Buenos Aires. Dort traf er sich mit seinen
       zwei Kindern, die bereits seit drei Wochen in Argentinien sind.
       
       Morales' Ankunft erfolgte zwei Tage nach dem Amtsantritt des neuen
       argentinischen Präsidenten Alberto Fernández. Der Mitte-links-Politiker
       hatte [1][Morales' Rücktritt am 10. November] sofort vehement als Putsch
       kritisiert. Boliviens De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez war nicht zu seiner
       Amtseinführung eingeladen worden.
       
       „Vor einem Monat kam ich in Mexiko an, dem Bruderland, das unser Leben
       gerettet hat. Ich war traurig und gebrochen. Jetzt bin ich in Argentinien
       angekommen, um weiter für die Bedürftigsten zu kämpfen und die Patria
       Grande zu vereinen. Ich bin stark und guten Mutes. Ich danke Mexiko und
       Argentinien für ihre Unterstützung und Solidarität“, [2][twitterte] Morales
       nach seiner Ankunft.
       
       Erwartet wird, dass Morales von Argentinien aus den Wahlkampf seiner
       Partei, des Movimiento al Socialismo, bei den [3][Neuwahlen zur
       Präsidentschaft] leiten wird, die die De-facto-Regierung in Bolivien laut
       der Verfassung durchführen lassen muss. In Argentinien leben rund 400.000
       bolivianische Staatsangehörige, dazu kommen etwa eine Million Menschen
       bolivianischer Herkunft.
       
       ## Ausreise aus Mexiko auf Druck der USA?
       
       Mit Morales kamen auch der ehemalige Vizepräsident Álvaro García Linera,
       der ehemalige Außenminister Diego Pary Rodríguez, die ehemalige
       Gesundheitsministerin Gabriela Montaño sowie der ehemalige Botschafter
       Boliviens bei der OAS José Alberto Gonzáles in Argentinien an.
       
       Argentiniens Außenministerium bestätigte, dass dem „ehemaligen Präsidenten
       Boliviens, Evo Morales Ayma, sowie vier ehemaligen Regierungsmitgliedern
       Asyl“ gewährt wurde. „Die Asylbewerber werden einen endgültigen
       Flüchtlingsstatus erhalten, nachdem die Anerkennungsverfahren […]
       abgeschlossen sind“, heißt es in der Mitteilung des Außenministeriums.
       
       Morales sei aufgefordert worden, „sich zu verpflichten, in Argentinien
       weder politische Erklärungen abzugeben noch sich mit der Politik in
       Bolivien zu befassen“, sagte Argentiniens neuer Außenminister Felipe Solá.
       Diese Verpflichtung sei aber eine „politische und persönliche Übereinkunft“
       zwischen der argentinischen Regierung und dem ehemaligen bolivianischen
       Präsidenten, so Solá.
       
       Evo Morales war am 10. November von Präsidentenamt zurückgetreten. Tags
       darauf war er nach Mexiko gereist und hatte dort „aus humanitären Gründen“
       Asyl erhalten. Vergangene Woche war der 60-Jährige wegen medizinischer
       Angelegenheiten nach Kuba geflogen.
       
       Spekuliert wurde jedoch sofort, Morales habe Mexiko auf Druck der
       US-Regierung verlassen müssen. Dies sei der Preis dafür gewesen, dass die
       US-Administration die mexikanischen Drogenkartelle zunächst nicht [4][wie
       angekündigt als Terrororganisationen einstufte]. Das wiederum hätte den
       US-Militärs als Grundlage für eine bewaffnete Intervention im südlichen
       Nachbarland gedient.
       
       13 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Evo-Morales-tritt-zurueck/!5639965
 (DIR) [2] https://twitter.com/evoespueblo/status/1205143737392910338?ref_src=twsrc%5Etfw
 (DIR) [3] /Spannungen-in-Bolivien-nehmen-ab/!5643537
 (DIR) [4] /US-Drogenpolitik-zu-Mexiko/!5644803
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jürgen Vogt
       
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