# taz.de -- Te Puia o Whakaari in Neuseeland: Vulkanausbruch fordert Tote
       
       > Eine Gruppe von Urlaubern unternahm zum Zeitpunkt des Ausbruchs eine
       > Wanderung in der Nähe des Kraters. Mehr als 20 Menschen werden noch
       > vermisst.
       
 (IMG) Bild: Luftaufnahme von „White Island“ am 9. Dezember
       
       AUCKLAND dpa/ap | Aus einem Ausflug ist für eine Gruppe von
       Neuseeland-Urlaubern ein tödliches Abenteuer geworden. Die Gruppe wurde auf
       einer Bootstour zu der Insel White Island am Montag von einem
       Vulkanausbruch überrascht. Mindestens fünf Menschen wurden getötet. Mehr
       als 20 Menschen würden laut offiziellen Angaben weiterhin vermisst.
       
       Die Polizei rechnet nicht mehr mit weiteren Überlebenden. „Auf der
       Grundlage der vorliegenden Informationen gehen wir nicht davon aus, dass
       noch Überlebende auf der Insel sind“, erklärte sie in der Nacht zum
       Dienstag (Ortszeit). Alle Menschen, die lebend von der Vulkaninsel White
       Island gerettet werden konnten, seien bereits „bei der Evakuierung“ in
       Sicherheit gebracht worden.
       
       Der Vulkan brach nach Angaben der Behörden gegen 14.11 Uhr Ortszeit (2.11
       Uhr MEZ) aus. Auf Bildern einer Beobachtungskamera ist zu sehen, wie sich
       kurz zuvor noch eine größere Gruppe von Wanderern in unmittelbarer Nähe des
       Kraters aufhält. Dann wird die Kamera schwarz. Die Polizei sprach davon,
       dass zu diesem Moment bis zu 50 Menschen auf der Insel waren.
       
       Zu möglichen deutschen Betroffenen gab es am Morgen noch keine
       Informationen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die deutsche Botschaft in
       Wellington bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung.
       
       White Island liegt im Nordosten von Neuseelands Nordinsel, etwa 50
       Kilometer von der Küste entfernt. Selbst von dort war die riesige
       Aschewolke zu sehen. Der letzte größere Ausbruch war 2016. Damals wurde
       niemand verletzt. In den vergangenen Wochen war jedoch wieder verstärkte
       Aktivität bemerkt worden. Dies führte aber nicht dazu, dass die Touren
       verboten wurden. Das Betreten ist grundsätzlich nur im Beisein von
       ausgebildeten Führern erlaubt. Die Insel befindet sich in Privatbesitz.
       
       ## „Der dramatische Vulkan“
       
       Bei Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, heißt der Vulkan Te Puia o
       Whakaari. Das bedeutet: „Der dramatische Vulkan“. Die Insel ragt etwa 320
       Meter in die Höhe. Der weitaus größte Teil des Vulkans ist unter Wasser.
       Mehrere Unternehmen bieten von der Küste aus Tagestouren mit dem Boot an.
       Pro Jahr wird die Insel von etwa 10.000 Ausflüglern besucht.
       
       Aus Sorge vor weiteren Eruptionen war es Polizei und Rettungskräften nach
       Angaben eines Sprechers zunächst nicht möglich, die Insel genauer
       abzusuchen. Im Einsatz waren mindestens sieben Hubschrauber. Neuseelands
       Vize-Polizeichef John Tims sagte, „wahrscheinlich“ gebe es noch mehr
       Todesopfer. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte dazu: „Wir
       haben derzeit noch keine volle Klarheit. Wir wollen jetzt nicht
       spekulieren.“ Auch am Abend lief die Suche noch.
       
       Mehrere der Ausflügler kamen von einem Kreuzfahrtschiff, der „Ovation Of
       The Seas“. Die Reederei übermittelte der Polizei eine Liste von
       Passagieren. Ob auch Deutsche während des Ausbruchs auf der Insel waren,
       ließ sich zunächst nicht klären.
       
       Die „Weiße Insel“ wurde 1769 von dem britischen Seefahrer James Cook
       entdeckt, der ihr auch den Namen gab. Grund dafür war, dass White Island
       ständig in einer Wolke von weißem Dampf und Rauch erschien. Cook ahnte
       jedoch offenbar nicht, dass sich dahinter ein Vulkan verbirgt. Die
       Tagestouren, bei denen man einen Blick ins Innere der Erde werfen kann,
       sind sehr beliebt.
       
       Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch
       aktivsten Zone der Erde. Auch Erdbeben sind dort keine Seltenheit. In der
       Stadt Christchurch kamen bei einem Beben im Februar 2011 mehr als 180
       Menschen ums Leben.
       
       9 Dec 2019
       
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