# taz.de -- Kevin Kühnert besucht Taxizentrale: Ein Herz für Taxifahrer
       
       > Kevin Kühnert, frischgebackenes SPD-Bundesvorstandsmitglied, mahnt
       > härtere Regeln für Konkurrenzdienst Uber an.
       
 (IMG) Bild: Ein echter Sozialdemokrat fährt natürlich nicht Uber: Kevin Kühnert vor Taxi
       
       Woran erkennt man Spitzenpolitiker? Natürlich daran, dass sie ganz nah an
       den Menschen dran sind. Schulz hat sein Würselen, Merkel ihre
       Kartoffelsuppe. Kevin Kühnert wiederum hat etwas, das ihn am Dienstagmorgen
       in der Zentrale von Taxi Berlin noch viel näher an sein Publikum
       heranbringt: „Mein Großvater war selber lange Taxifahrer“, so [1][das
       frischgebackene SPD-Bundesvorstandsmitglied].
       
       Kühnert kam auf Einladung der Innung, der Vertretung der
       Taxi-Kleinunternehmen. „Das hier ist ein Hilfeschrei unserer Branche“, so
       der ebenfalls anwesende Vizepräsident des Taxi-Bundesverbandes Waldner.
       Auslöser sind Dienstleister wie Uber und FreeNow. Sie machen den
       Taxifahrern in Berlin Konkurrenz – durch Umgehung bestehender Regeln, die
       das Taxigewerbe schützen sollen.
       
       Die Fahrer von Uber missachten etwa systematisch die sogenannte
       Rückkehrpflicht, nach der personenbefördernde Mietwagen nach jeder Fahrt zu
       ihrem Ausgangspunkt zurückkehren müssen. Auch Lohn-Dumping sei zu
       beobachten. „Die Verkehrssenatorin wehrt sich regelrecht dagegen, durch
       elektronische Kontrollgeräte das Recht durchzusetzen“, so der Vorsitzende
       der Innung Nadolski.
       
       Kühnert zeigt viel Verständnis und meint mit Blick auf Uber, es müssten für
       alle Wettbewerber dieselben Regeln gelten: „Ein Geschäftsmodell, das auf
       Ausbeutung beruht, ist für mich illegitim“, so der
       Immer-noch-Juso-Vorsitzende.
       
       Als es um die geplante [2][Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro] geht,
       konfrontieren die Taxisten ihn mit ihren Geldsorgen. Doch auch hier
       signalisiert Kühnert Verbundenheit: „Taxis müssten als Daseinsvorsorge zur
       Not subventioniert werden.“
       
       Einen Lacher erntet der Jungsozialist mit seiner Begründung, wieso
       Chauffeure SPD wählen sollten: „Also ich habe vorm Willy-Brandt-Haus noch
       nicht einen Uber-Fahrer halten sehen.“
       
       17 Dec 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kevin-Kuehnert-ueber-Verantwortung/!5645159&s=mindestlohn+berlin/
 (DIR) [2] /Grosse-Koalition-nach-dem-SPD-Parteitag/!5645060&s=mindestlohn+berlin/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Björn Brinkmann
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Kevin Kühnert
 (DIR) Taxifahrer
 (DIR) Mindestlohn
 (DIR) Taxisbranche
 (DIR) Taxi-App
 (DIR) Uber
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Uber erschwert den Taxis das Geschäft: Taxifahrer fühlen sich uberfahren
       
       Seit zwei Jahren ist das Unternehmen Uber auf Berlins Straßen unterwegs.
       Die Taxifahrer der Stadt treibt das in finanzielle Not.
       
 (DIR) Arbeit in Serie: Der Taxiunternehmer: „Viele von uns sind frustriert“
       
       Mehmet Deisel hat sich als Taxifahrer selbstständig gemacht. Um
       konkurrenzfähig zu bleiben, entwickelt er mit Blick auf Uber eine Taxi-App.
       
 (DIR) Sabotage an Uber-Rädern: Das ist ein Uberfall
       
       Ein Aufruf Reifen von Jump-Leihrädern zu zerstechen, stößt auf Resonanz.
       Der Protest zielt auf Uber, das es mit Gesetzen auch nicht so genau nimmt.