# taz.de -- halbherzig: Geisterfahrer in Sachen Kinderrechte
       
       Der Kinderschutzbund hat am Mittwoch feierlich einen Platz für Kinderrechte
       eingeweiht – pünktlich zum 30. Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention.
       
       Eine gute Sache, aber es gibt stärkere Signale, um die Wichtigkeit der
       Kinderrechte zu unterstreichen: Fast alle Bundesländer haben Kindern in
       ihrer Landesverfassung gesonderte Rechte eingeräumt, als vorletztes Land
       2018 Hessen. Nun gibt es nur noch einen Geisterfahrer auf der Straße der
       Kinder-Sonderrechte: Hamburg. Hier findet man diesen Schritt bis heute
       unnötig – neuer Platz der Kinder hin oder her.
       
       Kinderrechte garantieren Kindern unter anderem Freizeit, Erholung,
       gewaltfreie Erziehung, eine eigene Meinung und ein sicheres Zuhause – so
       lange sie nicht in Hamburg leben.
       
       Für Ralf Slüter, den Geschäftsführer des Hamburger Kinderschutzbundes, ist
       klar: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz. „Menschenrechte gibt es schon“,
       sagt er, „aber Kinder müssen unter besonderem Schutz stehen.“
       
       Die Position teilt der Hamburger Senat. Sie aber zunächst einmal in der
       Landesverfassung zu verankern, sieht man keine Notwendigkeit. „Wenn wir es
       hier in Hamburg regeln, ist das schön, hilft aber nicht viel“, begründet
       der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, die Zurückhaltung.
       
       Vielleicht ist der Ansatz tatsächlich sinnlos, die Kinderrechte wenigstens
       symbolisch in die Landesverfassung aufzunehmen. Es ist diskutabel, ob das
       dazu beitragen könnte, zumindest regional das Bewusstsein für die Rechte
       von Kindern zu stärken; ob der Verfassungsrang dazu beitragen kann, dass
       die (Landes-)Kinder diese Rechte auch tatsächlich einfordern.
       
       Vielleicht also liegen bei diesem Thema alle anderen Bundesländer falsch.
       Das kann ja durchaus sein. Vielleicht ist Hamburg aber auch jener
       sprichwörtliche Geisterfahrer, dem der Ausspruch zugeschrieben wird: „Die
       fahren alle auf der falschen Seite!“Sophie Hansen
       
       23 Nov 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sophie Hansen
       
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