# taz.de -- Proteste und Ausschreitungen in Haiti: Mit Feuer und Straßenblockaden
       
       > Schlägertrupps ziehen durch die Straßen, Benzin und Lebensmittel werden
       > knapp. Demonstranten in Haiti fordern den Rücktritt von Regierungschef
       > Moïse.
       
 (IMG) Bild: Drei Maskierte auf einem Motorrad
       
       PORT-AU-PRINCE taz/dpa | [1][Seit Wochen protestieren Tausende Menschen] in
       Haiti gegen die Regierung. Die gewalttätigen Krawalle haben das öffentliche
       Leben weitgehend lahmgelegt. In der Stadt Les Cayes im Süden des
       Karibikstaats plünderten Banden eine Reihe von Geschäften und griffen
       Händler an, wie der Radiosender Metropole am Donnerstag berichtete.
       Vermummte Schlägertrupps kontrollierten demnach die Straßen, vereinzelt
       wurden Läden in Brand gesteckt.
       
       Die Hauptstadt Port-au-Prince steht nach Medienberichten vor einer
       humanitären Krise, weil seit rund drei Wochen die wichtigsten
       Zufahrtsstraßen blockiert und die Nahrungsmittel rar werden.
       
       Kliniken, Waisenhäuser und Ambulanzen seien nur bedingt einsatzfähig, weil
       es unter anderem an Benzin und sauberem Wasser fehle, teilte das Amt der
       Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha)
       mit. Die Hilfsprogramme der UN und von Nichtregierungsorganisationen
       könnten wegen der Straßensperren nur eingeschränkt arbeiten. Viele Schulen
       seien geschlossen, schätzungsweise zwei Millionen Kinder und Jugendliche
       hätten derzeit keinen Zugang zu Bildung.
       
       Seit Monaten fordern Regierungsgegner den Rücktritt von Präsident Jovenel
       Moïse, der mittlerweile untergetaucht ist. Sie werfen der Regierung vor,
       Geld aus dem Petrocaribe-Programm veruntreut zu haben, über das Haiti
       jahrelang Erdöllieferungen aus Venezuela zu günstigen Konditionen erhalten
       hatte. Aber laut [2][Katja Maurer von der Menschenrechtsorganisation Medico
       International genießt Moïse die Unterstützung der USA, Kanadas und der EU].
       
       Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat mit etwa
       elf Millionen Einwohnern ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland
       abhängig. Laut Maurer leben vier von fünf Haitianern unter dem
       Existenzminimum, die Verzweiflung über die wirtschaftliche Situation sei
       enorm groß. Neben der grassierenden Korruption ist auch Gewaltkriminalität
       ein großes Problem, die im Zuge der Proteste weiter eskalieren könnte.
       
       4 Oct 2019
       
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 (DIR) [1] /Proteste-gegen-Regierung-von-Haiti/!5571592/
 (DIR) [2] https://www.medico.de/blog/die-haitianische-regierungskrise-17516/
       
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