# taz.de -- Demonstrationen in Ägypten: Seltener Protest gegen al-Sisi
       
       > Hunderte Regierungskritiker protestierten gegen Präsident Abdel Fattah
       > al-Sisi. Seit Jahren gab es keine größeren Proteste gegen die Führung in
       > Ägypten.
       
 (IMG) Bild: Nach der Machtübernahme durch das Militär 2013 gab es kaum größere Aktionen in Ägypten
       
       Kairo dpa | Zum ersten Mal seit Jahren ist es wieder zu größeren Protesten
       gegen die Führung in Ägypten gekommen. Hunderte Ägypter forderten am späten
       Freitagabend den Sturz des [1][Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi], wie auf
       Videos zu sehen war, die in den sozialen Netzwerken geteilt wurden.
       
       Nach der Machtübernahme durch das Militär 2013 hatte es kaum noch größere
       Aktionen dieser Art in Ägypten gegeben. Oppositionsmedien berichteten von
       Demonstrationen auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo, Alexandria, Suez
       und Mansura. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. In Kairo seien
       mehrere Demonstranten von der Polizei verhaftet worden, berichtete die
       unabhängige Webseite Mada Masr.
       
       Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch rief die Führung in
       Ägypten auf, die friedlichen Proteste nicht zu verhindern. Die Behörden
       sollten zudem alle Festgenommenen unverzüglich freilassen, teilte die
       Organisation am Samstag mit. Al-Sisis Sicherheitskräfte hätten erneut
       brutale Methoden angewandt, [2][um friedliche Proteste kleinzuhalten],
       sagte der stellvertretende Nahost- und Nordafrikadirektor von Human Rights
       Watch, Michael Page.
       
       „Die Behörden sollten erkennen, dass die Welt zuschaut und alle Schritte
       unternehmen, um eine Wiederholung früherer Gräuel zu verhindern.“
       
       Zu den Protesten hatte unter anderem der im Exil lebende ägyptische
       Bauunternehmer und Schauspieler Mohammed Ali in der vergangenen Woche
       aufgerufen. In mehreren Videos, die er auf seiner Facebookseite
       veröffentlicht hatte, warf er dem Präsidenten und der ägyptischen Armee
       Korruption vor. Ali hatte selbst nach eigenen Angaben 15 Jahre mit der
       ägyptischen Armee zusammengearbeitet. In der vergangenen Woche hatte
       Präsident Al-Sisi die Vorwürfe zurückgewiesen.
       
       21 Sep 2019
       
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