# taz.de -- wie machen sie das?: Der Profisparer
       
       Torsten Heinze, 30, sammelt Gutscheine und ist Extremcouponer. Für Waren im
       Supermarkt bezahlt er meist nur einen Bruchteil und manchmal gar nichts. 
       
       taz am wochenende: Herr Heinze, wenn Sie einkaufen gehen, erhalten Sie
       nicht selten über 70 Prozent Rabatt. Wie machen Sie das? 
       
       Torsten Heinze: Ich kombiniere Sonderangebote der Supermärkte mit Coupons
       und Rabattaktionen der Hersteller. Wenn es Rabatte von 90 Prozent und mehr
       gibt, nennt sich das Extremcouponing. Dann wird so viel eingekauft, wie
       man greifen kann.
       
       Woher kriegen Sie die Rabattcoupons? 
       
       Coupons gibt es eigentlich überall: im Supermarkt, in Prospekten, online
       auf verschiedenen Portalen oder direkt auf den Webseiten der Hersteller.
       Ich organisiere mich zudem auf Facebook, über verschiedene Communitys und
       mit meinem Forum „Coupon-Palme“. Wenn man etwas Neues findet, postet man
       es. Und wer eine Frage hat, kann sie in das Forum schmeißen.
       
       Wie viel Zeit verbringen Sie mit der Suche nach Rabatten? 
       
       Am Anfang habe ich mehrere Stunden am Tag nach Coupons gesucht. Mit der
       Zeit bin ich zu Stammtischtreffen gegangen und auch Freunde haben begonnen,
       sich mit dem Thema zu befassen. Dann hat sich der Aufwand auf eine halbe
       bis eine Stunde am Tag reduziert. Viel läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda.
       
       Werden Sie an der Kasse schief angesehen, wenn Sie mit vielen Rabattcoupons
       jonglieren? 
       
       Oftmals gucken die Kassierer ein bisschen blöd. Mittlerweile haben die sich
       aber an mich gewöhnt. Die viel blöderen Blicke kriege ich von anderen
       Kunden. Ich versuche Stress zu umgehen, indem ich den Leuten hinter mir in
       der Schlange anbiete, nach vorn zu gehen, weil es bei mir ein bisschen
       länger dauern könnte. Manche schauen aber auch interessiert und fragen, wie
       ich das gemacht habe.
       
       Wollen Sie eigentlich nur sparen? 
       
       Nein, ich mache das aus Spaß. Angefangen habe ich sicher mit dem Ansporn,
       so wenig Geld wie möglich auszugeben. Direkt nach der Ausbildung hat man es
       ja nicht so dicke. Ich spare lieber im Supermarkt und kann mir dafür jedes
       Jahr ein neues Handy leisten. Meine Leidenschaft ist die Technik, da wird
       nicht gespart.
       
       Was empfehlen Sie Einsteiger*innen? 
       
       Rabattcoupons am Anfang in einem Ordner und nach Gültigkeit sortieren, dass
       man nicht mit Coupons an der Kasse steht, die schon abgelaufen sind. Ganz
       wichtig: Nicht sofort alle Gutscheine einlösen und erst dann, wenn etwas
       ins Angebot kommt, zuschlagen.
       
       Interview: Simon Schwarz
       
       7 Sep 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simon Schwarz
       
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