# taz.de -- Das war: AfD-Fraktion aufgelöst
       
       Es war das unrühmliche Ende eines mehrmonatigen Machtkampfes: Die
       AfD-Fraktion Bremen hat sich nur drei Monate nach dem Einzug der Partei in
       die Bürgerschaft aufgelöst. Das gab sie am Montag in einer Pressekonferenz
       bekannt. Alle bisherigen Fraktionsmitglieder werden künftig nur noch als
       Abgeordnete der Bürgerschaft gezählt.
       
       Die Auflösung ist das Ergebnis einer Schlammschlacht zwischen den führenden
       Bremer AfD-Köpfen Frank Magnitz und Thomas Jürgewitz um Mandatsposten. Der
       nun degradierte Fraktionsvorsitzende Jürgewitz hatte von Magnitz das
       Abtreten seines Mandats in der Bürgerschaft gefordert. Er sollte sich
       stattdessen auf seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter konzentrieren,
       forderte Jürgewitz. Dabei erhielt er Rückendeckung vom AfD-Bundesvorstand.
       Nach Aussagen von Jürgewitz hatte Magnitz schon im Mai Anspruch auf den
       Fraktionsvorsitz erhoben. Jürgewitz gefiel das natürlich nicht. Als Grund
       schob er vor, das sei angesichts des schwachen Wahlergebnisses der AfD in
       Bremen nicht ratsam.
       
       Am Montag schließlich gab Magnitz gemeinsam mit den Abgeordneten Uwe
       Felgenträger und Mark Runge die Trennung der Fraktion bekannt. Zu dritt
       bilden sie fortan eine Gruppe innerhalb der Bürgerschaft, die sich aber
       nicht AfD-Gruppe nennen darf – das hat ihr der Bundesvorstand verboten.
       Jürgewitz bleibt als Verbündeter nur der Abgeordnete Peter Beck.
       
       Aus der Spaltung ergeben sich zahlreiche Nachteile für die AfD. Die
       einzelnen Abgeordneten haben keinen Anspruch auf den monatlichen Zuschuss
       von 50.000 Euro für Oppositionsarbeit, den die Fraktion erhalten würde.
       Auch für den Vorsitz in Ausschüssen kommen die Fraktionslosen nicht in
       Frage.
       
       In der Bürgerschaft sorgte die Spaltung für Kopfschütteln. Für den
       Grünen-Abgeordneten Björn Fecker ist die Spaltung der Beweis, „dass diese
       Trümmertruppe keine Alternative für Bremen und Bremerhaven ist“. Die
       SPD-Landesvorsitzende Sascha Karolin Aulepp sei über den Umgang der AfD
       untereinander nicht überrascht, denn „außer Hass und Hetze können die
       nichts“. Der CDU-Landesvorsitzende Carsten Meyer-Heder sieht die AfD „mit
       dem Parlamentarismus überfordert“.
       
       Die taz konnte die Pressekonferenz am Montag nicht selbst mitverfolgen. Der
       Zugang wurde der Journalistin mit dem Hinweis verwehrt, sie sei nicht
       willkommen. Die Landespressekonferenz Bremen verurteilt den Ausschluss.
       Wolle die AfD als „Grundgesetzpartei“ glaubwürdig sein, müsse sie ihr
       Verhalten gegenüber den Medien „überprüfen und verändern“. Florian Fabozzi
       
       7 Sep 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Florian Fabozzi
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA