# taz.de -- Faustball-WM in Winterthur: Athleten der Faust!
       
       > Neuer, alter und beinah ständiger Faustball-Weltmeister ist Deutschland.
       > Österreich unterlag der deutschen Nationalmannschaft im Finale 0:4.
       
 (IMG) Bild: Der deutsche Abwehrspieler Sebastian Thomas beim Spiel gegen die Nationalmannschaft aus Österreich
       
       Berlin taz | Zum zwölften Mal Weltmeister, zum dritten Mal in Folge. Der
       Faustballsport bleibt, was er immer war, deutsch. Am Samstag gewann die
       deutsche Männer-Nationalmannschaft im schweizerischen Winterthur das Finale
       gegen Österreich glatt 4:0.
       
       Gespielt wird Faustball in Deutschland von über 40.000 Personen, wie der
       Deutsche Turnerbund mitteilt. Dort, bei den Turnern, die ihr Tun
       traditionell nicht als Sport, sondern als deutsche Form der Leibesübung
       verstehen, ist das angesiedelt, was Sportwissenschaftler Rückschlagspiel
       nennen.
       
       Ob das Spiel schon wirklich Faustball war, als Goethe es in seiner
       „Italienischen Reise“ beschrieb, ist unklar. Jedenfalls wurde es als
       organisiertes Spiel ab 1870 in Deutschland entwickelt, 1885 beim Deutschen
       Turnfest präsentiert, und ein ordentliches Regelwerk gibt es seit 1894.
       
       Der Eindruck, den man haben könnte, Faustball sei ein Weltsport, kommt aus
       der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg: Da waren es nämlich vor allem deutsche
       Auswanderer, die den Faustballsport in Länder wie Argentinien oder
       Brasilien trugen. Einen Weltverband, die International Fistball
       Association, gibt es seit 1960 und Weltmeisterschaften seit 1968.
       
       Wie deutsch dieser vermeintliche Weltsport ist, offenbarte sich schon bei
       der ersten WM, ausgetragen im österreichischen Linz: Gold: BRD, Silber:
       Österreich: Bronze: DDR.
       
       So ging es über die Jahre weiter. Nur die Schweiz und Brasilien konnten
       mithalten. Auch Länder wie Namibia erzielten schon mal Achtungserfolge. So
       wurde auch bei der 15. WM, die nun in Winterthur zu Ende ging, das Finale
       von Deutschland und Österreich bestritten. Dahinter „überrollte“ Brasilien
       die Schweiz, wie der Verband das Ergebnis des Spiels um den dritten Platz
       zusammenfasste.
       
       Die nächste Faustball-WM findet übrigens 2023 statt, in Mannheim.
       
       18 Aug 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Krauss
       
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