# taz.de -- Darmgesundheit für Veganer: Knochenbrühe geht auch boneless
       
       > Je besser es dem Magen-Darm-Trakt geht, desto besser geht es dem Körper
       > insgesamt. Dabei helfen kann der Pflanzen-Power-Trunk unser Kolumnistin.
       
 (IMG) Bild: Der Darm: eine faszinierende Welt mitten in unserem Körper
       
       Manchen ist er etwas peinlich, und erst vor einigen Wochen war er auf dem
       Spiegel-Cover. Nein, es geht heute nicht um Kevin Kühnert – sondern um den
       Darm. Meine aktuelle Obsession in Sachen veganer Ernährungsoptimierung ist
       nämlich der Magen-Darm-Trakt und die Mikroorganismen, die dort leben. Je
       besser es den kleinen Kerlchen und dem Verdauungssystem geht, [1][desto
       besser geht es dem Körper insgesamt].
       
       Als das Ding für Darmgesundheit wird seit einiger Zeit Bone Broth gehypt,
       also Knochenbrühe. Durch die in ihr enthaltenen Mineralien und Aminosäuren
       soll sie Magen- und Darmschleimhäute heilen, entzündungshemmend wirken, das
       Immunsystem stärken und auch noch ein Anti-Aging-Wundermittel sein.
       
       Nun ist mit Knochen kochen für Pflanzenfresser natürlich ein No-Go. „Ha! Da
       musst du Salatfresser halt auf den Zaubertrank verzichten“, stichelte mein
       Bruder auf Skype, während er in Schanghai einen Saft aus Tierknochen
       schlürfte. Nee, noch lange nicht! Bisher habe ich alles veganisieren
       können, worauf ich Lust hatte – auch die Bone Broth. Übrigens sind
       Menschen, die glauben, dass Veganer bloß Salat essen, dieselben, die
       denken, das einzige Möbel, auf dem man Sex haben kann, sei das Bett.
       
       Mit meinem Pflanzen-Power-Trunk können Veganer und Vegetarier ähnliche
       ernährungsphysiologische Vorteile genießen wie Knochensaftfans. Die meisten
       in Knochenbrühe enthaltenen Nährstoffe finden sich nämlich auch in
       Pflanzen. Zu den Ausnahmen gehört Kollagen. Allerdings bedeutet Kollagen
       essen nicht automatisch, mehr Kollagen zu haben, denn das Eiweiß wird
       während der Verdauung in seine einzelnen Aminosäurenbausteine zerlegt, und
       die werden nicht automatisch wieder zu Kollagen zusammengebastelt.
       
       Für meine Boneless Broth sammle ich im Kühlfach Reste, die beim Kochen
       anfallen, etwa Pilzstängel, Kartoffel- oder Karottenschalen und
       Sellerieenden. Haben sich so um die 750 Gramm angehäuft, kommt alles mit
       1,5 Litern Wasser in einen Topf und dazu: ein 7 cm langes Stück Kombu-Alge,
       30 g Wakame Alge, 100 g getrocknete Shiitake-Pilze, 3 EL Kokosöl, 2 EL
       Gelbwurzpulver, eine gehackte Zwiebel, 6 gehackte Knoblauchzehen, ein Stück
       frischer Ingwer und zwei Handvoll grüne Veggies wie Spinat oder Grünkohl.
       
       Alles bei geschlossenem Deckel aufkochen und eine Stunde auf kleiner Flamme
       köcheln lassen. Die Brühe absieben, mit Pfeffer und falls nötig (die Algen
       haben einen hohen Salzgehalt) mit etwas Salz abschmecken. Mit frisch
       gehackten Kräutern wie Petersilie oder Koriander garnieren und genießen –
       ein gutes Bauchgefühl ist garantiert.
       
       21 Jul 2019
       
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