# taz.de -- Haftbefehl gegen Assange beantragt: Staatsanwalt will Auslieferung
       
       > Dem Wikileaks-Gründer soll in Schweden der Prozess gemacht werden. Die
       > schwedische Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl wegen Vergewaltigung.
       
 (IMG) Bild: Protest in London gegen das Vorgehen der schwedischen Staatsanwaltschaft
       
       Kopenhagen ap | Die schwedische Staatsanwaltschaft hat gegen
       Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden einen Haftbefehl wegen des
       Verdachts der Vergewaltigung beantragt. Wenn das Gericht dem zustimme,
       „werde ich einen europäischen Haftbefehl ausstellen“, teilte Staatsanwältin
       Eva-Marie Persson am Montag mit. Assange, dem vor einem Monat weitere
       Zuflucht in Ecuadors Botschaft in London verweigert wurde, verbüßt in
       Großbritannien seitdem eine 50-wöchige Haft wegen 2012 begangener Verstöße
       gegen Kautionsauflagen.
       
       Der Antrag könnte zu einem juristischen Wettbewerb mit den USA führen, denn
       auch die Vereinigten Staaten wollen den australischen
       Enthüllungsjournalisten vor Gericht sehen. Sie werfen Assange Verschwörung
       zum Hacken in einen Pentagon-Computer vor.
       
       Vor einer Woche gaben schwedische Staatsanwälte bekannt, dass sie ihre
       Ermittlungen zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Assange wieder aufgenommen
       hätten. Es geht um neun Jahre alte Anschuldigungen, nach denen sich Assange
       in Schweden an zwei Frauen sexuell vergangen haben soll.
       
       Während ein Vorwurf des sexuellen Fehlverhaltens bereits 2017 verjährt ist,
       besteht ein Vergewaltigungsvorwurf weiter. Er verjährt erst im August 2020.
       Die Ermittlungen konnten erst jetzt wieder aufgenommen werden, da es zuvor
       mit Assange in der Botschaft keine Aussichten darauf gab, dass er für einen
       Prozess nach Schweden gebracht werden könnte.
       
       ## Hilflos ausgeliefert
       
       Die Nachrichtenagentur AP konnte den Antrag auf Haftbefehl einsehen. Danach
       wird Assange dafür gesucht, Geschlechtsverkehr absichtlich mit einer Frau
       gehabt zu haben, die dem im Schlaf hilflos ausgeliefert gewesen sei. Dazu
       werden schwere Bedingungen geltend gemacht, weil Assange kein Kondom
       benutzt habe.
       
       Der Wikileaks-Gründer war 2012 wegen eines schwedischen
       Auslieferungsantrags und einer möglichen über Schweden führenden
       Auslieferung an die USA in die ecuadorianische Botschaft in London
       geflüchtet. Er begründete das damit, dass ihm in den USA wegen der
       Veröffentlichung geheimer Dokumente die Todesstrafe drohe.
       
       Die britischen Behörden müssen laut Persson über den möglichen Konflikt
       zwischen dem europäischen Haftbefehl und dem US-Auslieferungsgesuch
       entscheiden. Datum und Zeit für eine Anhörung zur Haftbefehlssache im
       Bezirksgericht Uppsala nördlich von Stockholm gebe es noch nicht. Sie gehe
       aber davon aus, dass der Fall parallel zum Prozedere in Großbritannien
       laufen könne, sagte Persson.
       
       20 May 2019
       
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