# taz.de -- TV-Duell vor der Europawahl: Sieben auf einen Streich
       
       > Sieben Parteivorsitzende diskutieren vor der EU-Wahl in der ARD. Die
       > Debatte bietet wenig Neues, aber immerhin auch eine Überraschung.
       
 (IMG) Bild: Wenig Neues im TV-Europawahlkampf-Marathon?
       
       Dass [1][in Ungnade gefallene österreichische Politiker einer befreundeten
       Partei] auch über die Alpennation hinaus Interesse erwecken, davon konnte
       sich der AfD-Europawahl-Spitzenkandidat Jörg Meuthen überzeugen. Am
       Sonntagabend saß er bei Anne Will im Talk, 24 Stunden später musste er –
       gemeinsam mit den sechs anderen Chef*innen der Bundestagsparteien – zum
       ARD-„Gipfeltreffen“.
       
       Gut möglich also, dass Meuthen nicht lange überlegen musste, als
       Moderatorin Tina Hassel fragte, ob sich die Entwicklungen in Österreich auf
       die Europawahl auswirken könnten. Meuthen entgegnete wie am Vorabend: „Ein
       innerösterreichisches Ereignis.“
       
       Eine Antwort, so voraussehbar wie der Umstand, dass Meuthen diese Meinung
       für sich exklusiv hat. [2][Mit der Strache-Affäre] lassen sich vielleicht
       auch den deutschen Rechtspopulisten ein paar Prozent abringen. Der Skandal
       zeige, „was in Rechtspopulisten in ganz Europa steckt“ fasste
       CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer den Tenor zusammen. Auch
       das hatte man in den letzten Tagen in ähnlicher Form bereits vernehmen
       können.
       
       Nichts Neues also im schier endlosen TV-Europawahlkampf-Marathon? Ist nach
       einer Fragerunde von Ska Keller, Özlem Demirel und Jörg Meuten mit jungen
       Erstwähler*innen, nach dem Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten Manfred
       Weber (CSU) und Frans Timmermans (PvdA) in der ARD-Wahlarena und im
       ZDF-#tvDuell und nach einem ZDF-Schlagabtausch der Spitzenkandidat*innen
       von Linke, Grüne, FDP und AfD alles gesagt?
       
       So wirkte es am Montagabend: CSU-Chef Markus Söder gab zu, dass der
       deutsche Mindestlohn nicht die heraufbeschworenen Folgen gehabt hätte. Auf
       europäischer Ebene funktioniere die Idee trotzdem nicht zwangsläufig. Der
       FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner wiederholte mantramäßig, er sei für
       weniger Regulierung und mehr Innovationen. SPD-Chefin Nahles bewarb die
       CO2-Steuer. Alles bekannte Forderungen.
       
       Eine Überraschung bot der Abend trotzdem: Welchen Wert die Europäische
       Union für die Parteichef*innen habe, wollten die Moderator*innen Hassel und
       Nitsche zum Schluss wissen. AfD-Kandidat Meuthen war jedoch noch mit einem
       ganz anderen Thema beschäftigt. Seenotrettung, könne nicht die Lösung sein,
       entgegnete er. Für Meuthen stelle sich die Frage: Wohin mit den
       geflüchteten Menschen? „Und da sagen wir: Dahin, wo sie hing…, hing…,
       herkommen.“ Hätte [3][Anne Will ihm doch schon am Vorabend] eine Frage dazu
       gestellt.
       
       Anm.: In einer früheren Version hieß es, dass Annegret Kramp-Karrenbauer
       CDU-Generalsekretärin sei. Tatsächlich ist sie seit Dezember 2018
       Bundesvorsitzende der Partei. Wir haben den Fehler korrigiert.
       
       21 May 2019
       
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