# taz.de -- Ticket-Affäre: Ermittlungen eingestellt: Abgeordnete aus dem Schneider
       
       > Die Hamburger Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen 15
       > PolitikerInnen im Rahmen der Rolling-Stones-Ticket-Affäre ein.
       
 (IMG) Bild: Für Bezirkspolitiker nicht strafbar: der kostenfreie Besuch des Stones-Konzerts.
       
       Hamburg taz | Sie können aufatmen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die
       Strafermittlungen gegen 15 Abgeordnete der Bezirksversammlung wegen
       „Bestechlichkeit von Mandatsträgern“ mangels hinreichenden Tatverdachts
       eingestellt. Gleichzeitig bestätigte sie erstmals, dass wohl alle 15
       Abgeordneten Frei- oder Vorzugskarten vom ehemaligen Bezirksamtschef Harald
       Rösler (SPD) erhalten haben – mehr als jeder vierte der insgesamt 51
       Abgeordneten also.
       
       Diese Vorteilsnahme hat sich aber nach Prüfung der zuständigen
       Generalstaatsanwaltschaft nicht als strafbar herausgestellt. Gleichzeitig
       wurden laut Staatsanwaltschaft auch die „spiegelbildlichen Ermittlungen
       gegen den Beschuldigten Rösler wegen Bestechung von Mandatsträgern in
       diesem Punkt eingestellt“. Wegen verwandter Delikte aber wird weiterhin
       gegen Rösler ermittelt, er ist für die Staatsanwaltschaft die Kernfigur der
       Rolling-Stones-Ticket-Affäre um Hunderte Frei- und Vorzugskarten für
       „Freunde des Bezirksamtes“.
       
       Einen Zusammenhang zwischen der Kartenvergabe an und einer politischen
       Einflussnahme durch die Abgeordneten habe sich „trotz eingehender Prüfung
       nicht beweiskräftig feststellen“ lassen, erklärte die Staatsanwaltschaft am
       Mittwoch. So hatten die Ankläger etwa geprüft, ob die großzügige
       Kartenvergabe dazu geführt habe, dass die Genehmigung des Stones-Konzerts
       nie auf die Tagesordnung der Bezirksversammlung gesetzt worden war.
       
       Die Bezirksverwaltung hatte nach kurzer Rücksprache mit den
       Fraktionsvorsitzenden der in dem Parlament vertretenen Parteien
       eigenmächtig den Stadtpark für das Konzert freigegeben und die Bedingungen
       für das Event ausgehandelt.
       
       ## SPD-Fraktionschef wieder im Wahlkampf
       
       „Für den Tatbestand der Bestechlichkeit von Mandatsträgern gelten hohe
       juristische Hürden“, erklärt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana
       Frombach. Da reiche es strafrechtlich nicht aus, dass ihr Wohlwollen durch
       kleine Geschenke gefördert oder „gefälliges Verhalten“ vom Nutznießer
       nachträglich honoriert werde. Dies scheint nach Auffassung der
       Staatsanwaltschaft zwar geschehen zu sein, bleibt aber straffrei.
       
       Der einzige namentlich bekannte Bezirkspolitiker, der Freikarten von Rösler
       erhielt, ist SPD-Fraktionschef Thomas Domres. Nachdem Ende April die
       Ermittlungen gegen ihn durch eine taz-Recherche bekannt wurde, ließ er sein
       Amt ruhen und stellte seine Aktivitäten im laufenden Bezirkswahlkampf ein.
       Nun wird er, wie er der taz am Mittwoch bestätigte, beides wieder
       aufnehmen.
       
       15 May 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Rolling-Stones-Affäre
 (DIR) Rolling-Stones-Affäre
 (DIR) Rolling Stones
 (DIR) Bestechlichkeit
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Rolling Stones-Ticket-Affäre: Der Nebel lichtet sich
       
       In der „Rolling Stones“-Ticket-Affäre stehen die Ermittlungen vor dem
       Abschluss. Die Zahl der Angeklagten hat sich auf acht erhöht.
       
 (DIR) Rolling-Stones-Affäre weitet sich aus: Die Tricks der Kartenzauberer
       
       Hamburgs Staatsanwaltschaft vermutet: Freikartendeal bei Genehmigung für
       Rolling-Stones-Konzert ist kein Einzelfall. Neue Durchsuchung soll Beweise
       bringen. Scorpio-Boss Folkert Koopmans soll Bezirksamts-Chef Harald Rösler
       bestochen haben
       
 (DIR) Rolling-Stones-Affäre überrollt SPD: Das nächste Stones-Opfer
       
       Der SPD-Fraktionschef in Hamburg-Nord, Thomas Domres, tritt nach
       taz-Bericht über Strafermittlungen vom Amt zurück, erhält aber weiter die
       vollen Bezüge.
       
 (DIR) Hamburger Korrupionsaffäre weitet sich aus: Der beschuldigte Kandidat
       
       Im Rahmen der Rolling-Stones-Affäre ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft
       gegen den SPD-Fraktionschef im Bezirk Nord wegen Bestechlichkeit im Amt.