# taz.de -- heute in bremen: „Versuche an Makaken und Rhesusaffen“
       
       Interview Lea Schweckendiek
       
       taz: Frau Warms-Cangalovic, welche Rechte haben Tiere eigentlich? 
       
       Insa Warms-Cangalovic: Tiere haben keine eigenen Rechte. Laut dem
       Grundgesetz ist es allerdings ein Staatsziel, sie zu schützen. Im
       Tierschutzgesetz ist dazu festgeschrieben, dass niemand einem Tier ohne
       vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen darf. Das schützt
       sie aber nicht davor, für Nahrungszwecke getötet zu werden – meist durch
       rein wirtschaftlich ausgelegte Praktiken. Etwa das Kükenschreddern,
       Schnabelkürzungen bei Hühnern und betäubungsloses Schwanzkupieren bei
       Schweinen gehören zur geduldeten Normalität in deutschen Ställen.
       
       Welche Rechte sollten Tieren denn zustehen? 
       
       Aus unserer Sicht sollten Tiere das Recht auf Leben und körperliche
       Unversehrtheit haben. Beispielhaft für diese Forderung ist etwa das
       Non-Human-Rights-Project. Das kämpft in den USA zunehmend erfolgreich
       dafür, dass Schimpansen personenähnliche Rechte erhalten. Sie sollen damit
       nicht mehr in Zoos, die ja nichts anderes als Gefängnisse sind, gehalten
       werden. Wir wünschen uns eine Neubestimmung des Mensch-Tier-Verhältnisses
       und ein Ende der Tiernutzung durch den Menschen, sei es als
       Nahrungslieferant, Versuchstier, Unterhaltungsobjekt oder Sportgerät.
       
       Wieso ist dieses Thema hier in Bremen relevant? 
       
       Wir haben in Bremen zwar keine Massentierhaltung, aber wir konsumieren
       massenhaft Tierprodukte aus dem Umland. Immer noch dürfen Zirkusse mit
       Tierhaltung in Bremen gastieren, es gibt den Zoo am Meer, und wir haben
       neurobiologische Versuche an Makaken und Rhesusaffen an den Universitäten.
       
       Warum ist es wichtig, als Mensch für Tiere einzustehen? 
       
       Tiere sind nicht in der Lage, menschenverständlich selbst ihre Rechte
       einzufordern. Daher müssen wir für sie auf die Straße gehen und auf ihr
       Leid aufmerksam machen. Außerdem brauchen wir ein umfassendes
       Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen, um die Rechte der Tiere
       einzuklagen.
       
       Muss ich Veganer*in sein, um auf der Demo dabei sein zu dürfen? 
       
       Selbstverständlich nicht. Fast niemand von uns lebt schon immer vegan. Wir
       freuen uns über alle Menschen, die bereits für das Thema sensibilisiert
       sind und uns unterstützen wollen. Das ist ganz unabhängig davon, an welcher
       Stelle sie auf ihrem persönlichen Weg gerade stehen. Aufgrund der
       Lautstärke empfehlen wir jedoch, keine Hunde mit auf die Demo zu nehmen.
       
       27 Apr 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lea Schweckendiek
       
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