# taz.de -- Anschläge auf Bahnstrecken: Zugattentäter in Wien gefasst
       
       > Stahlseile und Betonplatten sollten Züge in Bayern und
       > Nordrhein-Westfalen entgleisen lassen. Nun ist ein Verdächtiger
       > festgenommen worden.
       
 (IMG) Bild: Polizisten suchten im Oktober eine ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München ab
       
       Wien taz | Österreichs Spezialeinheit Cobra hat am Montag in Wien eine
       Wohnung in einem Gemeindebau gestürmt und dort einen 42-jährigen Iraker
       festgenommen. Der Mann stehe „im dringenden Verdacht, im Oktober und
       Dezember 2018 [1][in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken]
       durchgeführt zu haben“, so die Staatsanwaltschaft Wien am Mittwoch.
       
       [2][Das Boulevardblatt Kronen Zeitung mit bekannt guten Polizeiquellen]
       berichtet, dass der Terrorverdächtige seit 20 Jahren ein anerkannter
       Flüchtling sei und als Mitarbeiter einer Security-Firma unter anderen vor
       Supermärkten und in Fußballstadien gearbeitet habe. Vor seiner Flucht soll
       der fünffache Vater 15 Jahre lang in der irakischen Armee gedient haben.
       Der Beschuldigte zeige sich laut Staatsanwaltschaft „tatsachengeständig,
       bestreitet jedoch einen terroristischen Hintergrund.“
       
       Anlass für die Festnahme ist ein Rechtshilfeersuchen der deutschen
       Staatsanwaltschaft. Die deutschen Behörden ermitteln wegen der Vorbereitung
       bzw. Durchführung einer „schweren staatsgefährdenden Straftat“. Am 8.
       Oktober 2018 soll der Tatverdächtige gemeinsam mit anderen auf der
       Bahnstrecke zwischen Nürnberg und München ein Stahlseil über die Bahngleise
       gespannt haben. Der mutmaßliche Plan, den ICE zum Entgleisen zu bringen,
       schlug zwar fehl, eine Frontscheibe wurde aber durch das Seil beschädigt.
       Der Festgenommene wird auch verdächtigt, im Dezember einen weiteren
       Anschlag durch bei Dortmund auf die Gleise gelegte Betonplatten verübt zu
       haben.
       
       Für die Staatsanwaltschaft Wien habe nur ein technischer Fehler die
       geplante Tötung von Menschen verhindert. Unweit des Tatorts fand man damals
       eine schwarze Flagge des „Islamischen Staates“ und ein Bekennerschreiben in
       arabischer Sprache, das weitere europaweite Angriffe auf den Bahnverkehr
       androht, solange europäische Staaten den IS bekämpfen. Dieses Schreiben
       soll die Fahnder auf die Spur des Verdächtigen gebracht haben.
       
       ## Bezug zum „Islamischen Staat“ wird geprüft
       
       Deutsche und europäischen Behörden führen laut Wiener Staatsanwaltschaft
       derzeit umfangreiche Ermittlungen. Dem Beschuldigten wird unter anderem das
       Verbrechen der terroristischen Straftat des versuchten Mordes sowie der
       terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation zur Last
       gelegt.
       
       Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte in einem Kommuniqué die
       hervorragende Arbeit der Ermittler. „Dank der hervorragenden
       internationalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich konnte
       damit der vermutlich hochgefährliche Täter aus dem Verkehr gezogen werden“,
       so Hermann in der Aussendung, in der er ankündigte: „Die Ermittlungen
       werden jetzt mit Hochdruck fortgeführt, um die weiteren Hintergründe
       aufzuklären“. Das betreffe insbesondere einen möglichen Bezug der Taten zum
       „Islamischen Staat“ und die Frage, ob es Hintermänner gegeben haben könnte.
       
       Wird der Iraker der Terrorabsicht überführt, droht ihm eine bis zu
       lebenslange Freiheitsstrafe. Die Einlieferung in die Justizanstalt
       Josefstadt wurde angeordnet.
       
       27 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
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