# taz.de -- Jugend ohne Geld
> Die Linksfraktion hält die offene Jugendarbeit für verpflichtend – und
> bemängelt sie als unterfinanziert
Von Stefan Simon
Bremen tut zu wenig für die offene Jugendarbeit. Zu diesem Befund kommt die
Linksfraktion und stellt eine kleine Anfrage an den Senat: Die
Privatisierung der ehemals städtischen Freizeitheime habe zu
Personalmangel, untertariflicher Bezahlung und Freiwilligenarbeit geführt,
sagt Cindi Tuncel, jugendpolitischer Sprecher der Linken. Aber verstößt
eine schlechte Ausstattung der Jugendarbeit deshalb auch gegen das Gesetz?
In den Augen der Linksfraktion ist die offene Jugendarbeit laut
Sozialgesetzbuch als „verpflichtende Jugendhilfeleistung“ vorgeschrieben,
genau wie Schulen und Kindergärten. Jugendhäuser sollten demnach
ausreichend Personal und finanzielle Mittel erhalten. Das Sozialressort
müsse dies laut Sozialgesetzbuch durch eine Jugendhilfeplanung belegen,
meint die Linke. Zudem sei „einmal pro Legislaturperiode ein
Jugendhilfebericht vorzulegen, der aufzeigt, wie gut die aktuelle Kinder-
und Jugendarbeit diese Aufgaben umsetzt“, heißt es in dem Papier.
Der Linken fehlt zudem eine Jugendhilfeplanung wie ein Jugendhilfebericht,
die in dieser Legislaturperiode nicht vorgelegt worden seien.
Das Ganze sei weitaus komplizierter, sagt Bernd Schneider, Sprecher des
Sozialressorts. Noch von keiner Regierung sei ein Jugendhilfebericht
erstellt worden. „Bislang sind alle Versuche gescheitert, bei der
Haushaltsaufstellung die entsprechenden Kosten in den Etat zu stellen. Ohne
Finanzierung ist es nicht möglich, den Jugendhilfebericht zu erstellen.“
Die Planung der Jugendhilfe finde auf mehreren Ebenen statt, so Schneider.
Dazu gehöre auch das Rahmenkonzept der offenen Jugendarbeit, das die
Schwerpunkte der offenen Jugendarbeit definiert sowie die Zielgruppen.
1 Mar 2019
## AUTOREN
(DIR) Stefan Simon
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