# taz.de -- Erdgas-Pipeline Nord Stream 2: Kompromiss mit Frankreich erreicht
       
       > Frankreich wollte für eine Änderung der EU-Gasrichtlinie stimmen. Das
       > hätte das deutsch-russische Projekt Nord Stream 2 gefährdet. Dazu soll es
       > jetzt nicht kommen.
       
 (IMG) Bild: Die Arbeiten an der Gas-Pipeline Nord Stream 2 laufen schon lange auf Hochtouren
       
       BERLIN afp | Deutschland und Frankreich haben ihren Streit um die
       Gaspipeline Nord Stream 2 beigelegt. Berlin und Paris stellten am Freitag
       den anderen EU-Staaten einen neuen Vorschlag zur Überarbeitung der
       europäischen Gasrichtlinie vor. Demnach läge die Zuständigkeit für
       Pipelines mit Drittstaaten wie Russland bei dem EU-Land, wo die Leitung
       erstmals auf das europäische Netz trifft.
       
       Die EU-Mitgliedstaaten wollen am Freitag ihre Position zur Überarbeitung
       der europäischen Gasrichtlinie festlegen, bevor die Verhandlungen mit dem
       EU-Parlament beginnen. Das französische Außenministerium hatte am
       Donnerstag mitgeteilt, Paris wolle anders als Deutschland [1][für eine
       Verschärfung der Regeln für Pipelines aus Drittstaaten stimmen]. Dies
       könnte auch Folgen für Nord Stream 2 haben und das Projekt womöglich
       unwirtschaftlich machen.
       
       Der deutsch-französische Vorschlag präzisiert nun, dass das Land, „wo sich
       der erste Zusammenschaltungspunkt mit dem Netz der Mitgliedstaaten
       befindet“, für die Verhandlungen mit Drittstaaten zuständig sein soll. Der
       gemeinsame Vorschlag Deutschlands und Frankreichs wurde am Freitag vor der
       für den Mittag geplanten Abstimmung zur Gas-Richtlinie den anderen
       EU-Staaten übermittelt.
       
       Nord Stream 2 soll ab Ende 2019 russisches Gas durch die Ostsee nach
       Deutschland transportieren. Deutschland würde dadurch zum Hauptverteiler
       für russisches Erdgas in Westeuropa, während Polen und die Ukraine als
       Transitländer für Gaslieferungen geschwächt würden. Mit dem Bau wurde
       bereits teilweise begonnen.
       
       ## Unterstützung von Frankreich
       
       Bislang gab es im EU-Rat der Mitgliedstaaten keine Mehrheit, um die
       Überarbeitung der Gas-Richtlinie voranzutreiben. Mit der Unterstützung von
       Frankreich und weiteren Staaten konnte Deutschland eine gemeinsame Position
       der 28 Mitgliedstaaten für eine Verschärfung verhindern.
       
       Die Bundesregierung wollte sich zunächst nicht öffentlich zu dem
       Kompromiss-Dokument äußern. „Es liegen Entscheidungen an, dazu sind wir mit
       Frankreich und allen anderen im Gespräch“, sagte Regierungssprecher Steffen
       Seibert in Reaktion auf den AFP-Bericht. Er wolle „in die Beratungen nicht
       hineinkommentieren“.
       
       8 Feb 2019
       
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