# taz.de -- das ding, das kommt: Die Weste ist bunt
       
 (IMG) Bild: Von drüben lernen: Die unter Frankreichs Unzufriedenen so beliebte gelbe Weste stand Pate für die bundesweiten Demos am heutigen Samstag – auch in Hamburg, Hannover und Schwerin
       
       Der Trend schwappt über den Rhein: An diesem Samstag demonstrieren in
       mehreren deutschen Städten – darunter Hamburg, Hannover und Kiel – Menschen
       in bunten Westen. Dieses Erkennungszeichen nach französischem Vorbild eint
       sie womöglich mehr als irgendeine bestimmte politische Richtung.
       
       Ganz neu ist das nicht: Bereits [1][im Dezember] hatten Demonstrationen
       auch hierzulande Solidarität mit den französischen Gelbwesten bekundet.
       [2][Auch Sarah Wagenknecht rief dazu auf]: Die Mitinitiatorin der
       Sammlungsbewegung „Aufstehen“ und Fraktionsvorsitzende der Linken im
       Bundestag stand, selbst in gelbem Wams, im Video vor dem Kanzleramt und
       fordert Proteste „gegen eine Regierung der Reichen“. Gingen aber drüben in
       Frankreich an so manchem Samstag Hunderttausende auf die Straße, blieb das
       deutsche Pendant erst mal überschaubar.
       
       Mit dem Hashtag #buntewesten und einem neuen Video warb „Aufstehen“ für die
       anstehenden Demonstrationen: Steve Hudson (SPD), Gründer der
       #NoGroko-Kampagne, fordert darin „eine Politik für die Millionen, nicht für
       die Milliardäre“. Um fünf vor zwölf – „denn es ist wirklich fünf vor
       zwölf“, sagt Hudson wirklich – werden sie auf die Straße gehen, für … ja,
       wofür eigentlich? „Wir haben die Schnauze voll“, heißt es [3][auf der
       „Aufstehen“-Homepage]. Konkrete Forderungen hat die Gruppe, der bis zu
       170.000 Menschen angehören sollen, bisher nicht gestellt.
       
       In der Bewegung finden Protestierende unterschiedlichster Hintergründe
       zusammen – ähnlich wie die Original-Gelbwesten eint sie aber wohl vor allem
       die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden; in Frankreich gingen Rechts- und
       Linksextreme sowie Menschen aus der politischen Mitte auf die Straße.
       
       Die bunten Westen von „Aufstehen“ sollen denn auch ausdrücklich für
       Vielfalt stehen, erklärt Hudson in dem Video. Wie viele bereit sind,
       wirklich auf die Straße zu gehen, ob sich bunte Westen als neues Zeichen
       des Protests durchsetzen? Das wird sich zeigen.
       
       Carlotta Hartmann
       
       16 Feb 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /!5556689/
 (DIR) [2] /!5555438/
 (DIR) [3] https://aufstehen.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Carlotta Hartmann
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA