# taz.de -- Datenklau bei Politikern und Prominenten: Bericht hinterfragt Einzeltäter-These
       
       > Das ARD-Magazin „Kontraste“ und das rbb-Inforadio berichten über Zweifel,
       > ob hinter der Ausspäh-Aktion tatsächlich ein einzelner Tatverdächtiger
       > steckt.
       
 (IMG) Bild: Einzeltäter oder nicht?
       
       Berlin dpa | Die Ausspähung und illegale Veröffentlichung privater Daten
       von Politikern und Prominenten ist möglicherweise nicht von dem
       [1][tatverdächtigen Schüler] alleine begangen worden. Das berichten das
       ARD-Politikmagazin „Kontraste“ und das „Inforadio“ vom [2][rbb]. Im Zuge
       der Ermittlungen zum Datenklau seien Zweifel aufgekommen, ob es sich
       tatsächlich um einen Einzeltäter handelt. Nach Informationen von
       Sicherheitskreisen sei der mutmaßliche Täter trotz eines vollumfänglichen
       Geständnisses nicht in der Lage gewesen, den Ermittlern zu zeigen, wie er
       die Daten im Netz erbeutet hatte.
       
       Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) hatten den Schüler dem Bericht zufolge
       dafür vor einen Computer gesetzt und ihn aufgefordert zu erläutern, wie er
       vorgegangen sei. Dabei sei deutlich geworden, dass er beispielsweise nicht
       über die nötigen Kenntnisse verfügte, um die sogenannte
       Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen, hieß es. Diese Sicherheitslücke
       aber soll der Täter ausgenutzt haben, um zahlreiche Accounts zu hacken.
       
       Der Hacker hatte im Dezember in einer Art „Adventskalender“ bei Twitter
       täglich neue Daten von Politikern, Journalisten, Rappern, jungen
       YouTube-Stars und anderen Prominenten [3][veröffentlicht]. Er war Anfang
       vergangener Woche festgenommen worden.
       
       Der Schüler, der noch bei seinen Eltern wohnt, legte ein Geständnis ab und
       wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt. Bei seiner Vernehmung sagte er
       nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA), er habe Menschen „bloßstellen“
       wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe. Er gab an,
       alleine gehandelt zu haben.
       
       Für das BKA ist dem Bericht von „Kontraste“ und „Inforadio“ zufolge nach
       wie vor nicht abschließend geklärt, ob der Hacker „0rbit“ tatsächlich ein
       Einzeltäter ist. Auf Nachfrage des rbb teilte das BKA mit, dass der Schüler
       nach wie vor als allein Beschuldigter geführt wird, die Ermittlungen aber
       weiter laufen, um abzuklären, ob er tatsächlich ein Einzeltäter war.
       
       16 Jan 2019
       
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