# taz.de -- Peter Philipp über das Betriebsverbot für die iranische Mahan Air: Von wegen „unverzüglich“
       
       Das Auswärtige Amt teilt mit: „Außen- und sicherheitspolitische Interessen“
       hätten eine Kündigung der Betriebserlaubnis der iranischen Airline Mahan
       Air „unverzüglich erforderlich“ gemacht, weil diese Ausrüstung und Personen
       nach Syrien und in andere Kriegsgebiete transportiere.
       
       Unverzüglich? Erste Gerüchte, dass solch ein Schritt bevorstehe, kamen
       bereits im Dezember auf. Und der Krieg in Syrien – an dem der Iran
       bekanntlich beteiligt ist – dauert bereits seit sieben Jahren an. Eine
       „unverzügliche“ Reaktion ist dies also mitnichten. Auch nicht auf den
       mutmaßlichen Auslöser, der aus Washington und dessen Botschaft in Berlin
       kam. Wie schon in der Vergangenheit – noch vor dem Atomabkommen mit Iran –
       versuchten die USA, auch den Flugverkehr von und nach Iran zu behindern.
       
       Das ging natürlich nur, indem man den iranischen Gesellschaften das Leben
       schwer machte. Der wichtigste Schritt war ein Lieferboykott westlicher
       Verkehrsmaschinen an den Iran. Leicht umzusetzen, weil auch europäische
       Flugzeuge amerikanische Bauteile verwenden und deswegen
       US-Lieferbestimmungen unterliegen. Aus diesem Grund musste Airbus, muss
       aber auch die russische Luftfahrtindustrie jetzt Pläne verwerfen, die
       veraltete iranische Flotte zu modernisieren.
       
       Und jetzt die Behauptung, die iranischen Flugzeuge seien im Grunde Truppen-
       und Waffentransporter. Heute trifft es Mahan Air, morgen vielleicht auch
       Iran Air. 2010 musste diese staatliche Gesellschaft EU-weit Maschinen aus
       dem Verkehr ziehen, weil sie „nicht verkehrssicher“ seien. Die Behauptung
       stammte aus Washington, das iranische Fluggesellschaften da schon längst
       boykottierte, ihnen aber auch die nötigen Ersatzteile nicht liefern wollte.
       
       Auch diesmal ist die Faktenlage im Fall Mahan Air äußerst dünn. Eins aber
       ist sicher: Deutschland spielt hier Vorreiter, während Mahan Air weiterhin
       Paris, Barcelona und Mailand anfliegt. Die Bundesregierung gefährdet so den
       letzten Rest von Sympathie, den man im Iran noch für Deutschland hat.
       
       die nachricht
       
       22 Jan 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Philipp
       
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