# taz.de -- Oxfam-Studie zur Ungleichheit: Superreiche noch reicher
       
       > Die soziale Spaltung nimmt in vielen Ländern zu, beklagt die
       > Entwicklungsorganisation Oxfam. Sie fordert höhere Steuern für
       > Wohlhabende.
       
 (IMG) Bild: Oxfam fordert einen höheren Mindestlohn und die stärkere Belastung von Reichen und Konzernen
       
       Berlin taz | Die Luftaufnahme zeigt im Vordergrund eine Slumsiedlung. Die
       einstöckigen Hütten stehen dicht gedrängt, viele Dächer glänzen blau, weil
       die Bewohner*innen sie mit Plastikplanen abdecken. Direkt angrenzend sieht
       man Wohnblocks und Hochhäuser, umgeben von Parks und Palmen – die Viertel
       der Mittelschicht und Wohlhabenden. Dort deutet das Blau auf Swimmingpools
       hin.
       
       Das Foto hat die Entwicklungsorganisation Oxfam auf ihren neuen Bericht zur
       sozialen Ungleichheit gedruckt, der alljährlich zum Auftakt des
       Weltwirtschaftsforums von Davos erscheint. „Superreiche gewinnen 2,5
       Milliarden Dollar pro Tag, die Hälfte der Weltbevölkerung wird ärmer“,
       lautet die Botschaft.
       
       Mit „superreich“ meint Oxfam die etwa 2.000 Personen weltweit, die ein
       Vermögen von mehr als einer Milliarde besitzen. Deren Kapital habe im
       vergangenen Jahr um zwölf Prozent zugelegt, sagte Oxfam-Mitarbeiterin Ellen
       Ehmke. Demgegenüber erlitt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung einen
       Vermögensverlust von elf Prozent. Diese Ansage beruht auf aktuellen
       Statistiken der Schweizer Bank Credit Suisse und der
       Forbes-Milliardärsliste.
       
       Ähnliche Tendenzen sieht Oxfam für die Bundesrepublik. „Die deutschen
       Milliardär*innen konnten ihr Vermögen im vergangenen Jahr um 20 Prozent
       steigern“, heißt es in der Studie. Das reichste Prozent der Bevölkerung
       verfüge über ebenso viel Vermögen wie 87 Prozent der Bürger*innen. Zur
       Bekämpfung der Ungleichheit in Deutschland fordert Oxfam einen höheren
       Mindestlohn sowie eine stärkere Belastung von Vermögenden, Konzernen,
       Erbschaften und hohen Einkommen. „Der Mindestlohn ist zu niedrig, gerade in
       Ballungszentren“, sagte Ehmke.
       
       Oxfam stellt auch fest, dass weltweit die extreme Armut zurückgeht.
       Beispielsweise „zwischen 1990 und 2010 wurde sie halbiert“, erklärte Ehmke.
       Trotzdem hätten 2015 weltweit 736 Millionen Menschen mit weniger als 1,90
       Dollar täglich auskommen müssen. Dies gilt als Definition von extremer
       Armut.
       
       21 Jan 2019
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hannes Koch
       
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