# taz.de -- Mazedonien und Griechenland: Protest gegen neuen Namen
       
       > In Athen demonstrieren Zehntausende gegen die Namensänderung von
       > Mazedonien. Zwischenzeitlich kommt es zu Ausschreitungen.
       
 (IMG) Bild: Teils gewalttätig wurde für „den griechischen Charakter Mazedoniens“ demonstriert
       
       Athen taz/dpa | Über eine halbe Million Menschen hatten die Veranstalter
       bei der Großkundgebung vor dem griechischen Parlament erwartet. Bis zum
       späten Sonntagnachmittag waren die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Dennoch:
       Es war eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre in Hellas.
       Zehntausende Menschen mit griechischen oder roten byzantinischen Flaggen
       waren unterwegs.
       
       Die Menschenmenge demonstrierte für „den griechischen Charakter
       Mazedoniens“ und gegen den jüngsten [1][Kompromiss bei der Namensgebung]
       der slawischen Nachbarn, die ihren jungen Staat in „Nord-Mazedonien“
       umbenannt haben. Voraussichtlich kommende Woche soll das griechische
       Parlament das Abkommen zur Beilegung des Namensstreits billigen, in dem der
       neue Name festgelegt wird.
       
       Davon wollen die Demonstranten am Sonntag in Athen nichts wissen. Viele
       Menschen in Griechenland sind der Meinung, allein die nordgriechische
       Region Makedonien dürfe diesen Namen tragen. Hinter dem Jahrzehnte
       währenden Streit steckten auch Befürchtungen, dass bei einer
       Namensgleichheit auch Gebietsansprüche geltend gemacht würden.
       
       „Politiker sind Verräter“ heißt es nun auf einem der Plakate in Athen,
       „Unser Name ist unsere Seele“ auf einem anderen. Viele Demonstranten
       fordern eine [2][Volksabstimmung zum Abkommen] mit Skopje. Zu den
       Veranstaltern der Protestaktion am Sonntag gehören sämtliche „makedonischen
       Kulturvereine“ sowie Initiativen von Auslandsgriechen aus aller Welt.
       
       ## Mit Schlagstöcken und Tränengas
       
       Die negativen Reaktionen auf den Kompromiss sind weiterhin gewaltig. Doch
       ist es unverkennbar, dass an dieser Kundgebung deutlicher weniger Menschen
       teilnehmen als damals, zu Beginn der neunziger Jahre. Da gingen noch
       Millionen auf die Straßen, um „das historische Erbe Alexander des Großen zu
       verteidigen“ – nicht nur in Athen, sondern vor allem in Thessaloniki,
       Hauptstadt der griechischen Region Makedonien.
       
       Am Sonntag kam es auch zu Ausschreitungen. Die griechische Polizei hat
       Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt, um eine Gruppe von
       Rechtsextremisten daran zu hindern, auf den Hof des Parlaments in Athen
       vorzudringen. Reporter vor Ort berichteten, dass Autonome zudem Steine und
       Feuerwerkskörper auf die Beamten geschleudert hätten. Als einige
       Randalierer die Beamten mit Eisenstangen attackierten, setzten die
       Sicherheitsleute massiv Tränengas und Schlagstöcke ein. Tausende friedliche
       Demonstranten – darunter viele Familien – flohen in Panik.
       
       20 Jan 2019
       
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