# taz.de -- Bundesligist Borussia Mönchengladbach: Bleischwer war gestern
       
       > Gladbach ist dank seines neuen Offensivspiels unberechenbar. In
       > Hoffenheim will das Team den zweiten Tabellenplatz festigen.
       
 (IMG) Bild: Bestens aufgelegt: Florian Neuhaus und Thorgan Hazard beim Heimsieg gegen Stuttgart
       
       Mönchengladbach taz | In den letzten Tagen hat sich wieder einiges getan
       rund um den Borussia-Park, zur Abwechslung aber nicht nur Positives. So
       fiel die für Mittwoch geplante Rückkehr von Jonas Hofmann ins
       Mannschaftstraining aus, weil die Muskelprobleme im Hüftbeuger nicht so
       schnell verschwanden wie erhofft.
       
       Wie am letzten Wochenende gegen Stuttgart fehlt Hofmann, einer der Gewinner
       im furiosen Gladbacher Herbst, also auch beim Gastspiel des Rautenklubs in
       seiner alten Heimat. Hoffenheim empfängt das Team von Dieter Hecking zum
       Duell der dritt- und zweitbesten Offensive der Liga – und Borussias Coach
       kommentiert mit einem trockenen Lächeln: „Für mich muss es diesmal kein
       Spektakel sein, ein 1:0 reicht mir.“
       
       Optimistisch ist Hecking (54) allemal – auch wenn ihm bei der TSG neben
       Hofmann dessen Mittelfeldkollegen Christoph Kramer (muss nach einem
       eigentlich ausgeheilten Bänderriss wieder kürzertreten) und Denis Zakaria
       (gesperrt) sowie der vor drei Wochen schwer im Gesicht verletzte Abwehrchef
       Matthias Ginter fehlen. „Das hatten wir in dieser Saison noch nicht“,
       murmelt Hecking, weiß aber: „Es sind noch genügend Alternativen da. Jetzt
       können sich die, die auch für sich den Anspruch haben, immer spielen zu
       müssen, den Kopf herausstrecken und sich zeigen.“
       
       Im bleischweren Frühjahr der Fohlen, an dessen Ende [1][mit Rang 9 das pure
       Mittelmaß stand], vermisste Hecking bei seiner Mannschaft vor allem die
       Effizienz – und diagnostizierte eine fatale Vergesslichkeit beim
       eigentlichen Ziel des Spiels: Tore zu schießen. Das hat sich in diesem
       Herbst radikal geändert, mit 33 Treffern in 14 Spielen sind die Gladbacher
       schon jetzt recht nah an der finalen Marke der Vorsaison (47).
       
       Eine wichtige Stellschraube auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur war die
       Verpflichtung des Franzosen Alassane Pléa – eines klassischen
       Strafraumstürmers mit zugleich großen spielerischen Fähigkeiten. Borussias
       Berechenbarkeit des Vorjahres ist dank seiner Verpflichtung wie
       weggewischt.
       
       ## Thorgan Hazard in Bestform
       
       Mit der Neuausrichtung in der Offensive ging die Systemumstellung mit nur
       noch einem defensiven Mittelfeldspieler und einer Doppel-Acht einher. Beim
       Job vor der Abwehr hat sich der frühere Hoffenheimer Tobias Strobl in den
       letzten Wochen unentbehrlich gemacht und stach dabei unter anderen
       2014-Weltmeister Kramer aus.
       
       Neben Pléa, der aus Nizza kam, haben sich zudem auch andere Neuzugänge wie
       Mittelfeldakteur Florian Neuhaus (war nach Düsseldorf ausgeliehen) oder –
       nach anfänglicher Verletzung – Außenverteidiger Michael Lang (Basel)
       bestens eingelebt. Und der belgische Nationalspieler Thorgan Hazard, lange
       ein hochbegabter, aber auch wackliger Kandidat, spielt schon die gesamte
       Vorrunde auf höchstem Niveau.
       
       Trainer Hecking lobt speziell die Ernsthaftigkeit, die Hazard in seinem Job
       als Fußballprofi inzwischen erlangt habe. Klubs wie Dortmund, Liverpool
       oder Atlético Madrid sollen mittlerweile gesteigertes Interesse an dem
       25-jährigen Offensivspieler (Vertrag bis 2020) angemeldet haben. Dabei
       machen es die Teamkollegen an seinem aktuellen Arbeitsplatz Hazard auch
       leicht, zu glänzen.
       
       Wegen der hohen Qualitätsdichte im Kader fällt es – was lange undenkbar war
       – nun zum Beispiel nicht mehr ins Gewicht, wenn Edeltechniker Raffael
       fehlt. Gegen Stuttgart gelang dem 33-jährigen Brasilianer als
       Einwechselkraft das bahnbrechende erste Tor – per Kopf, bei Raffael eine
       echte Rarität. „Unsere Einwechselspieler sind sofort drin in der Partie.
       Das ist eine Qualität, die wir in der letzten Rückrunde nicht in dem Maße
       hatten“, betont Dieter Hecking einen wichtigen Entwicklungsschritt und
       einen Zustand, für den bislang vor allem der frühere Gladbach-Coach Lucien
       Favre bei seiner Arbeit in Dortmund gepriesen wurde.
       
       Beim Hinrundenfinale in einer Woche treten die beiden treffsicheren
       Borussias gegeneinander an. Ob die Niederrheinischen dann noch immer
       [2][als schärfster BVB-Verfolger] beim Spitzenreiter antreten, liegt nicht
       zuletzt am Ausgang der herausfordernden Partie in Hoffenheim.
       
       15 Dec 2018
       
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