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> Wie die Rechte der Hongkonger ausgehöhlt werden
Von David Bandurski
Hongkong ist ein ganz besonderer Ort: ein Hort der Grundfreiheiten –
fundamental anders als das undurchsichtige und repressive System, das in
China vorherrscht. In Hongkong kann man seine politische Meinung sagen und
schreiben. Man kann seine beruflichen und geschäftlichen Ziele
verwirklichen und wird geschützt durch Gesetze, die im sogenannten Basic
Law verankert sind, wie die Hongkonger Verfassung genannt wird. Diese legt
die grundlegenden Rechte und Freiheiten fest, die alle Bewohner des
Territoriums genießen.
Die Gründe für den einzigartigen Charakter Hongkongs als Teil Chinas sind
vielschichtig – und reichen in die Vergangenheit als britische Kronkolonie
zurück. Im Grundgesetz ist das Recht der Stadt verankert, anders zu sein:
Dazu gehört das britische „Common Law“-Rechtssystem und eine freie
kapitalistische Gesellschaftsordnung.
Im Jahr 1984 schufen Großbritannien und China in ihrer „Gemeinsamen
Erklärung“ das Fundament dafür, dass Hongkong 1997 unter die
Regierungsgewalt Pekings zurückkehren und das „Basic Law“ in Kraft treten
konnte. Zentral war dabei das Versprechen, Chinas sozialistisches System
und seine Politik nicht auf Hongkong zu übertragen. Das ist der Kern des
Prinzips „Ein Land, zwei Systeme“: ein Arrangement, wonach es nur ein China
gibt, in dem aber separate wirtschaftliche und administrative Systeme wie
Hongkong und Macao Platz haben.
Allerdings liegt ein Schatten der Sorge über Hongkong: In den vergangenen
Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass Peking sich unverhohlen in die
inneren Angelegenheiten der Stadt einmischt – wie etwa im Fall der
verschleppten Buchhändler und der Entführung eines prominenten Milliardärs.
## Wie lange noch?
Sowohl die Pressefreiheit als auch die Freiheit von Wissenschaft und
Forschung erodieren zunehmend. So werden etwa Buchhandlungen und Verlage
von Unternehmen aufgekauft, die der chinesischen Zentralregierung
nahestehen. Universitäten verzeichnen politische Einmischung bei der
Stellenbesetzung. Und erstmals seit der Rückkehr Hongkongs unter Pekings
Regierung im Jahr 1997 haben die Behörden einem Journalisten jüngst das
Visum verweigert.
So stellt sich in Hongkong inzwischen immer stärker die Frage: Welche Folge
für die Bewohner des Territoriums hat die Politik von Präsident Xi Jinping,
der eine krude und nationalistische Version von Souveränität vertritt und
die Rolle der Partei in allen Lebensbereichen der Chinesen stärken will?
Hat China die Toleranz für ein Hongkong verloren, das sich grundlegend vom
Rest des Landes unterscheidet?
20 Nov 2018
## AUTOREN
(DIR) David Bandurski
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