# taz.de -- Bremen hilft bei Abschiebung aus
       
       > Nach einem Amtshilfegesuch aus Bayern sitzt ein Afghane im Bremer
       > Gewahrsam. Grüne üben Kritik
       
       Von Sara Rahi
       
       Ein afghanischer Geflüchteter soll heute von Bremen aus über München nach
       Kabul abgeschoben werden. Er befindet seit vergangener Woche im
       Abschiebegewahrsam. Der Flüchtlingsrat und die mitregierenden Grünen üben
       in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der SPD-geführten Bremer
       Innenbehörde.
       
       Der Betroffene lebt nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates seit 2015
       in Deutschland, ist strafrechtlich nie auffällig geworden und hat eine
       feste Zusage, im kommenden März eine Ausbildung zum Kochgehilfen beginnen
       zu können. Dennoch sei er verhaftet worden, als er in der Ausländerbehörde
       Passau seine Duldung verlängern lassen wollte. Anschließend haben die
       bayerischen Behörden sich per Amtshilfegesuch an Bremen gewandt, wo der
       Geflüchtete nun auf seine Abschiebung wartet. Dabei vertrat der Bremer
       Senat bisher die Auffassung, Abschiebungen nach Afghanistan seien aufgrund
       der dortigen Sicherheitslage nicht vertretbar.
       
       Dass Bremen dennoch seinen Abschiebegewahrsam bereitstelle, stößt beim
       Flüchtlingsrat auf Kritik: „Bremen wirkt damit an entscheidender Stelle
       unterstützend dabei mit, schwerwiegende Verletzungen von Menschenrechten zu
       exekutieren.“ Dieses Vorgehen stehe im eklatanten Widerspruch zu der
       offiziellen Position des Landes. Die Grünen „erwarten, dass der
       Innensenator alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft,
       eine Nutzung des Bremer Abschiebegewahrsams für Abschiebungen nach
       Afghanistan fortan auszuschließen“.
       
       2 Oct 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sara Rahi
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA