# taz.de -- Nach U-Haft in der Türkei: Griechische Soldaten wieder zu Hause
       
       > Nach Monaten im türkischen Knast sind zwei griechische Soldaten wieder
       > frei. Acht türkische Soldaten haben indes Asyl in Griechenland bekommen.
       
 (IMG) Bild: Am Flughafen von Thessaloniki: die Soldaten, die seit dem 1. März in der Türkei in Haft saßen
       
       Berlin taz | Im Windschatten der USA-Türkei-Krise um den festgehaltenen
       amerikanischen [1][Pastor Andrew Brunson], hat die Türkei in einem
       vergleichbaren Fall wesentlich flexibler reagiert. Ein Gericht in Edirne
       setzte zwei griechische Offiziere auf freien Fuß, nachdem diese fünf Monate
       in U-Haft gesessen hatten. Im März waren sie bei einer Grenzpatrouille im
       Nebel versehentlich auf türkisches Gebiet geraten.
       
       Der Fall hatte für eine massive Verstimmung zwischen Griechenland und der
       Türkei gesorgt. Die beiden Offiziere wurden nach Ansicht der griechischen
       Öffentlichkeit lediglich festgehalten, um sie als Druckmittel für die
       Auslieferung von acht türkischen Soldaten zu benutzen, die unmittelbar nach
       dem Putschversuch im Juli 2016 nach Griechenland geflohen waren.
       
       Nachdem das Gericht nun am Dienstagnachmittag die U-Haft aufgehoben hatte,
       durften die Soldaten ausreisen und landeten am Mittwochmorgen in
       Thessaloniki. Dort wurden sie vom griechischen Verteidigungsminister Panos
       Kammenos in Empfang genommen.
       
       Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras zeigte sich erleichtert.
       Er hoffe, dass damit der Weg zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen
       den beiden Nachbarn frei werde. Tatsächlich ist die Freilassung der beiden
       Soldaten ein Geschenk für Tsipras, der seit den verheerenden Waldbränden
       rund um Athen stark unter Druck steht.
       
       ## Türkische Soldaten bleiben in Griechenland
       
       Warum das Gericht in Edirne nun die Freilassung der Soldaten angeordnet
       hat, blieb unklar. Es dürfte aber eine politische und keine juristische
       Entscheidung gewesen sein. In den letzten Monaten hatte der türkische
       Präsident Recep Tayyip Erdoğan immer wieder deutlich gemacht, dass er die
       Auslieferung der acht türkischen Soldaten, die noch in der Putschnacht im
       Juli 2016 mit einem Hubschrauber über die Grenze nach Griechenland geflohen
       waren, erwartet.
       
       Die türkischen Soldaten haben allerdings mittlerweile durch alle Instanzen
       in Griechenland Asyl bekommen. Tsipras hätte sie deshalb ohne massive
       Rechtsbeugung nicht mehr ausliefern können.
       
       Ob die Freilassung durch eine andere Gegenleistung herbeigeführt wurde, ist
       bislang nicht bekannt. Man kann nur vermuten, dass Erdoğan angesichts des
       massiven Konflikts mit US-Präsident Donald Trump damit ein Signal an die EU
       senden will. Schließlich will er die Beziehungen zur EU wieder verbessern.
       Zuvor hatte auch sich EU-Kommissionspräsident Junker für die Freilassung
       der griechischen Soldaten eingesetzt.
       
       15 Aug 2018
       
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