# taz.de -- Kommentar WM-Finale: Favorit mit -é, Überraschung mit -ic
       
       > War da nicht was bei der EM im Jahr 2016? Was war es noch gleich? Warum
       > es nicht sicher ist, dass Frankreich das WM-Finale gewinnt.
       
 (IMG) Bild: Wird er Weltmeister oder doch nur Zweiter? Kylian Mbappé
       
       „Ich mache nie öffentliche Voraussagen, weil ich abergläubisch bin.“ Das
       hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gut gesagt. Anders als 50
       Millionen Franzosen und auch gefühlt 80 Millionen deutsche
       Fußball-Oberchecker uns glauben machen wollen, ist das WM-Finale am Sonntag
       (ZDF, 17 Uhr) noch keineswegs Fait accompli.
       
       Ja, die Kroaten haben gefühlt zehn Verlängungen und acht Elfemeterschießen
       mehr hinter sich als die Blauen. Sie sind beim Turnier viele Kilometer mehr
       gelaufen als die Franzosen.
       
       Die Kroaten haben „nur“ Modric, Rakitic, Perisic und Mandzukic – die
       Terrier Griezmann-Giroud-Mbappé (eine Wahnsinns-Offensive) und auch noch
       mit Pavard-Varane-Umtiti eine torgefährliche Wahnsinns-Defensive.
       
       Eigentlich ist das ganze französische Team eine einzige
       [1][Verteidigungs-Team-Super-Mannschaft]. Aber, um es mit den Worten der
       Engländer zu sagen: You never know… Denn: Frankreich ist zwar der haushohe
       Favorit – bei den großen Wettanbietern gab es am Donnerstag mindestens das
       2,5-fache des Einsatzes für sie.
       
       Aber: Für Kroatien ist das Finale die mutmaßlich einzige Möglichkeit für
       Generationen, den Pott zu ergattern. Gegen die ebenfalls favorisierten
       Engländer bekamen sie – vielleicht auch deshalb – [2][in der Verlängerung
       plötzlich richtig Biss] – und siegten.
       
       Das Coole am Fußball sind doch die Überraschungen. Und: Das verlorene
       Finale bei der Heim-EM 2016 sollte den Spielern der Équipe tricolore
       warnendes Beispiel sein. Damals unterlag das ebenfalls favorisierte
       Frankreich dem vermeintlichen Kickerzwerg Portugal [3][nach Verlängerung
       mit 0:1] (Torschütze: Eder in der 109. Minute).
       
       Immerhin wissen die Franzosen Bescheid: „Nachdem wir Deutschland (im
       Halbfinale) geschlagen hatten, dachten wir, wir haben es geschafft“, sagte
       Paul Pogba. Und: „Den Fehler machen wir hier nicht, dieses Spiel werden wir
       anders angehen.“
       
       15 Jul 2018
       
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 (DIR) Kai Schöneberg
       
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