# taz.de -- Süd- und nordkoreanisches Gipfeltreffen: Nur Trump weiß nicht, was er will
       
       > Überraschender Gipfel an der koreanischen Grenze: Südkoreas Präsident
       > Moon Jae In hat zum zweiten Mal den nordkoreanischen Machthaber
       > getroffen.
       
 (IMG) Bild: Und nun? Diplomatisches Händeschütteln in Panmunjom
       
       Seoul/Panmunjom dpa | Nach ihrem Gipfeltreffen im April haben sich der
       südkoreanische Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim
       Jong Un am Samstag überraschend zum zweiten Mal getroffen. Das teilte das
       Präsidialamt in Seoul mit.
       
       Im Mittelpunkt der Gespräche im Grenzort Panmunjom habe die Umsetzung ihrer
       Vereinbarungen beim ersten Treffen sowie die Bedingungen für den Erfolg
       [1][eines möglichen Gipfels zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump]
       gestanden. Die Ergebnisse des Treffens zwischen Moon und Kim sollen erst an
       diesem Sonntag bekanntgemacht werden.
       
       Wenige Stunden zuvor hatte Trump via Twitter bekanntgegeben, dass er einen
       Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber am 12. Juni in Singapur doch
       noch für möglich hält. Am Donnerstag hatte Trump das geplante Treffen, bei
       dem es um eine friedliche Lösung des langjährigen Streits um das
       nordkoreanische Atomprogramm gehen sollte, [2][noch abgesagt].
       
       „Wir haben sehr produktive Gespräche mit Nordkorea darüber, den Gipfel
       wieder zu terminieren“, schrieb Trump am Freitagabend (Ortszeit) [3][auf
       Twitter]. Wenn es zu einem Treffen mit Kim komme, werde es wahrscheinlich
       bei dem ursprünglich anvisierten Datum, also dem 12. Juni, in Singapur
       bleiben. Nötigenfalls könne das Treffen um einen Tag verlängert werden.
       
       Die Absage des Gipfels mit Kim begründete Trump mit einer aggressiven
       Haltung Nordkoreas und scharfer Rhetorik aus Pjöngjang. Kurz zuvor hatte
       Nordkorea mit einer Absage des Treffens gedroht. Nach einem Brief Trumps an
       Kim, in dem er die Absage verkündet hatte, hatte es von beiden Seiten
       versöhnlichere Töne gegeben.
       
       ## „Neue Ära des Friedens“?
       
       Das Treffen zwischen Kim und Moon war vorher nicht angekündigt worden.
       Nordkorea hatte zuletzt aus Verärgerung über ein Militärmanöver Südkoreas
       mit den USA hochrangige Kontakte mit dem Nachbarland vorerst auf Eis
       gelegt.
       
       Kim hatte bei dem ersten Gipfel mit Moon am 27. April auf südkoreanischer
       Seite von Panmunjom einen vollständigen Abbau seines Atomwaffenprogramms
       und ein Ende der Feindseligkeiten gegenüber Südkorea versprochen. Außerdem
       soll das seit dem Ende des Koreakrieges vor 65 Jahren gültige
       Waffenstillstandsabkommen noch in diesem Jahr durch einen Friedensvertrag
       ersetzt werden. Beide unterzeichneten eine weitgehende gemeinsame
       Erklärung, die eine „neue Ära des Friedens“ einläuten soll.
       
       Kim hatte zwar keine konkreten Zusagen für die Beseitigung seines
       Atomwaffenarsenals gemacht. Doch wurde das Treffen auch als Wegbereiter für
       ein geplantes Treffen mit Trump gesehen.
       
       Für den Gipfel im April mit Moon hatte Kim als erster nordkoreanischer
       Führer seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) die schwer bewachte Grenze
       überquert und südkoreanischen Boden betreten. Der Machthaber wurde direkt
       an der Demarkationslinie in der gemeinsamen Sicherheitszone von Moon Jae In
       empfangen.
       
       26 May 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nach-Gipfel-Absage-von-US-Praesident/!5508237/
 (DIR) [2] /Gipfeltreffen-mit-Kim-Jong-Un-abgesagt/!5505612/
 (DIR) [3] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1000174070061813761
       
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